Mehrere Rassekatzen verschiedener Felllänge und Farbe nebeneinander

Rassekatzen Übersicht: Die wichtigsten Rassen nach Typ und Wesen

Kurzantwort: Eine Rassekatze ist eine Katze, die nach dem Standard eines Zuchtverbandes wie FIFe, WCF, TICA oder CFA gezüchtet wurde und einen Stammbaum hat. Die Verbände erkennen je nach Zählung 40 bis 70 Rassen an. Sinnvoll sortiert man sie nach Körpertyp, also orientalisch-schlank, halbkräftig oder kompakt, nach Felllänge und nach Temperament, von ruhig bis sehr aktiv.

Die beliebtesten Rassekatzen in Deutschland sind Britisch Kurzhaar, Maine Coon, Ragdoll, Bengal, Norwegische Waldkatze, Siam, Perser, Heilige Birma, Sphynx und Russisch Blau. Die Europäisch Kurzhaar, die gezüchtete Form der Hauskatze, wird oft mitgezählt.

Diese Übersicht sortiert die wichtigsten Rassen in Gruppen, erklärt die Unterschiede in Wesen und Pflege und hilft Dir bei der Frage, welche Rasse in Deinen Alltag passt.

Mehrere Rassekatzen verschiedener Felllänge und Farbe nebeneinander
Von der schlanken Siam bis zur massigen Maine Coon: Rassekatzen unterscheiden sich stark im Typ. Foto: Mr.Niwat Tantayanusorn, Ph.D., CC BY-SA 4.0

Was eine Rassekatze ausmacht

Der Rassestandard beschreibt Körperbau, Kopfform, Augenfarbe, Fell und zugelassene Farben. Ein Zuchtverein trägt Würfe in sein Zuchtbuch ein und stellt Stammbäume aus. Ohne diesen Nachweis ist eine Katze keine Rassekatze, auch wenn sie aussieht wie eine. Das ist wichtig beim Kauf: Ein Stammbaum belegt Abstammung und meist auch Gesundheitstests der Elterntiere.

Die Verbände unterscheiden sich in der Anerkennung. Die FIFe führt rund 45 Rassen, die amerikanische TICA über 70, weil sie auch neue Rassen wie Lykoi oder Toyger anerkennt.

Kompakte Rassen: ruhig und gemütlich

Britisch Kurzhaar, Britisch Langhaar, Perser, Exotic Shorthair, Scottish Fold, Selkirk Rex und Chartreux haben gedrungene Körper, runde Köpfe und ein gelassenes Wesen. Sie sind ideal für die Wohnung, klettern wenig und neigen zu Übergewicht. Perser brauchen tägliche Fellpflege, die Kurzhaarvarianten kaum. Scottish Fold ist wegen der Knorpelerkrankung durch das Faltohrgen als Qualzucht eingestuft.

Britisch Kurzhaar mit grauem Plüschfell und runden Augen
Die Britisch Kurzhaar ist seit Jahren die beliebteste Rassekatze in Deutschland. Foto: jans canon, CC BY 4.0

Halbkräftige Rassen: die Waldkatzen und Sanften

Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Sibirische Katze, Ragdoll, Heilige Birma, Deutsch Langhaar und Türkisch Van sind große bis sehr große Katzen mit halblangem Fell. Sie sind freundlich, familientauglich und meist verträglich mit Hunden. Waldkatzen brauchen hohe Kletterbäume, Ragdoll und Birma sind ruhiger. Bei Maine Coon und Ragdoll ist ein Gentest auf die Herzerkrankung HCM Pflicht.

Zu dieser Gruppe zählen auch Europäisch Kurzhaar, Amerikanisch Kurzhaar, Kurilen Bobtail und Manx. Sie sind robust, unkompliziert und pflegeleicht.

Orientalische Rassen: schlank und laut

Siam, Balinese, Orientalisch Kurzhaar, Javanese, Thai, Abessinier, Somali, Burma, Tonkinese, Peterbald und Sphynx haben schlanke Körper, große Ohren und ein sehr menschenbezogenes, gesprächiges Wesen. Sie sind klug, lernen Tricks und fordern Aufmerksamkeit ein. Als Einzelkatze und bei Berufstätigen ohne Artgenossen leiden sie. Die Sphynx braucht als Nacktkatze Wärme und regelmäßige Hautpflege.

