Katze im Porträt

Bilder von Katzenrassen: 8 Rassen im Porträt erkennen

Kurzantwort: Auf einem Foto erkennst du eine Katzenrasse an vier Merkmalen: Körperbau, Kopfform, Fellänge und Ohren. Die Maine Coon zeigt Luchspinsel und einen buschigen Schwanz, die Britisch Kurzhaar ein rundes Gesicht mit kräftigen Wangen, die Siam einen keilförmigen Kopf mit dunklen Abzeichen, die Sphynx nackte Haut statt Fell. Alles andere — Farbe und Musterung — kommt bei fast jeder Rasse vor und hilft beim Bestimmen kaum weiter.

Wer Katzenbilder vergleicht, sucht meist eine Antwort auf dieselbe Frage: Was für eine ist das denn? Farbe führt dabei regelmäßig in die Irre. Getigert, schwarz, rot oder dreifarbig gibt es quer durch alle Rassen und ebenso bei Hauskatzen ohne Stammbaum.

Verlässlicher ist der Bauplan. Katzen lassen sich grob drei Typen zuordnen: dem gedrungenen, runden Typ mit kurzen Beinen, dem schlanken orientalischen Typ mit langen Linien und großen Ohren, und dem großen, kräftigen Typ mit halblangem Fell. Innerhalb dieser drei Gruppen entscheiden dann Details wie Ohrenform, Augenfarbe und Schwanzlänge.

Die folgenden acht Rassen decken den Großteil dessen ab, was in Deutschland fotografiert und gesucht wird. Bei jeder steht das Merkmal, an dem du sie auch auf einem mittelmäßigen Handybild wiedererkennst.

Maine Coon: Luchspinsel und Buschschwanz

Maine Coon mit Luchspinseln an den Ohren
Luchspinsel und buschiger Schwanz sind die auffälligsten Merkmale der Maine Coon. Foto: Kumweni, CC BY 2.0

Die Maine Coon stammt aus dem US-Bundesstaat Maine und gehört zu den größten Hauskatzenrassen. Auf Fotos fallen zuerst die Ohren auf: groß, hoch angesetzt und häufig mit Haarbüscheln an den Spitzen, den sogenannten Luchspinseln.

Dazu kommt ein langer, buschiger Schwanz, den das Tier oft waagerecht trägt, und ein halblanges Fell, das an Hals und Hinterbeinen deutlich länger wird als am Rücken. Der Körper wirkt rechteckig statt rund.

Verwechslungsgefahr besteht mit der Norwegischen Waldkatze. Die Maine Coon hat den kantigeren Kopf mit hohen Wangenknochen, die Norwegerin ein gleichmäßiges Dreieck im Profil.

Britisch Kurzhaar: rundes Gesicht, dichtes Plüschfell

Britisch Kurzhaar in Blau
Runder Kopf, kräftige Wangen, kurzes Plüschfell: die Britisch Kurzhaar. Foto: George E. Koronaios, CC BY-SA 4.0

Die Britisch Kurzhaar ist auf Bildern die runde Katze schlechthin. Runder Kopf, runde Augen, volle Wangen, kurze kräftige Beine, kurzer dicker Schwanz.

Das Fell steht vom Körper ab, statt anzuliegen. Die bekannteste Farbe ist ein gleichmäßiges Blaugrau mit kupferfarbenen Augen, doch die Rasse wird in vielen Farben gezüchtet.

Die Langhaarvariante derselben Rasse heißt Britisch Langhaar. Wer eine sehr runde Katze mit langem Fell sieht, hat meist diese vor sich und nicht eine Perserkatze.

Ragdoll: helle Grundfarbe, blaue Augen

Ragdoll mit blauen Augen
Ragdolls tragen eine helle Grundfarbe mit dunkler Maske und blaue Augen. Foto: Josh Couch itscouch, CC0

Ragdolls sind große, halblanghaarige Katzen mit hellem Körper und dunkleren Abzeichen an Gesicht, Ohren, Beinen und Schwanz. Diese Zeichnung heißt Point und entsteht dadurch, dass sich der Farbstoff nur an den kühleren Körperstellen bildet.

Das sicherste Merkmal sind die Augen: Ragdolls haben immer blaue Augen. Kittens kommen fast weiß zur Welt, die Zeichnung entwickelt sich über Monate.

Ähnlich sehen Heilige Birma und Perser-Colourpoint aus. Die Birma trägt weiße Pfoten, die sogenannten Handschuhe, der Perser hat ein deutlich flacheres Gesicht.

