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Kurzantwort: R steht für das feline Herpesvirus, den Erreger der Rhinotracheitis. C steht für das feline Calicivirus, P für Panleukopenie, die Katzenseuche. Alle drei zählen bei der StIKo Vet zu den Kernimpfungen: Jede Katze soll jederzeit dagegen geschützt sein. Die Schutzwirkung ist unterschiedlich — gegen Panleukopenie schützt die Impfung wirksam vor der Infektion, gegen Katzenschnupfen mildert sie vor allem den Verlauf.
Im Impfpass stehen selten ganze Wörter. Dort findet sich RCP, manchmal RCP Ch oder RCPCh FeLV — Abkürzungen, die niemand erklärt.
Dieser Text übersetzt sie und sagt, was jede Komponente tatsächlich leistet.
Wofür R, C und P stehen
Die Impfleitlinie der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin schreibt die Buchstaben direkt hinter die Erreger: FHV steht für R, FCV für C, Panleukopenie für P.
R geht auf Rhinotracheitis zurück, die Entzündung von Nase und Luftröhre, die das feline Herpesvirus auslöst. C steht für das feline Calicivirus. Beide zusammen bilden das, was im Alltag Katzenschnupfen heißt.
P steht für Panleukopenie, die Katzenseuche. Auslöser ist das feline Parvovirus, ein enger Verwandter des Parvovirus beim Hund. Die Erkrankung verläuft bei ungeimpften Jungtieren häufig tödlich.
Die weiteren Kürzel im Impfpass
Steht ein Ch dahinter, ist eine Komponente gegen Chlamydia felis enthalten, einen Bakterienerreger, der vor allem die Bindehaut befällt. Ein angehängtes FeLV steht für das feline Leukämievirus.
Hier lohnt der genaue Blick auf den Handelsnamen. Purevax RCP Ch mit Leerzeichen enthält zusätzlich die Chlamydien-Komponente. Purevax RCPCh ohne Leerzeichen deckt nach der Impfstofftabelle der StIKo Vet Chlamydien und Leukose ab. Zwei Präparate, deren Kürzel sich nur um ein Leerzeichen unterscheiden, schützen also gegen Unterschiedliches.
Beide zählen zu den Wahlimpfungen. Die StIKo Vet empfiehlt die Leukoseimpfung nur für Katzen mit erhöhtem Risiko, vor allem junge Freigänger. Auch die Impfung gegen Bordetella bronchiseptica ist eine Wahlimpfung.
Ein angehängtes T steht für Tollwut. Kombinationspräparate heißen entsprechend RCP/T oder CVR-T, reine Tollwutimpfstoffe tragen das T allein im Namen. In der Impfleitlinie selbst wird Tollwut ausgeschrieben; die Kürzel stammen aus den Handelsnamen der zugelassenen Präparate.
Was hinter den drei Erregern steckt

Das feline Herpesvirus bleibt lebenslang im Tier. Eine einmal infizierte Katze wird das Virus nicht mehr los und kann es unter Stress erneut ausscheiden.
Das Calicivirus zeigt eine ausgeprägte Vielfalt: Zwischen einzelnen Stämmen besteht teils gar kein Kreuzschutz. Deshalb kommt es immer wieder zu Ausbrüchen auch in geimpften Beständen.
Das Parvovirus greift schnell teilende Zellen an, vor allem im Knochenmark und im Darm. Es ist in der Umwelt außerordentlich widerstandsfähig und kann eine reine Wohnungskatze über Schuhe erreichen. Genau deshalb ist die Panleukopenie-Impfung auch für Katzen ohne Freigang eine Kernimpfung.
Wie gut die Impfung schützt
Bei der Panleukopenie ist die Antwort klar: Die verfügbaren Lebendimpfstoffe schützen wirksam vor einer Infektion, und eine erfolgreiche Impfung erzeugt einen langjährigen, oft lebenslangen Schutz.
Beim Herpesvirus liegt es anders. Die Impfung kann die Schwere der Symptome nach einer Infektion verringern, sie beseitigt das Virus aber nicht und verhindert nicht, dass die Katze zur Trägerin wird. Immerhin lässt sich bei geimpften Tieren deutlich seltener Virus nachweisen.
Beim Calicivirus begrenzt die Stammvielfalt den Schutz. Seit einigen Jahren gibt es Impfstoffe mit zwei neueren Stämmen, die in Beständen mit anhaltenden Problemen sinnvoll sein können.