Wilde Optik: Bengal, Savannah, Ocicat

Die Bengal stammt aus Kreuzungen mit der asiatischen Leopardkatze, die Savannah aus Kreuzungen mit dem Serval. Beide sind sehr aktiv, sprunggewaltig und brauchen viel Platz und Beschäftigung. Frühe Generationen der Savannah fallen in Deutschland unter Wildtierregelungen. Ocicat und Toyger haben Wildkatzen-Optik ohne Wildblut und sind einfacher zu halten. Egyptian Mau ist die einzige natürlich getupfte Rasse.

Rex- und Sondermutationen

Devon Rex, Cornish Rex, German Rex und LaPerm tragen gelocktes Fell durch verschiedene Mutationen. American Curl hat nach hinten gebogene Ohren ohne bekannte Gesundheitsfolgen, Japanese Bobtail einen Stummelschwanz. Munchkin und ihre Ableger mit verkürzten Beinen gelten als Qualzucht.

Die beliebtesten Rassen im Vergleich

Britisch Kurzhaar führt seit Jahren die Beliebtheit an: ruhig, pflegeleicht, wohnungstauglich. Die Maine Coon folgt als größte Hauskatze mit verspieltem Wesen. Die Ragdoll gilt als entspannteste Rasse. Die Bengal spricht Halter an, die eine aktive, wildaussehende Katze wollen. Siam und Orientalen wählen Menschen, die viel zu Hause sind und eine hundeähnliche Bindung suchen. Die Perser bleibt die Wahl für ruhige Haushalte mit Zeit für tägliche Fellpflege.

Welche Rasse passt zu welchem Haushalt?

Berufstätige ohne Zeit für Pflege: Britisch Kurzhaar, Europäisch Kurzhaar, Russisch Blau, immer zu zweit. Familien mit Kindern: Maine Coon, Ragdoll, Birma, Norweger. Kleine Wohnung: Perser, Exotic, Britisch Kurzhaar. Viel Zeit und Lust auf Interaktion: Siam, Balinese, Abessinier, Bengal. Allergiker: Sibirer, Balinese, Devon Rex, aber immer vorher Kontakt testen, es gibt keine hypoallergene Rasse.

Felllänge und Pflegeaufwand

Quer durch alle Gruppen entscheidet die Felllänge über den täglichen Aufwand. Kurzhaarkatzen wie Britisch Kurzhaar, Siam, Bengal oder Russisch Blau brauchen einen Bürstentermin pro Woche. Halblanghaarkatzen wie Maine Coon, Norweger, Ragdoll und Birma zwei bis drei, im Fellwechsel täglich. Echte Langhaarkatzen wie Perser und Britisch Langhaar müssen täglich bis auf die Haut gekämmt werden. Nacktkatzen brauchen kein Bürsten, dafür regelmäßige Bäder gegen Talg.

Auch die Fellfarbe hat Folgen. Weiße Katzen mit blauen Augen sind häufiger taub, Point-Katzen färben sich mit dem Alter dunkler, verdünnte Farben wie Blue oder Lilac gehen bei manchen Rassen mit Hautproblemen einher. Wer eine bestimmte Farbe möchte, fragt den Züchter nach den bekannten Zusammenhängen.

Kaufberatung

Rassekatzen kosten 800 bis 2.500 Euro. Kaufe nur bei Züchtern mit Vereinsmitgliedschaft, Stammbaum, Gesundheitstests und Abgabe ab zwölf Wochen. Vermeide Kitten aus dem Kofferraum, Angebote unter 500 Euro und Züchter, die mehrere Rassen gleichzeitig anbieten. Tierheime haben regelmäßig Rassekatzen, die abgegeben wurden, weil ihre Halter den Aufwand unterschätzt haben.

Häufige Fragen

Wie viele Katzenrassen gibt es?

Je nach Verband 40 bis über 70 anerkannte Rassen.

Welche Rassekatze ist die beliebteste in Deutschland?

Die Britisch Kurzhaar, gefolgt von Maine Coon und Ragdoll.

Welche Rassekatze ist am pflegeleichtesten?

Kurzhaarrassen wie Britisch Kurzhaar, Europäisch Kurzhaar und Russisch Blau.

Welche Rasse ist für Anfänger geeignet?

Britisch Kurzhaar, Europäisch Kurzhaar, Ragdoll und Birma sind unkompliziert.

Sind Rassekatzen anfälliger für Krankheiten?

Einige Rassen haben Erbkrankheiten. Gentests der Elterntiere senken das Risiko deutlich.

Quellen

Liste von Katzenrassen – Wikipedia

Alle Katzenrassen auf einen Blick

Alle Katzenrassen im Überblick von A bis Z

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

Nach oben scrollen