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Kurzantwort: Genetisch gibt es bei Katzen nur zwei Fellvarianten: kurz oder lang, wobei langes Fell rezessiv vererbt wird. Als echte Langhaarrasse gilt im engeren Sinn vor allem die Perserkatze mit ihren Varianten Colourpoint und Exotic Longhair. Umgangssprachlich zählen daneben viele Halblanghaar-Rassen dazu, die für Zuchtverbände eine eigene Kategorie bilden, darunter Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Sibirische Katze, Ragdoll, Britisch Langhaar, Türkisch Angora, Heilige Birma und Balinese. Alle diese Rassen haben gemeinsam, dass ihr Fell deutlich mehr Pflege braucht als das einer Kurzhaarkatze, meist in Form von regelmäßigem Bürsten mehrmals pro Woche.
Wer nach „Langhaar-Katzenrassen“ sucht, meint in der Praxis fast immer beides: die genetisch echten Langhaarkatzen und die zahlreichen Halblanghaar-Rassen mit ihrem oft ebenso üppigen, aber etwas kürzeren Fell. Zuchtverbände wie die FIFe unterscheiden beide Kategorien exakt, weil sich Fellstruktur und Pflegeaufwand unterscheiden.
Dieser Überblick stellt die bekanntesten Rassen aus beiden Kategorien vor und erklärt, worauf es bei der Pflege ankommt.
Genetik: nur kurzes oder langes Fell
Bei der Hauskatze gibt es aus genetischer Sicht ausschließlich zwei Fellvarianten, kurz oder lang, wobei die Anlage für langes Fell rezessiv vererbt wird. Damit eine Katze langes Fell zeigt, muss sie das entsprechende Gen von beiden Elterntieren geerbt haben. Zuchtverbände unterscheiden zusätzlich zwischen „Langhaar“ im engeren Sinn und „Halblanghaar“, eine Einteilung, die sich weniger an der Genetik als an der tatsächlichen Felllänge und -struktur der jeweiligen Rasse orientiert. Für Zuchtverbände wie die FIFe ist diese Unterscheidung mehr als eine Formalie: Sie entscheidet mit darüber, in welcher Wertungsgruppe eine Katze bei Ausstellungen antritt und nach welchem Rassestandard sie beurteilt wird.
Perser: die klassische Langhaarkatze
Die Perserkatze gilt unter den großen Zuchtverbänden als die eigentliche Langhaarrasse schlechthin. Kennzeichnend sind ihr extrem dichtes, langes Fell, der kompakte, rundliche Körperbau und der markant flache Kopf mit kurzer Nase. Aus der Perserzucht gingen auch die farbpunktierte Colourpoint-Perser (Himalaya-Katze) sowie die Exotic Longhair hervor, die genetisch eng mit der Perser verwandt ist. Das dichte Fell verfilzt ohne regelmäßiges Bürsten schnell, besonders in Achseln und hinter den Ohren.

Maine Coon: die sanfte Riesin
Die Maine Coon zählt zu den größten Hauskatzenrassen überhaupt und stammt ursprünglich aus dem US-Bundesstaat Maine, wo ihr wetterfestes, halblanges Fell vor Kälte und Nässe schützte. Charakteristisch sind die buschige Rute, die Pinselohren und ein ruhiges, freundliches Wesen, das die Rasse auch für Familien beliebt macht. Ihr Fell ist zwar dicht, aber weniger wollig als das der Perser und dadurch etwas pflegeleichter.

Norwegische Waldkatze und Sibirische Katze
Beide Rassen entwickelten ihr dichtes Doppelfell mit wasserabweisender Deckhaar-Schicht als Anpassung an raues, kaltes Klima. Die Norwegische Waldkatze stammt aus Skandinavien und gilt als robust, klettert gern und wechselt im Frühjahr und Herbst besonders stark das Fell. Die Sibirische Katze aus Russland ähnelt ihr in Statur und Felltyp, wird aber wegen ihres vergleichsweise niedrigen Gehalts am Hauptallergen Fel d 1 häufig als möglicherweise verträglicher für Allergiker beworben, auch wenn das keine Garantie für Beschwerdefreiheit bedeutet. Beide Rassen zählen zu den robusteren Langhaarkatzen und benötigen trotz ihres dichten Unterfells vergleichsweise wenig Pflegeaufwand außerhalb der Fellwechselzeit.
Somali und Nebelung: die selteneren Langhaarrassen
Die Somali ist im Grunde die langhaarige Variante der Abessinierkatze, mit demselben getickten, fuchsartig wirkenden Fell, nur in langer Ausführung mit auffällig buschiger Rute. Die Nebelung wiederum gilt als langhaarige Verwandte der Russisch Blau, mit demselben blaugrauen Fell und smaragdgrünen Augen, aber deutlich seltener anzutreffen als die bekannteren Langhaarrassen. Beide Rassen bleiben züchterisch Nischenrassen mit überschaubaren Populationszahlen im Vergleich zu Maine Coon oder Perser.
Ragdoll: ruhig und anhänglich
Die Ragdoll wurde in den 1960er-Jahren in Kalifornien gezüchtet und ist für ihr besonders ruhiges, anhängliches Wesen bekannt, das ihr den Beinamen der Lumpenpuppen-Katze einbrachte, weil sie sich beim Hochheben oft komplett entspannt. Das halblange, seidige Fell neigt weniger zum Verfilzen als das der Perser, braucht aber dennoch regelmäßiges Bürsten, besonders am Bauch und an den Hinterbeinen.
Britisch Langhaar und Türkisch Angora
Die Britisch Langhaar ist die langhaarige Variante der Britisch Kurzhaar und teilt mit ihr den kompakten, kräftigen Körperbau und das ruhige Wesen. Die Türkisch Angora dagegen zählt zu den ältesten bekannten Langhaarrassen und stammt aus der Region um Ankara. Sie ist deutlich schlanker und agiler als die britischen Rassen, mit feinerem, weniger dichtem Fell, das seltener verfilzt.
Heilige Birma und Balinese
Die Heilige Birma zeigt wie die Siamkatze eine Point-Zeichnung, dazu weiße Pfoten, gepaart mit langem, seidigem Fell ohne dichte Unterwolle, was die Fellpflege im Vergleich zur Perser erleichtert. Die Balinese ist im Grunde die langhaarige Variante der Siamkatze, schlank, elegant und ebenso gesprächig wie ihre kurzhaarige Verwandte, nur mit einem seidig-langen statt kurzem Fell.
Was langes Fell an Pflege braucht
Alle hier vorgestellten Rassen brauchen regelmäßiges Bürsten, bei dicht unterwolligen Rassen wie Perser und Maine Coon am besten mehrmals wöchentlich, bei Rassen mit weniger Unterwolle wie Balinese oder Türkisch Angora reicht oft ein wöchentlicher Rhythmus. Besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst steigt der Pflegeaufwand spürbar, weil sich sonst Verfilzungen bilden, die im schlimmsten Fall nur noch durch Scheren zu entfernen sind. Langes Fell bringt außerdem ein höheres Risiko für Haarballen mit sich, weil beim Putzen mehr Haare verschluckt werden. Rassen mit stark verkürzter Nase wie die Perser brauchen zusätzlich regelmäßige Augenreinigung, weil Tränenflüssigkeit bei ihnen wegen der Kopfform schlechter abfließt und das Fell um die Augen sonst leicht verklebt und verfärbt.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







