Rassekatze im Porträt

Rassekatzen: Papiere, seriöse Zucht und Kauf im Überblick

Kurzantwort: Eine Rassekatze ist eine Katze mit Stammbaum, ausgestellt von einem anerkannten Zuchtverband. Der Stammbaum weist die Vorfahren über mehrere Generationen nach. Ohne dieses Papier ist eine Katze auch dann keine Rassekatze, wenn sie genau wie eine aussieht. Für den Kauf zählen drei Dinge: der Stammbaum, die Gesundheitsnachweise der Elterntiere und ein Abgabealter von mindestens zwölf Wochen.

Der Begriff Rassekatze wird im Alltag großzügig verwendet. Eine getigerte Katze mit Pinselohren gilt schnell als Maine Coon, eine graue mit rundem Kopf als Britisch Kurzhaar. Zuchtrechtlich zählt aber nur die dokumentierte Abstammung.

Das hat einen praktischen Grund. Rassen werden über Generationen auf bestimmte Merkmale gezüchtet, und mit den Merkmalen vererben sich auch Krankheiten. Wer die Vorfahren kennt, kann gezielt gegensteuern.

Was ein Stammbaum belegt, welche Verbände ihn ausstellen und woran du eine seriöse Zucht erkennst, steht im Folgenden.

Rassekatze und Hauskatze: der Unterschied

Eine Hauskatze ohne Papiere ist genetisch bunt gemischt. Ihre Vorfahren sind unbekannt, ihr Aussehen ergibt sich aus dem Zufall der Paarung.

Bei einer Rassekatze ist die Abstammung dokumentiert. Der Zuchtverband führt Buch darüber, welches Tier von welchen Eltern stammt, und stellt dafür eine Ahnentafel aus.

Beide sind als Haustiere gleich gut geeignet. Der Unterschied liegt in der Vorhersehbarkeit: Bei einer Rassekatze weißt du ungefähr, wie groß sie wird, wie ihr Fell aussieht und welches Wesen typisch ist.

Was der Stammbaum belegt

Junge Britisch Kurzhaar
Die Britisch Kurzhaar gehört zu den meistgezüchteten Rassen in Deutschland. Foto: Takipoint123, CC BY-SA 4.0

Die Ahnentafel listet die Vorfahren über mehrere Generationen mit Namen, Zuchtbuchnummer und Farbcode. Dazu kommen Angaben zum Züchter und zum ausstellenden Verband.

Aus dieser Aufstellung lässt sich ablesen, wie eng die Elterntiere miteinander verwandt sind. Ein hoher Verwandtschaftsgrad erhöht das Risiko, dass sich Erbkrankheiten durchsetzen.

Eine Kopie ohne Verbandsstempel oder eine selbst gebastelte Liste ist kein Stammbaum. Im Zweifel lässt sich beim genannten Verband nachfragen, ob die Zuchtstätte dort geführt wird.

Die Zuchtverbände

International tonangebend sind die Fédération Internationale Féline, die World Cat Federation und die amerikanische The International Cat Association. Jeder Verband führt eigene Rassestandards und erkennt einen etwas anderen Rassenkatalog an.

Deshalb kursieren unterschiedliche Angaben darüber, wie viele Katzenrassen es gibt. Eine Rasse, die ein Verband führt, kann bei einem anderen noch nicht anerkannt sein.

In Deutschland sind die Zuchtstätten über Landes- und Dachverbände organisiert, die den internationalen Verbänden angeschlossen sind.

Für dich als Käufer ist vor allem eines wichtig: Der Verband muss überhaupt existieren und nachprüfbar sein. Wohlklingende Namen ohne Website, ohne Impressum und ohne Mitgliederliste sind in der Regel Eigenkonstruktionen einzelner Vermehrer.

Woran du eine seriöse Zucht erkennst

Kitten in einem Korb
Seriöse Züchter geben Kitten frühestens mit zwölf Wochen ab. Foto: 0x010C, CC BY-SA 2.0

Der wichtigste Punkt lässt sich nicht am Telefon klären: Du solltest die Kitten bei der Mutter im Haushalt sehen dürfen, nicht an einem neutralen Ort oder auf einem Parkplatz.