Siam und Orientalisch Kurzhaar: der schlanke Typ

Siamkatze mit Point-Zeichnung
Keilförmiger Kopf und große Ohren kennzeichnen den orientalischen Typ. Foto: Unspecified. Photo contributions to the book includes the au, Public domain

Der orientalische Typ ist das Gegenteil der Britisch Kurzhaar: langer schmaler Körper, lange Beine, dünner Schwanz, keilförmiger Kopf und auffällig große Ohren, die die Kopflinie nach oben fortsetzen.

Die Siamkatze trägt dazu die Point-Zeichnung und blaue Augen. Die Orientalisch Kurzhaar ist dieselbe Katze im selben Bauplan, aber durchgefärbt statt gepointet, meist mit grünen Augen.

Wenn eine Katze auf dem Bild wirkt, als hätte jemand sie in die Länge gezogen, ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit orientalischen Typs.

Bengal: geflecktes Fell mit Rosetten

Bengalkatze mit geflecktem Fell
Die Rosetten der Bengal erinnern an die Zeichnung wildlebender Katzen. Foto: Thomas Mayer 1968, CC BY-SA 4.0

Die Bengal geht auf Einkreuzungen mit der Asiatischen Leopardkatze zurück und trägt deshalb eine Zeichnung, die an wildlebende Katzen erinnert. Typisch sind Flecken oder zweifarbige Rosetten auf einem warm getönten Grund.

Das Fell liegt sehr kurz und glatt an und glänzt auf Fotos oft auffällig. Der Körper ist muskulös und lang, die Hinterbeine etwas höher als die Vorderbeine.

Getigerte Hauskatzen zeigen dagegen durchgehende Streifen statt einzelner Flecken. Sobald die Zeichnung in Punkte aufbricht, lohnt der zweite Blick.

Sphynx: nackte Haut statt Fell

Sphynx ohne Fell
Die Sphynx trägt statt Fell einen feinen Flaum auf faltiger Haut. Foto: Dmitry Makeev, CC BY-SA 4.0

Die Sphynx ist auf jedem Bild sofort erkennbar. Sie hat kein sichtbares Fell, sondern einen feinen Flaum, der sich wie Wildleder anfühlt. Die Haut liegt in Falten, besonders an Kopf, Schultern und Hals.

Dazu kommen sehr große Ohren, ausgeprägte Wangenknochen und ein kräftiger, bauchiger Körper. Die Farbe der Haut folgt dem Muster, das die Katze mit Fell hätte.

Die Zucht haarloser Katzen wird im Tierschutz kritisch gesehen, weil den Tieren der natürliche Schutz gegen Kälte, Sonne und Verletzungen fehlt.

Norwegische Waldkatze: halblanges Fell mit Halskrause

Norwegische Waldkatze
Halblanges, wasserabweisendes Fell und eine dichte Halskrause. Foto: NeoMeesje, CC BY-SA 4.0

Die Norwegische Waldkatze ist groß, kräftig und halblanghaarig. Im Winterfell trägt sie eine auffällige Halskrause und dichte Haarbüschel zwischen den Zehen.

Das Deckhaar ist glatt und wasserabweisend, darunter liegt dichte Unterwolle. Im Sommer verliert die Katze einen großen Teil davon und wirkt auf Bildern deutlich schlanker.

Die eng verwandte Sibirische Katze sieht ähnlich aus, hat aber einen runderen Kopf und wirkt insgesamt gedrungener.

Häufige Fragen zu Katzenrassen auf Bildern

Kann man die Rasse einer Katze sicher am Foto bestimmen?

Bei ausgeprägten Rassen wie Sphynx, Siam oder Maine Coon gelingt eine Einordnung meist. Sicherheit gibt aber nur ein Stammbaum. Viele Katzen mit rassetypischem Aussehen sind Mischlinge ohne Papiere.

Ist eine getigerte Katze eine eigene Rasse?

Nein. Getigert ist ein Fellmuster, keine Rasse. Es kommt bei Hauskatzen ebenso vor wie bei Maine Coon, Bengal oder Norwegischer Waldkatze.

Wie heißt die normale Hauskatze richtig?

Eine Katze ohne Stammbaum ist eine Hauskatze oder Mischling. Die anerkannte Rasse mit ähnlichem Aussehen heißt Europäisch Kurzhaar und wird gezielt gezüchtet.

Welche Rasse ist die größte?

Unter den klassischen Rassen führen Maine Coon, Norwegische Waldkatze und Ragdoll das Feld an. Noch größer werden Savannah-Katzen aus Kreuzungen mit dem Serval, die in Deutschland aber besonderen Auflagen unterliegen.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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