Sphynx-Katze mit nahezu haarloser Haut

Katzenrassen, die nicht haaren: Die Rex-Rassen und Sphynx

Kurzantwort: Eine Katzenrasse, die wirklich vollständig haarfrei ist, gibt es nicht. Auch die Sphynx trägt einen feinen Flaum am ganzen Körper. Als besonders wenig haarend gelten trotzdem die Rex-Rassen wie Cornish Rex, Devon Rex und Selkirk Rex, weil ihnen die dichte Unterwolle fehlt, die bei anderen Rassen für den Großteil der sichtbaren Haare sorgt. Auch die Sibirische Katze wird häufig genannt, weniger wegen ihrer Haarmenge als wegen eines vergleichsweise niedrigen Gehalts am Hauptallergen Fel d 1. Wenig Haare bedeuten dabei nicht automatisch, dass eine Rasse für Allergiker unbedenklich ist, da das Allergen Fel d 1 auch über Haut und Speichel verbreitet wird.

„Katze, die nicht haart“ ist eine der meistgesuchten Fragen rund um Katzenrassen, meist gestellt von Menschen, die sich wegen Haaren auf der Couch oder einer Allergie in der Familie unsicher sind, ob eine Katze überhaupt infrage kommt.

Dieser Überblick stellt die Rassen vor, die tatsächlich am wenigsten sichtbare Haare verlieren, und erklärt, wo die Grenzen dieses Versprechens liegen.

Warum „gar nicht haaren“ so nicht stimmt

Jede Katze, auch eine nahezu unbehaarte Sphynx, verliert in irgendeiner Form Hautzellen und feine Härchen. Was sich tatsächlich unterscheidet, ist die Menge an sichtbarem Fell, das sich auf Möbeln, Kleidung und im Haushalt verteilt. Rassen mit wenig oder ganz ohne Unterwolle hinterlassen dadurch deutlich weniger auffällige Haarbüschel als dicht befellte Rassen wie Perser oder Maine Coon. Für die Wohnungsreinigung macht dieser Unterschied einen spürbaren Alltagsunterschied, auch wenn er biologisch betrachtet eher graduell als absolut ist.

Sphynx: die bekannteste nahezu haarlose Rasse

Die Sphynx gilt als die bekannteste Rasse ohne sichtbares Fell, ist bei genauerem Hinsehen aber nicht wirklich kahl: Ein feiner, kaum spürbarer Flaum bedeckt den gesamten Körper. Weil ihr das schützende Fell fehlt, produziert ihre Haut mehr Talg als bei behaarten Rassen üblich, der normalerweise über das Fell verteilt würde. Deshalb braucht die Sphynx regelmäßiges Baden und ist ohne Sonnenschutz anfällig für Sonnenbrand, besonders bei hellen Fellfarben. Auch Kälte macht ihr ohne wärmende Kleidung oder warme Rückzugsorte stärker zu schaffen als einer dicht befellten Rasse.

Woher der Mythos vom „hypoallergenen“ Kater stammt

Der Begriff „hypoallergen“ suggeriert eine Garantie, die keine Katzenrasse tatsächlich bieten kann. Fel d 1 kommt bei praktisch allen Hauskatzen vor, wenn auch in unterschiedlicher Menge, und selbst eine Rasse mit vergleichsweise niedrigem Allergengehalt kann bei empfindlichen Menschen weiterhin Beschwerden auslösen. Seriöse Züchter sprechen deshalb eher von möglicherweise besser verträglichen als von hypoallergenen Rassen.

