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Kurzantwort: Eine Lungenentzündung, medizinisch Pneumonie, ist bei Katzen eine Entzündung des Lungengewebes durch Viren, Bakterien, Pilze, Parasiten oder eingeatmetes Futter. Typisch sind schnelle, flache Atmung, Husten, Fieber, Futterverweigerung und Mattigkeit. Sie ist ein Notfall: Ohne Antibiotika, Sauerstoff und Flüssigkeit kann sie innerhalb weniger Tage tödlich enden, mit früher Behandlung heilt sie meist vollständig aus.
Bei Katzen ist die Lungenentzündung seltener als beim Hund, wird aber oft spät erkannt, weil Katzen Krankheit verbergen und Husten bei ihnen ungewöhnlich ist. Viele Fälle entwickeln sich aus einem verschleppten Katzenschnupfen, wenn Bakterien von den oberen Atemwegen in die Lunge absteigen.
Hier stehen die Ursachen, die Symptome, die Diagnose in der Praxis, die Behandlung und was Du zu Hause tun kannst, um die Heilung zu unterstützen.

Ursachen: Infektion, Aspiration, Parasiten
Die häufigste Ursache ist eine bakterielle Infektion, oft als Folge von Katzenschnupfen mit Herpes- oder Caliciviren. Bordetellen, Pasteurellen, Mykoplasmen und Streptokokken siedeln sich auf den geschädigten Schleimhäuten an. Seltener sind Pilzinfektionen und Lungenwürmer, die vor allem Freigänger betreffen, die Schnecken oder Mäuse fressen.
Die Aspirationspneumonie entsteht, wenn Futter, Erbrochenes oder Medikamente in die Lunge gelangen. Sie tritt nach Narkosen, bei Zwangsfütterung, bei Schluckstörungen und bei Katzen mit Megaösophagus auf. Auch Rauch, Reizgase und Fremdkörper wie Grannen führen zu Entzündungen.
Symptome erkennen
Das früheste Zeichen ist eine erhöhte Atemfrequenz. Eine ruhende Katze atmet 20 bis 30 Mal pro Minute. Über 40 Atemzüge in Ruhe sind ein Alarmsignal, das Du durch Zählen der Flankenbewegungen über 15 Sekunden mal vier prüfen kannst. Dazu kommen Bauchatmung, Atemgeräusche, Husten, Nasenausfluss, Fieber über 39,5 Grad, Appetitlosigkeit und Teilnahmslosigkeit.
Im fortgeschrittenen Stadium atmet die Katze mit offenem Maul, streckt den Hals und sitzt mit abgespreizten Ellbogen. Bläuliche Schleimhäute zeigen Sauerstoffmangel. Jetzt zählt jede Stunde.

Diagnose in der Praxis
Der Tierarzt hört die Lunge ab und hört Rasseln oder abgeschwächte Atemgeräusche. Ein Röntgenbild zeigt die Verdichtung des Lungengewebes und die Ausdehnung. Blutbild und Fieber bestätigen die Entzündung. Bei unklaren Fällen wird eine Spülprobe aus den Atemwegen entnommen, um den Erreger zu bestimmen und das passende Antibiotikum zu wählen. Eine Kotuntersuchung schließt Lungenwürmer aus.
Behandlung
Bakterielle Pneumonien werden mit Antibiotika über mindestens drei bis vier Wochen behandelt, auch wenn die Katze sich früher besser fühlt. Bei schwerer Atemnot kommt die Katze in eine Sauerstoffbox und bekommt Infusionen gegen die Austrocknung. Schleimlöser und Inhalationen mit Kochsalzlösung erleichtern das Abhusten. Bei Lungenwürmern helfen Entwurmungsmittel, bei Pilzen Antimykotika über Monate.
Schwere Fälle bleiben mehrere Tage stationär. Kontrollröntgen nach zwei bis drei Wochen zeigt, ob die Lunge abheilt.
