Katze beim Tierarzt

Impfung Katze: Was die Gebührenordnung vorschreibt

Aktualisiert am 29.09.2026 · Lesezeit 6 Min.

Kurzantwort: Feste Preise für eine Katzenimpfung gibt es nicht — die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT) kennt nur Einzelpositionen. Für eine Impfung fallen an: die allgemeine Untersuchung (23,62 Euro netto), die Injektion (11,50 Euro netto) und auf Wunsch die Impfbescheinigung (6,16 Euro netto). Dazu kommen der Impfstoff und 19 Prozent Umsatzsteuer.

Wer nach dem Preis einer Katzenimpfung sucht, findet im Netz Spannen von 40 bis 80 Euro. Belegt ist davon nichts.

Die Bundestierärztekammer schreibt dazu ausdrücklich, sie könne „keine pauschalen Preise angeben, sondern nur die Gebühr für die einzelnen Behandlungsschritte“.

Was sich belegen lässt, sind die Positionen der GOT. Sie stehen unten mit Nummer und Betrag.

Was auf der Rechnung steht

Kitten beim Tierarzt
Die Grundimmunisierung beginnt in der achten Lebenswoche. Foto: unbekannt, CC0

Die GOT ist seit dem 22. November 2022 in Kraft und listet über tausend Einzelleistungen. Für eine Impfung sind drei davon einschlägig.

Position 16, die allgemeine Untersuchung mit Beratung bei Hund, Katze und Frettchen, steht mit 23,62 Euro im einfachen Satz.

Position 221, die Injektion, steht mit 11,50 Euro. Eine eigene Position „Schutzimpfung“ für Katzen gibt es nicht — der Abschnitt Schutzimpfungen in der GOT betrifft ausschließlich Geflügel.

Der Gebührenrahmen

Die genannten Beträge sind der einfache Satz. Nach Paragraf 2 der GOT darf die Praxis das Einfache bis Dreifache ansetzen, nach billigem Ermessen und mit Blick auf Schwierigkeit, Zeitaufwand, Zeitpunkt und örtliche Verhältnisse.

Aus 23,62 Euro werden im dreifachen Satz also 70,86 Euro, aus 11,50 Euro werden 34,50 Euro.

Den einfachen Satz zu unterschreiten oder den dreifachen zu überschreiten ist nur zulässig, wenn das vorher in Textform vereinbart wurde.

Umsatzsteuer und Impfstoff

Alle Beträge der GOT sind Nettobeträge. Paragraf 1 Absatz 3 stellt klar, dass die Umsatzsteuer nicht enthalten ist. Für tierärztliche Leistungen gilt der Regelsatz von 19 Prozent.

Der Impfstoff selbst ist in den Gebühren nicht enthalten. Nach Paragraf 7 dürfen Arzneimittel und verbrauchtes Material zusätzlich berechnet werden, die Preisbildung richtet sich nach der Arzneimittelpreisverordnung.

Die Tierärztekammer Nordrhein weist ausdrücklich darauf hin, dass in den GOT-Beträgen weder Medikamente noch Verbrauchsmaterial stecken. Was der Impfstoff kostet, veröffentlicht keine der zuständigen Stellen.

Die Impfbescheinigung

Position 87 der GOT ist die Impfbescheinigung mit 6,16 Euro im einfachen Satz.

Hier kursiert ein verbreiteter Fehler: Viele Ratgeberseiten setzen 17 Euro an. Das ist Position 88, die sonstige Bescheinigung, und damit die falsche Ziffer.

Ohne vollständige Eintragung mit Datum, Impfstoff, Chargennummer und Unterschrift gilt eine Impfung bei Reisen und in Pensionen als nicht nachgewiesen.

Notdienst

Außerhalb der Sprechzeiten gilt ein anderer Rahmen: Paragraf 4 der GOT hebt die Sätze auf das Zweifache bis Vierfache an.

Dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 Euro netto, also 59,50 Euro mit Umsatzsteuer. Sie fällt je Angelegenheit nur einmal an, auch wenn mehrere Tiere desselben Halters versorgt werden.

Als Nacht gilt die Zeit von 18 bis 8 Uhr, als Wochenende die Zeit von freitags 18 Uhr bis montags 8 Uhr. Impfungen sind keine Notfälle und gehören in reguläre Termine.

Warum es keine Pauschale gibt

Die Tierärztekammer Nordrhein formuliert es so: Das Gebührenverzeichnis enthält keine Endpreise für Behandlungen, die Einzelschritte werden nach dem Baukastenprinzip zusammengesetzt.

Die Bundestierärztekammer ergänzt, ein Kostenvoranschlag wie beim Handwerker sei nicht möglich.

Wer trotzdem eine Summe nennen will, addiert die Positionen selbst — und muss dazusagen, dass Impfstoff und Steuersatz noch fehlen.

Grundimmunisierung beim Kitten

Sie beginnt in der achten Lebenswoche und umfasst Termine in der 8., 12. und 16. Woche.

Geimpft wird gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, bei Freigängern zusätzlich gegen Leukose und Tollwut.

Jeder dieser Termine löst dieselben Positionen aus: Untersuchung, Injektion, gegebenenfalls Bescheinigung, dazu der Impfstoff.

Katzenseuche

Die Panleukopenie ist eine schwere Viruserkrankung mit hoher Sterblichkeit bei jungen Tieren.

