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Kurzantwort: Kater werden nicht rollig. Die Rolligkeit ist der Zeitraum der Paarungsbereitschaft weiblicher Katzen. Geschlechtsreife Kater sind dagegen ganzjährig paarungsbereit und reagieren auf rollige Katzen in der Umgebung mit Markieren, lautem Rufen, Unruhe, Kämpfen und dem Drang zu streunen. Diese Phasen werden oft als Rolligkeit beim Kater bezeichnet. Die Kastration beendet sie zuverlässig.
Wer einen jungen Kater hat, der plötzlich nachts schreit, an der Tür kratzt und den Flur mit stinkendem Urin markiert, sucht nach Erklärungen und landet beim Begriff Rolligkeit. Biologisch stimmt das nicht, das Verhalten ist aber real und belastet Kater und Halter gleichermaßen.
Hier erfährst Du, was im Körper des Katers passiert, woran Du die Geschlechtsreife erkennst, wie Du die Phasen überbrückst und warum die Kastration für Wohnungskater und Freigänger die richtige Entscheidung ist.

Rolligkeit: ein Begriff für Katzen, nicht für Kater
Bei der Katze bezeichnet Rolligkeit die Phase des Sexualzyklus, in der sie paarungsbereit ist. Sie rollt sich auf dem Boden, hebt das Hinterteil, schreit und ist unruhig. Der Eisprung wird bei Katzen erst durch den Deckakt ausgelöst. Diese Phasen dauern fünf bis zehn Tage und wiederholen sich in der Saison von Februar bis September alle zwei bis drei Wochen.
Kater haben keinen Zyklus. Sobald sie geschlechtsreif sind, produzieren sie ständig Testosteron und Spermien und sind jederzeit deckbereit. Ihr Verhalten schwankt nur mit dem Angebot: Ist eine rollige Katze in Riechweite, dreht der Kater auf.
Wann Kater geschlechtsreif werden
Die Geschlechtsreife setzt zwischen dem fünften und neunten Monat ein, bei orientalischen Rassen früher, bei Waldkatzen und Persern später. Erste Anzeichen sind ein breiterer Kopf mit Katerbacken, ein strengerer Uringeruch, Aufreiten auf Gegenständen oder anderen Katzen und die ersten Markierungen mit erhobenem, zitterndem Schwanz an senkrechten Flächen.

Typisches Verhalten eines unkastrierten Katers
Markieren ist das auffälligste Zeichen. Der Kater sprüht kleine Mengen Urin mit Sekret aus den Analdrüsen an Wände, Möbel und Türen. Der Geruch ist scharf und lässt sich kaum entfernen. Dazu kommt das nächtliche Rufen, das rollige Katzen anlocken soll. Freigänger streunen kilometerweit, bleiben tagelang weg und kommen mit Bissverletzungen aus Revierkämpfen zurück. Wohnungskater versuchen auszubrechen, sind unruhig, fressen schlechter und reiten auf Decken, Kissen oder dem Arm des Halters auf.
Kämpfe sind gefährlich: Über Bisse werden FIV und Leukose übertragen, Abszesse sind häufig. Streunende Kater sterben überdurchschnittlich oft im Straßenverkehr.
Was Du in der akuten Phase tun kannst
Kurzfristig hilft nur Management. Halte Fenster und Türen gesichert, damit der Kater nicht entkommt. Reinige Markierungen mit enzymhaltigen Reinigern, nicht mit Ammoniak oder Essig, deren Geruch zum Nachmarkieren anregt. Beschäftige den Kater mit Jagdspielen, um Energie abzubauen. Beruhigungsmittel oder Pheromonstecker dämpfen die Unruhe nur wenig, weil das Verhalten hormonell gesteuert ist.
Trenn den Kater strikt von unkastrierten Katzen im Haushalt. Ein Kater deckt auch Mutter und Schwestern, und eine Katze kann schon mit fünf Monaten trächtig werden.
Kastration: die einzige dauerhafte Lösung
Bei der Kastration werden die Hoden entfernt, der Eingriff dauert wenige Minuten und die Katze ist am selben Tag wieder zu Hause. Der Testosteronspiegel sinkt innerhalb weniger Wochen. Markieren, Rufen und Streunen hören bei den meisten Katern vollständig auf, bei Katern, die schon lange markiert haben, bleibt manchmal eine Gewohnheit, die sich mit Reinigung und Training abbauen lässt.
Der empfohlene Zeitpunkt liegt zwischen dem fünften und siebten Monat, vor dem ersten Markieren. Frühkastration ab zwölf Wochen ist bei Tierschutzkatzen üblich und laut aktuellen Studien ohne Nachteile. Viele Gemeinden schreiben die Kastration von Freigängern inzwischen per Katzenschutzverordnung vor.
Folgen der Kastration
Kastrierte Kater sind ruhiger, bleiben näher am Haus und leben im Schnitt mehrere Jahre länger. Der Energiebedarf sinkt um etwa 20 bis 30 Prozent, weshalb die Futtermenge angepasst werden muss, sonst droht Übergewicht. Das Wesen verändert sich nicht, ein verspielter Kater bleibt verspielt. Die Kosten liegen bei 100 bis 200 Euro.
Chemische Kastration als Zwischenlösung
Ein Hormonchip mit dem Wirkstoff Deslorelin unterdrückt die Testosteronproduktion für sechs bis zwölf Monate. Er eignet sich für Zuchtkater in der Pause oder als Test, ob das Verhalten hormonell bedingt ist. In den ersten Wochen nach dem Setzen steigt das Verhalten oft kurz an, bevor es abklingt. Als Dauerlösung ist der Chip teurer und weniger zuverlässig als die Operation.
Kater und Katze im selben Haushalt
Leben ein unkastrierter Kater und eine unkastrierte Katze zusammen, ist die erste Rolligkeit der Katze der Moment, in dem es ernst wird. Der Kater deckt sie, sobald sie ihn lässt, und Verwandtschaft spielt keine Rolle. Die Trächtigkeit dauert rund 63 Tage, ein Wurf hat drei bis sechs Kitten. Wer keinen Nachwuchs will, kastriert beide Tiere vor dem fünften Monat oder trennt sie räumlich vollständig, eine geschlossene Tür reicht dabei nicht immer, weil Kater Türen öffnen lernen.
Häufige Fragen
Kann ein Kater rollig werden?
Nein. Kater haben keinen Zyklus, sie sind nach der Geschlechtsreife dauerhaft paarungsbereit.
Warum schreit mein Kater nachts?
Er ruft nach rolligen Katzen in der Nachbarschaft. Die Kastration beendet das Rufen.
Ab wann markiert ein Kater?
Meist ab dem sechsten bis neunten Monat, mit Beginn der Geschlechtsreife.
Hört das Markieren nach der Kastration auf?
Bei etwa neun von zehn Katern vollständig, bei den übrigen deutlich weniger.
Leidet ein Kater, wenn er nicht decken darf?
Ja, der hormonelle Druck bedeutet Dauerstress. Die Kastration befreit ihn davon.
Quellen
Rollige Katzen und liebestolle Kater – Agila
Meine Katze ist rollig – Was kann ich tun?
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







