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Kurzantwort: Katzenschnupfen beginnt meist mit Niesen, wässrigem Nasen- und Augenausfluss sowie Appetitlosigkeit. Nach zwei bis drei Tagen wird der Ausfluss dickflüssiger, dazu kommen oft Bindehautentzündung, Fieber und bei Calicivirus-Beteiligung schmerzhafte Geschwüre auf Zunge oder Gaumen. Ausgelöst wird das Krankheitsbild überwiegend durch das feline Herpesvirus (FHV-1) und das feline Calicivirus (FCV), seltener durch Bakterien wie Bordetella bronchiseptica oder Chlamydophila felis. Frisst eine Katze wegen verstopfter Nase oder wunder Schleimhäute mehr als einen Tag lang nicht, ist ein Tierarztbesuch angezeigt.
Katzenschnupfen zählt zu den häufigsten Infektionskrankheiten bei Hauskatzen und breitet sich vor allem dort schnell aus, wo viele Tiere zusammenleben: Tierheime, Zuchten und Mehrkatzenhaushalte. Wer die einzelnen Anzeichen kennt, kann früher reagieren und schwerere Verläufe abwenden.
Dieser Artikel ordnet die Symptome nach ihrem typischen zeitlichen Verlauf und erklärt, welche Anzeichen für welchen Erreger sprechen.
Die ersten Anzeichen: Niesen, Tränen, Appetitlosigkeit
Am Anfang stehen meist unspezifische Symptome, die Halter leicht mit einer gewöhnlichen Erkältung verwechseln: häufigeres Niesen, klarer, wässriger Nasenausfluss, tränende Augen und ein nachlassender Appetit. Manche Katzen wirken in dieser Phase schon apathischer und ziehen sich zurück. Fieber kann bereits jetzt auftreten, wird aber wegen des unauffälligen Verhaltens oft erst später bemerkt. Wer regelmäßig die Körpertemperatur misst, erkennt erhöhte Werte ab etwa 39,5 Grad Celsius, normal liegt eine Katze zwischen 38 und 39 Grad. Auch häufiges Blinzeln oder Pfoten, mit denen sich die Katze über die Augen wischt, gehören zu den frühen, leicht zu übersehenden Anzeichen.
Nach zwei bis drei Tagen: sichtbare Verschlechterung
Verstärkt sich die Erkrankung, wird der Nasen- und Augenausfluss dickflüssiger und oft eitrig-gelblich. Eine Bindehautentzündung mit geschwollenen, geröteten Lidern kommt häufig hinzu, in schweren Fällen verkleben die Augen so stark, dass die Katze sie kaum öffnen kann. Die verstopfte Nase erschwert zusätzlich das Riechen, was den Appetit weiter senkt, da Katzen Futter stark über den Geruch wahrnehmen. Die verklebten Augen führen dazu, dass Katzen sie kaum noch öffnen, ein warmer, feuchter Lappen hilft, die Krusten vorsichtig zu lösen, ersetzt aber keine tierärztliche Behandlung, wenn der Ausfluss eitrig bleibt.
Geschwüre im Maul: Hinweis auf Calicivirus
Schmerzhafte Geschwüre auf Zunge, Gaumen oder Nasenspiegel sprechen für eine Beteiligung des felinen Calicivirus. Sie erschweren das Fressen zusätzlich und sind oft der Grund, warum betroffene Katzen trotz Hunger kaum noch Futter aufnehmen. Manche Calicivirus-Stämme lösen zudem eine vorübergehende Lahmheit aus, weil sie die Gelenke mit betreffen.
Herpesvirus: Augenbeteiligung im Vordergrund
Steht dagegen das feline Herpesvirus im Vordergrund, zeigen sich die Symptome stärker an den Augen: Bindehautentzündung, Hornhautentzündung (Keratitis) und in ausgeprägten Fällen kleine, verzweigte Geschwüre auf der Hornhaut. Bei Katzenwelpen kann eine unbehandelte Herpesvirus-Infektion die Augen dauerhaft schädigen, weshalb frühzeitige tierärztliche Behandlung besonders bei Jungtieren wichtig ist. Vernarbt die Hornhaut, kann das Sehvermögen dauerhaft eingeschränkt bleiben, weshalb Tierärzte bei jungen Kitten mit auffällig geröteten, tränenden Augen meist rasch behandeln, statt abzuwarten.