Unterstützung zu Hause
Ruhe, Wärme und ein Platz ohne Zugluft sind die Basis. Stell die Katze zwei- bis dreimal täglich für zehn Minuten in ein Badezimmer mit Duschdampf, das befeuchtet die Atemwege und löst Schleim. Leichtes Beklopfen des Brustkorbs mit der hohlen Hand hilft beim Abhusten. Biete angewärmtes, intensiv riechendes Nassfutter an, weil die verstopfte Nase den Appetit nimmt. Frisst die Katze zwei Tage nicht, ist erneut die Praxis gefragt.
Medikamente gibst Du exakt nach Plan und bis zum Ende, ein zu frühes Absetzen führt zu Rückfällen mit resistenten Keimen.
Abgrenzung zu anderen Atemwegserkrankungen
Nicht jede Katze mit schneller Atmung hat eine Lungenentzündung. Felines Asthma verursacht anfallsartigen Husten mit gestrecktem Hals, aber meist kein Fieber. Herzerkrankungen führen zu Wasser in der Lunge oder im Brustraum, die Katze atmet dann schnell und flach ohne Husten. Ein Katzenschnupfen bleibt in Nase und Rachen und zeigt Niesen statt Atemnot. Lungenwürmer verursachen chronischen Husten ohne akutes Fieber.
Die Unterscheidung gelingt nur mit Abhören, Röntgen und Blutbild. Deshalb solltest Du zu Hause nicht raten, sondern die Katze bei jeder auffälligen Atmung vorstellen. Für die Praxis ist es hilfreich, wenn Du die Atemfrequenz in Ruhe gezählt und ein kurzes Video der Atmung aufgenommen hast.
Prognose und Dauer
Früh erkannte bakterielle Pneumonien heilen in drei bis sechs Wochen vollständig aus. Aspirationspneumonien und Infektionen bei Kitten, Senioren oder immungeschwächten Katzen haben eine schlechtere Prognose. Chronische Verläufe mit Narbengewebe in der Lunge schränken die Belastbarkeit dauerhaft ein. Entscheidend ist der Zeitpunkt: Eine Katze, die am ersten Tag mit schneller Atmung vorgestellt wird, hat deutlich bessere Chancen als eine, die erst mit offenem Maul atmet.
Vorbeugung
Die Impfung gegen Katzenschnupfen verhindert die häufigste Vorstufe. Regelmäßige Entwurmung schützt Freigänger vor Lungenwürmern. Beim Eingeben von Medikamenten und Flüssigkeiten hältst Du den Kopf der Katze gerade, nicht nach hinten gestreckt, damit nichts in die Luftröhre läuft. Rauchfreie Wohnung, staubarme Streu und ein Katzenschnupfen, der sofort behandelt wird, senken das Risiko weiter.
Besondere Risikogruppen
Kitten unter sechs Monaten, ungeimpfte Katzen, Senioren über zwölf Jahren und Katzen mit FIV oder Leukose haben ein schwächeres Immunsystem und entwickeln aus einem Schnupfen schneller eine Pneumonie. Auch Katzen aus dem Tierheim oder von Sammelstellen bringen häufig Erreger mit. Bei ihnen ist jede erhöhte Atemfrequenz ein Grund für den Praxisbesuch noch am selben Tag.
Häufige Fragen
Ist eine Lungenentzündung bei Katzen ansteckend?
Die auslösenden Viren und Bakterien ja, für andere Katzen. Für Menschen besteht kein Risiko.
Wie lange dauert eine Lungenentzündung bei Katzen?
Mit Behandlung drei bis sechs Wochen, Antibiotika werden mindestens drei Wochen gegeben.
Kann eine Katze eine Lungenentzündung überleben?
Ja, bei früher Behandlung heilt sie meist vollständig. Unbehandelt endet sie oft tödlich.
Woran erkenne ich Atemnot bei der Katze?
Über 40 Atemzüge pro Minute in Ruhe, Bauchatmung, offenes Maul, gestreckter Hals.
Was kostet die Behandlung?
Ambulant mit Röntgen und Antibiotika etwa 200 bis 400 Euro, stationär mit Sauerstoff deutlich mehr.
Quellen
Pneumonie (Katze) – DocCheck Flexikon
Lungenentzündung bei Katzen – PetsVetCheck
Ursachen für die Lungenentzündung bei Katzen
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