Der Impfstoff ist gut verträglich und schützt zuverlässig.

Diese Impfung gilt für jede Katze als Pflicht, auch für reine Wohnungskatzen.

Katzenschnupfen

Hinter dem Begriff stehen mehrere Erreger, vor allem Herpes- und Caliciviren.

Die Impfung verhindert die Infektion nicht vollständig, mildert den Verlauf aber deutlich.

Auch Wohnungskatzen brauchen sie, weil Erreger über Schuhe und Kleidung ins Haus kommen.

Leukose

Die Impfung gegen das feline Leukämievirus ist für Freigänger sinnvoll und für Wohnungskatzen entbehrlich.

Vor der Erstimpfung sollte ein Test zeigen, dass die Katze nicht bereits infiziert ist.

Der Test ist eine eigene Laborleistung und wird zusätzlich berechnet.

Tollwut

Katze in einer Transportbox
Für Reisen in der EU sind Tollwutimpfung, Chip und Heimtierausweis Pflicht. Foto: Rochelle Hartman, CC BY 4.0

Tollwut ist in Deutschland bei Haustieren getilgt, die Impfung bleibt aber für Reisen Pflicht.

Für die Einreise in andere EU-Länder braucht die Katze Chip, gültige Tollwutimpfung und Heimtierausweis.

Die Impfung muss mindestens 21 Tage vor der Reise erfolgen. Abgerechnet wird sie wie jede andere Injektion nach Position 221.

Auffrischungen

Nach der Grundimmunisierung folgt die erste Auffrischung nach einem Jahr.

Danach wird je nach Impfstoff und Lebensweise alle ein bis drei Jahre nachgeimpft.

Auch dabei fallen Untersuchung und Injektion nach denselben Positionen an.

Wohnungskatze oder Freigänger

Für Wohnungskatzen gelten Katzenseuche und Katzenschnupfen als Standard.

Freigänger brauchen zusätzlich Leukose, und Tollwut, wenn Reisen anstehen.

Eine gesetzliche Impfpflicht für Tierpensionen gibt es nicht — weder das Tierschutzgesetz noch die zugehörige Verwaltungsvorschrift erwähnen Impfungen. Verlangt eine Pension einen Nachweis, ist das eine Aufnahmebedingung des Betriebs.

Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfiehlt allerdings, für eine kurzzeitige Unterbringung eine vollständige Impfung gegen die Core-Komponenten zur Voraussetzung zu machen. Core sind bei der Katze Panleukopenie, Calicivirus und Herpesvirus.

Kombinationsimpfstoffe

Mehrere Komponenten in einer Spritze bedeuten eine Injektion statt mehrerer — die Position 221 fällt dann nur einmal an.

Der Impfstoff selbst kann teurer sein als ein Einzelimpfstoff. Welche Variante am Ende günstiger ist, hängt vom Präparat ab.

Ob eine Kombination medizinisch sinnvoll ist, entscheidet sich nach Alter und Gesundheitszustand, nicht nach dem Preis.

Wann nicht geimpft wird

Kranke, fiebernde oder stark geschwächte Katzen werden nicht geimpft.

Auch bei akutem Wurmbefall wird zuerst entwurmt, sonst fällt die Immunantwort schwächer aus.

Trächtige Katzen bekommen nur Impfstoffe, die dafür ausdrücklich zugelassen sind.

Reaktionen nach der Impfung

Müdigkeit, leichtes Fieber und eine kleine Schwellung an der Einstichstelle sind normal und klingen in ein bis zwei Tagen ab.

Eine Schwellung, die nach drei Wochen noch besteht oder größer als zwei Zentimeter ist, gehört kontrolliert.

Schwere allergische Reaktionen sind selten und treten meist innerhalb der ersten Stunde auf.

Was du beeinflussen kannst

Den Gebührensatz nicht — der liegt im Ermessen der Praxis. Den Zeitpunkt schon: Wer einen regulären Termin nimmt statt des Notdienstes, bleibt im einfachen bis dreifachen Rahmen statt im zweifachen bis vierfachen und spart die Notdienstgebühr.

Ebenfalls beeinflussbar ist der Umfang: Ein an die Lebensweise angepasster Impfplan vermeidet Impfungen, die eine Wohnungskatze nicht braucht.

Nicht sparen lässt sich an der Untersuchung vor der Impfung. Sie ist der Grund, warum eine Impfung überhaupt vertretbar ist.

Impfung und Versicherung

Viele Krankenversicherungen für Katzen erstatten Impfungen im Rahmen eines Vorsorgebudgets.

Umgekehrt setzen fast alle Anbieter einen aktuellen Impfschutz voraus, sonst entfällt der Schutz bei Infektionskrankheiten.

Ein Blick in die Bedingungen lohnt sich vor dem Abschluss.

Was sich an dieser Einschätzung ändern kann

Die GOT von 2022 wurde bisher einmal geändert, im März 2023, und zwar an einer Position zur Bestrahlungstherapie. Die hier genannten Ziffern waren davon nicht betroffen.

Das Bundesministerium hat 2025 eine Evaluierung der Novelle angestoßen, Ergebnisse werden für Ende 2026 erwartet.

Bis dahin gilt die Fassung, auf der dieser Text beruht.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Vanessa fuer haustiergesundheit.net. Angaben zu Dosierung und Symptomen stammen aus tieraerztlichen Quellen.

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