Wenn Bakterien hinzukommen
Eine ursprünglich virale Infektion öffnet die Schleimhäute oft für bakterielle Sekundärinfektionen. Kommt Bordetella bronchiseptica hinzu, tritt häufig Husten auf, begünstigt durch beengte Haltung, schlechte Belüftung und Stress. Bei Chlamydophila felis steht dagegen meist eine hartnäckige, oft einseitig beginnende Bindehautentzündung im Vordergrund, die sich über Wochen hinziehen kann, wenn sie nicht antibiotisch behandelt wird. Anders als bei den Viren hilft gegen die bakteriellen Erreger ein gezieltes Antibiotikum, weshalb eine tierärztliche Abklärung hier den Verlauf deutlich verkürzen kann.
Welpen und geschwächte Katzen: höheres Risiko
Bei Kitten, alten Katzen und Tieren mit geschwächtem Immunsystem, etwa durch FIV oder FeLV, verlaufen die Symptome häufig heftiger und schneller lebensbedrohlich. Anhaltende Appetitlosigkeit ist bei ihnen besonders riskant, weil sie schneller in eine gefährliche Stoffwechsellage geraten können. Bei diesen Tieren sollte bereits bei den ersten Anzeichen ein Tierarzt aufgesucht werden, statt abzuwarten. Auch nach überstandener Infektion bleiben viele Katzen lebenslang Träger der Viren und zeigen bei Stress, etwa durch Umzug oder einen neuen Mitbewohner, erneut milde Anzeichen wie gelegentliches Niesen oder leicht tränende Augen.
Wann die Anzeichen einen sofortigen Tierarztbesuch verlangen
Ein Tierarztbesuch ist angezeigt, wenn die Katze länger als einen Tag nichts frisst, wenn die Atmung hörbar rasselt oder erschwert wirkt, wenn hohes Fieber auftritt oder wenn die Augen so stark verkleben, dass sie sich nicht mehr öffnen lassen. Auch anhaltende Symptome über mehr als eine Woche ohne Besserung sollten abgeklärt werden, weil sich dahinter eine bakterielle Sekundärinfektion oder eine andere Grunderkrankung verbergen kann.
Wie die Diagnose beim Tierarzt abläuft
In der Praxis stützt sich die Diagnose meist auf das typische Symptombild: Nasen- und Augenausfluss, Niesen und gegebenenfalls Maulgeschwüre reichen für eine erste Einschätzung häufig aus. Bei unklaren oder chronischen Verläufen können Abstriche aus Rachen oder Augen Aufschluss darüber geben, welcher Erreger tatsächlich beteiligt ist, was die gezielte Behandlung erleichtert. Ein PCR-Test aus einem solchen Abstrich weist die Erbinformation von Herpes- oder Calicivirus direkt nach und liefert innerhalb weniger Tage ein Ergebnis, das gerade bei chronischen oder untypischen Verläufen weiterhilft.
Ansteckungsgefahr für andere Katzen
Katzenschnupfen ist hoch ansteckend und überträgt sich über direkten Kontakt, Nasen- und Augensekret sowie indirekt über gemeinsam genutzte Näpfe, Decken oder die Hände des Halters. Direkter Kontakt über mehrere Meter Entfernung reicht dafür nicht aus, doch schon ein gemeinsam genutzter Napf genügt, um das Virus zu übertragen. In Mehrkatzenhaushalten lohnt sich deshalb bei den ersten Anzeichen eine vorübergehende Trennung der erkrankten Katze von gesunden Artgenossen, bis die Symptome abgeklungen sind. Die Inkubationszeit liegt meist zwischen zwei und sechs Tagen, sodass Anzeichen bei neu eingezogenen Katzen oft erst nach der ersten Eingewöhnungswoche auffallen.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