Adjuvans, Vektorimpfstoff und das Sarkomrisiko

Manche Impfstoffe enthalten einen Wirkverstärker, das Adjuvans. Zwischen adjuvanshaltigen Impfstoffen und dem felinen injektionsstellenassoziierten Sarkom besteht ein epidemiologischer Zusammenhang. Die StIKo Vet beziffert die Häufigkeit dieses Tumors mit einem Fall auf 1.000 bis 10.000 Impfungen.
Die Empfehlung ist eindeutig: Wo zugelassene Vektorimpfstoffe ohne Adjuvans verfügbar sind, sind sie den adjuvanshaltigen vorzuziehen. Und Katzen sollen zurückhaltend geimpft werden, also nur gegen das, was für sie relevant ist.
Die europäische Beratergruppe für Katzenkrankheiten ergänzt praktische Hinweise zur Einstichstelle: Die Region zwischen den Schulterblättern und die seitliche Brustwand sollen gemieden werden, weil sich ein Tumor dort schlecht entfernen lässt. Dieselbe Gruppe betont, dass wegen dieses Risikos nicht auf Impfungen verzichtet werden soll.
Wenn der Impfpass Lücken hat
Die Grundimmunisierung sieht Impfungen mit 8, 12 und 16 Lebenswochen sowie mit etwa 15 Monaten vor. Der Termin ab der 16. Woche ist der wichtigste, weil Antikörper aus der Muttermilch bis in die 20. Lebenswoche hineinreichen und eine Impfung davor unwirksam machen können.
Wurde dieser Termin versäumt, empfiehlt die Leitlinie, entweder die Antikörper gegen Panleukopenie zu bestimmen oder zusätzlich zu impfen. Bei Katzen über 20 Wochen sind keine mütterlichen Antikörper mehr zu erwarten; dort genügt eine Impfung mit Lebendimpfstoff oder zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen.
Bei einer Fundkatze ohne Papiere wird wie bei einer ungeimpften Katze vorgegangen. Eine zusätzliche Impfung schadet einer bereits geschützten Katze nicht.
Titerbestimmung: nur für einen der drei Erreger
Antikörper messen zu lassen ist bei der Panleukopenie sinnvoll. Die meisten erwachsenen Katzen in Deutschland haben Antikörper gegen das Parvovirus, auch wenn die letzte Impfung Jahre zurückliegt; ein Schnelltest kann dann über die Notwendigkeit einer Auffrischung entscheiden.
Für Calici- und Herpesvirus sagt die Leitlinie ausdrücklich das Gegenteil. Beim Calicivirus taugt der Antikörpernachweis wegen der vielen nicht kreuzreagierenden Stämme nicht als Schutznachweis. Beim Herpesvirus bilden viele Katzen kaum oder nur vorübergehend Antikörper.
Aufgefrischt wird nach der Grundimmunisierung bei allen drei Komponenten im Abstand von bis zu drei Jahren.
Für die Panleukopenie geht die Leitlinie noch einen Schritt weiter: Gut grundimmunisierte erwachsene Katzen müssen nicht zwingend nachgeimpft werden. Viele Tiere haben nach der Grundimmunisierung oder einer unbemerkt durchgemachten Infektion lebenslang Antikörper. Für Calici- und Herpesvirus gilt das ausdrücklich nicht — dort bleiben die Herstellerangaben und das Dreijahresintervall maßgeblich.
Häufige Fragen
Was bedeutet RCP genau?
Rhinotracheitis durch das Herpesvirus, Calicivirus und Panleukopenie.
Braucht eine Wohnungskatze die RCP-Impfung?
Ja. Alle drei gelten als Kernimpfungen für jede Katze.
Was heißt RCPCh?
Beim Präparat Purevax RCPCh kommen Chlamydien und Leukose dazu. Bei Purevax RCP Ch nur die Chlamydien. Im Zweifel den Handelsnamen im Impfpass nachschlagen.
Wie oft muss aufgefrischt werden?
Nach abgeschlossener Grundimmunisierung im Abstand von bis zu drei Jahren.
Gibt es eine Impfung gegen FIP?
Die StIKo Vet empfiehlt sie nicht, weil die Wirksamkeit stark eingeschränkt ist.
Quellen
- StIKo Vet am Friedrich-Loeffler-Institut: Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, 6. Auflage
- StIKo Vet: Impftabelle Katze
- StIKo Vet: Impftabelle Katze, Panleukopenie
- European Advisory Board on Cat Diseases: Guideline for Feline Injection-Site Sarcoma
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Tollwutimpfung bei der Katze: Ablauf, Schutz, Risiken
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Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