Weitere Merkmale einer ordentlichen Zucht:

  • Abgabe frühestens mit zwölf Wochen, geimpft, entwurmt und gechipt
  • Stammbaum eines anerkannten Verbands, im Original
  • Gesundheitsnachweise der Elterntiere, je nach Rasse Gentests oder Ultraschallbefunde
  • ein schriftlicher Kaufvertrag
  • Rückfragen des Züchters an dich, statt nur an dein Geld

Warnsignale sind mehrere Rassen gleichzeitig im Angebot, ständig verfügbare Würfe, sehr junge Kitten und Übergaben im Ausland oder an der Autobahn.

Was Zucht rechtlich verlangt

Wer gewerbsmäßig mit Wirbeltieren züchtet oder handelt, braucht nach § 11 des Tierschutzgesetzes eine Erlaubnis der zuständigen Behörde. Die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Tierschutzgesetz nennt für Katzen als Richtwert fünf oder mehr fortpflanzungsfähige Tiere beziehungsweise fünf oder mehr Würfe im Jahr.

Ein Mindestabgabealter schreibt das Bundesrecht bei Katzen nicht vor — anders als bei Hunden, für die die Tierschutz-Hundeverordnung acht Wochen festlegt. Die zwölf Wochen sind eine Regel der Zuchtverbände, keine gesetzliche Pflicht.

Unabhängig davon gilt § 11b des Tierschutzgesetzes. Er verbietet Zuchtformen, bei denen Nachkommen Schmerzen, Leiden oder Schäden zu erwarten haben. Betroffen sind unter anderem extrem kurzköpfige Katzen und Zuchten mit fehlenden Tasthaaren.

Ein seriöser Züchter kann erklären, wie er mit diesen Vorgaben umgeht, statt sie als Formalie abzutun.

Erbkrankheiten je nach Rasse

Jede Rasse bringt eigene Risiken mit. Bei Maine Coon und Ragdoll steht die hypertrophe Kardiomyopathie im Vordergrund, eine Erkrankung des Herzmuskels. Bei Perser und Britisch Kurzhaar ist es die polyzystische Nierenerkrankung.

Für einen Teil dieser Erkrankungen gibt es Gentests, für andere nur regelmäßige Untersuchungen der Zuchttiere. Beides kostet den Züchter Geld und schlägt sich im Preis nieder.

Frag konkret nach Befunden der Elterntiere und lass dir die Unterlagen zeigen. Eine mündliche Zusicherung, es gebe in der Linie keine Probleme, ist kein Nachweis.

Was eine Rassekatze kostet

Der Preis richtet sich nach Rasse, Verband und Verwendungszweck. Tiere, die als Haustier abgegeben werden, sind günstiger als solche mit Zuchtrecht.

Auffällig günstige Angebote sind ein Warnzeichen. Untersuchungen, Impfungen, Gentests und gutes Futter verursachen Kosten, die ein ernsthafter Züchter nicht unterbieten kann.

Wer keinen Wert auf einen Stammbaum legt, findet im Tierheim ständig Katzen jeden Alters — kastriert, geimpft und mit bekanntem Wesen.

Der Kaufpreis ist ohnehin der kleinere Posten. Über ein Katzenleben von fünfzehn Jahren und mehr summieren sich Futter, Streu, Impfungen, Entwurmung und Zahnbehandlungen auf ein Vielfaches. Dazu kommen Kosten, die sich nicht planen lassen: eine Operation nach einem Unfall oder die Behandlung einer chronischen Erkrankung im Alter.

Häufige Fragen

Ist eine Katze ohne Papiere weniger wert?

Als Haustier nicht. Der Stammbaum sagt etwas über die Abstammung aus, nichts über Charakter oder Gesundheit des einzelnen Tieres.

Warum geben seriöse Züchter Kitten erst mit zwölf Wochen ab?

Bis dahin lernen die Jungtiere von Mutter und Wurfgeschwistern das Sozialverhalten, und die Grundimmunisierung ist weit genug fortgeschritten.

Kann man einen Stammbaum nachträglich bekommen?

Nein. Er wird über die eingetragene Abstammung der Elterntiere erstellt. Fehlt sie, lässt sie sich später nicht rekonstruieren.

Sind Rassekatzen kränker als Hauskatzen?

Pauschal nicht. Enge Zuchtlinien erhöhen aber das Risiko bestimmter Erbkrankheiten. Genau dagegen arbeiten Gentests und Zuchtauflagen der Verbände.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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