Devon-Rex-Katze mit lockigem, kurzem Fell
Rex-Rassen haben nur wenig Unterwolle und verlieren dadurch weniger sichtbare Haare. Foto: Sonja Pauen Stanhopea, CC BY 4.0

Cornish Rex und Devon Rex

Beide Rex-Rassen haben ein feines, lockiges Fell mit wenig bis kaum vorhandener Unterwolle, wodurch deutlich weniger Haare sichtbar in der Wohnung landen als bei Rassen mit dichtem Doppelfell. Die Devon Rex hat mit ihrem besonders spärlichen Fell keinen ausgeprägten Fellwechsel und verteilt dadurch auch weniger Allergene im Haushalt. Bei der Cornish Rex gehen Quellen zum tatsächlichen Fel-d-1-Gehalt auseinander, weshalb Allergiker die Rasse vor der Anschaffung idealerweise selbst testen sollten. Beide Rassen benötigen zudem regelmäßiges Abwischen der Haut mit einem feuchten Tuch, weil auch bei ihnen Talg und Hautschuppen sich sonst auf Möbeln absetzen können.

Selkirk Rex und LaPerm: lockiges statt glattes Fell

Die Selkirk Rex und die LaPerm tragen ein gelocktes Fell, das lose Haare eher im Lockengeflecht zurückhält, statt sie sofort in der Wohnung zu verteilen. Anders als Cornish und Devon Rex haben beide Rassen aber weiterhin eine vollständige Unterwolle und gelten deshalb pflegetechnisch eher als Halblanghaar- oder Kurzhaarrassen mit auffälliger Fellstruktur, nicht als besonders wenig haarende Rassen im engeren Sinn. Für Allergiker bringen sie deshalb auch keinen nennenswerten Vorteil gegenüber glatthaarigen Kurzhaarrassen.

Sibirische Katze: wenig Fel d 1 trotz dichtem Fell

Die Sibirische Katze haart trotz ihres dichten, wetterfesten Doppelfells nach gängiger Einschätzung vergleichsweise wenig und stößt zudem geringere Mengen des Hauptallergens Fel d 1 aus als viele andere Rassen, ein Erbe ihres Ursprungs im kalten sibirischen Klima. Weil sie trotzdem ein volles Fell trägt, eignet sie sich eher für Halter, denen weniger Allergenbelastung wichtiger ist als möglichst wenig sichtbares Haar in der Wohnung.

Fel d 1 und Haarmenge: zwei verschiedene Fragen

Das Hauptallergen Fel d 1 wird über die Haut- und Speicheldrüsen der Katze gebildet und gelangt über das Putzen und abgestoßene Hautschuppen in die Umgebung, nicht nur über sichtbare Haare. Eine Rasse mit wenig Fell kann deshalb trotzdem viel Fel d 1 verbreiten, während eine stark haarende Rasse vergleichsweise wenig Allergen produzieren kann. Wer wegen einer Allergie eine bestimmte Rasse wählt, sollte sich also nicht allein an der Haarmenge orientieren.

Pflege der Rex-Rassen und der Sphynx

Weniger Fell bedeutet nicht automatisch weniger Pflegeaufwand. Die Sphynx braucht regelmäßiges Baden gegen Talgansammlungen sowie Schutz vor Kälte und Sonne, während Rex-Katzen wegen ihres dünnen Fells ebenfalls empfindlicher auf niedrige Temperaturen reagieren als dicht befellte Rassen. Beide Rassengruppen profitieren von warmen Rückzugsorten und, je nach Klima, von einem geschützten Zugang nach draußen statt freiem Auslauf.

Für wen sich diese Rassen eignen

Für Halter, die vor allem weniger Fell auf Möbeln und Kleidung wollen, kommen Rex-Rassen und die Sphynx am ehesten infrage. Wer dagegen in erster Linie wegen einer Allergie nach einer geeigneten Rasse sucht, sollte sich zusätzlich mit dem Fel-d-1-Gehalt der jeweiligen Rasse befassen und die persönliche Verträglichkeit möglichst vor der Anschaffung testen, etwa durch einen längeren Besuch bei einem Züchter. Ein einmaliger kurzer Kontakt reicht dafür meist nicht aus, weil sich Allergiesymptome teils erst nach Stunden oder wiederholtem Kontakt zeigen.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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