Katze auf einem Kratzbaum

Impfung bei der Katze: Zeitplan und Kernimpfungen

Kurzantwort: Drei Impfungen gelten für jede Katze als Kernimpfung: gegen Katzenschnupfen durch das feline Herpesvirus und das feline Calicivirus sowie gegen Panleukopenie, die Katzenseuche. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin setzt die Termine auf die 8., 12. und 16. Lebenswoche und mit 15 Lebensmonaten. Danach wird gegen Katzenschnupfen in Abständen von bis zu drei Jahren aufgefrischt, gegen Panleukopenie alle drei Jahre oder seltener. Tollwut, Leukose und Chlamydien sind bei uns Wahlimpfungen und hängen von der Lebensweise ab.

Der Impfplan der Katze folgt in Deutschland der Leitlinie zur Impfung von Kleintieren der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut, zuletzt in der Fassung vom Januar 2025.

Sie unterscheidet zwischen Kernimpfungen, die jede Katze zu jeder Zeit schützen sollen, und Wahlimpfungen, über die nach Haltungsform, Alter und Risiko entschieden wird.

Die drei Kernimpfungen

Kernimpfungen sind die gegen das feline Herpesvirus, das feline Calicivirus und das feline Panleukopenievirus. Sie gelten unabhängig davon, ob die Katze Freigang hat.

Panleukopenie, im Volksmund Katzenseuche, verläuft bei Jungtieren häufig tödlich. Das Virus ist außerordentlich widerstandsfähig und wird über Schuhe und Kleidung in die Wohnung getragen.

Die Impfung gegen Herpes- und Calicivirus verhindert eine Ansteckung nicht. Sie senkt die Schwere der Erkrankung. Eine einmal mit dem Herpesvirus infizierte Katze bleibt lebenslang infiziert; auch der Trägerstatus wird durch die Impfung nicht verhindert.

Beim Calicivirus kommt eine Besonderheit hinzu: Die gängigen Impfstämme F9 und 255 reagieren nicht mit allen Feldstämmen kreuzweise. Geimpfte Katzen sind deshalb nicht in jedem Fall ausreichend geschützt. In Beständen mit wiederkehrenden Erkrankungen kann der Wechsel auf eine Vakzine mit anderem Stamm helfen.

Der Zeitplan

Junge Katze im Porträt
Die Grundimmunisierung beginnt in der achten Lebenswoche. Foto: Leo Rodman, CC0

Die Leitlinie nennt vier Termine mit den drei Kernkomponenten:

  • 8. Lebenswoche
  • 12. Lebenswoche
  • 16. Lebenswoche
  • mit 15 Lebensmonaten

Alle Impfungen der ersten beiden Lebensjahre zählen zur Grundimmunisierung. Bei hohem Infektionsdruck, etwa im Tierheim, kann die erste Panleukopenie-Impfung schon in der sechsten Woche erfolgen, danach im Abstand von drei bis vier Wochen mindestens bis zur 16. Lebenswoche.

Warum der Termin in der 16. Woche zählt

Antikörper der Mutter schützen den Welpen anfangs und blockieren gleichzeitig die Impfung. Sie können bis in die 20. Lebenswoche nachweisbar bleiben und die aktive Immunisierung über die 16. Woche hinaus verhindern.

Wer die Impfung in der 16. Woche auslässt, riskiert deshalb eine Lücke. Die Leitlinie empfiehlt in diesem Fall eine Antikörperbestimmung gegen Panleukopenie.

Ab der 20. Lebenswoche sind keine mütterlichen Antikörper mehr zu erwarten. Dann genügt bei Lebendimpfstoffen eine einzelne Impfung, bei inaktivierten Impfstoffen zwei im Abstand von drei bis vier Wochen, jeweils gefolgt von einer Impfung nach etwa einem Jahr.

Wie oft aufgefrischt wird

Nach abgeschlossener Grundimmunisierung wird gegen Herpes- und Calicivirus in Abständen von bis zu drei Jahren geimpft. Für Panleukopenie nennt die Leitlinie drei Jahre oder mehr.

Eine erfolgreiche Panleukopenie-Impfung baut einen langjährigen, möglicherweise lebenslangen Schutz auf. Er wirkt auch gegen jene Stämme des caninen Parvovirus, die für Katzen ansteckend sind.

Titerbestimmung statt Routineimpfung

Katze wird in einer Tierarztpraxis untersucht
Vor jeder Impfung steht die klinische Untersuchung. Foto: Sgt. Emily Greene, Public domain

Bei erwachsenen Katzen kann ein Antikörpertest gegen Panleukopenie darüber entscheiden, ob eine Auffrischung nötig ist. Die Leitlinie hält das für sinnvoll, weil die meisten adulten Katzen in Deutschland auch Jahre nach der letzten Impfung noch Antikörper aufweisen.

Für Herpes- und Calicivirus taugt der Titer als Entscheidungsgrundlage nicht in gleicher Weise, weil der Schutz dort anders zustande kommt.

Sinnvoll ist der Test außerdem bei Katzen, deren Vorgeschichte unbekannt ist — etwa bei Tieren aus dem Ausland oder aus dem Tierschutz ohne lückenlosen Impfpass.

Wahlimpfungen

Über diese Impfungen wird im Einzelfall entschieden:

  • Leukose (FeLV): ab acht Wochen, zwei Injektionen im Abstand von drei bis fünf Wochen, Auffrischung nach einem Jahr, danach bis zu drei Jahre. Sinnvoll bei Freigang und Kontakt zu fremden Katzen. Vor der Impfung wird auf FeLV getestet. Ab etwa sieben Jahren ist das Risiko einer fortschreitenden Infektion sehr gering.
  • Chlamydien: erste Impfung ab acht bis neun Wochen, zweite nach drei bis vier Wochen. Der Schutz hält höchstens ein Jahr und verhindert die Infektion nicht.
  • Bordetella bronchiseptica: als Nasentropfen ab vier Wochen, Immunität höchstens ein Jahr.
  • Tollwut: bei der Katze in Deutschland Wahlimpfung, weil die terrestrische Tollwut getilgt ist. Für Freigänger wird sie weiter empfohlen, für Auslandsreisen ist sie Pflicht.

Warum es keine FIP-Impfung gibt

Ein intranasaler Lebendimpfstoff gegen die feline infektiöse Peritonitis ist ab 16 Wochen zugelassen und wird in zwei Gaben im Abstand von drei Wochen verabreicht. Die Ständige Impfkommission empfiehlt ihn ausdrücklich nicht, weil die Wirksamkeit äußerst eingeschränkt ist.

Nebenwirkungen

Müdigkeit, leichtes Fieber und eine druckempfindliche Impfstelle für ein bis zwei Tage sind übliche Reaktionen. Hält eine Schwellung länger als drei Monate an, wächst sie oder misst sie mehr als zwei Zentimeter, gehört sie untersucht.

Hintergrund ist das feline Injektionsstellensarkom, ein bösartiger Tumor an der Injektionsstelle. Die Ständige Impfkommission beziffert das Risiko auf etwa einen Fall je 1.000 bis 10.000 Impfungen und empfiehlt adjuvansfreie Vektorimpfstoffe, um es zu senken.

Häufige Fragen

Muss eine reine Wohnungskatze geimpft werden?

Ja, die drei Kernimpfungen gelten für jede Katze. Panleukopenieviren gelangen über Schuhe und Kleidung in die Wohnung.

Was passiert, wenn ein Termin verpasst wurde?

Bei kurzer Überschreitung wird in der Regel normal weitergeimpft. Nach längerer Lücke entscheidet die Praxis über Nachimpfung oder Antikörperbestimmung.

Darf eine kranke Katze geimpft werden?

Geimpft wird nur ein klinisch gesundes Tier. Deshalb steht vor jeder Impfung die Untersuchung.

Was kostet die Impfung?

Die Gebühren richten sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte und unterscheiden sich je nach Praxis und Impfstoff.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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