Große Katze im Porträt

Große Katzenrassen: 10 Rassen ab fünf Kilogramm Gewicht

Kurzantwort: Zu den größten Katzenrassen zählen Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Ragdoll, Sibirische Katze, Savannah und Bengal. Kater erreichen sechs bis zehn Kilogramm, in Einzelfällen mehr. Große Rassen wachsen länger als kleine — bis zu vier Jahre — und brauchen entsprechend robuste Ausstattung.

Große Katzen wirken beeindruckend, sind im Wesen aber meist besonders ruhig. Der sanfte Riese ist bei Katzen kein Klischee, sondern häufig zutreffend.

Ihre Haltung stellt andere Anforderungen: größere Toiletten, stabilere Kratzbäume, mehr Futter.

Aussehen und Merkmale

Wachstum

Große Rassen wachsen zwei bis vier Jahre. Ein Jungtier von einem Jahr hat sein Endgewicht längst nicht erreicht.

Ein Kittenfutter mit angepasstem Kalzium-Phosphor-Verhältnis ist in dieser Zeit sinnvoll.

Übergewicht in der Wachstumsphase belastet die Gelenke. Das ist bei großen Katzen relevanter als bei kleinen.

Fellpflege bei halblanghaarigen Rassen

Maine Coon, Norwegische Waldkatze und Sibirische Katze werden zwei- bis dreimal wöchentlich gebürstet, im Fellwechsel täglich.

Verfilzungen entstehen zuerst hinter den Ohren, in den Achseln und an den Hosen. Diese Stellen werden zuerst kontrolliert.

Regelmäßiges Bürsten reduziert außerdem Haarballen, die sonst erbrochen werden.

Wesen und Verhalten

Große Katze und Kinder

Maine Coon, Ragdoll und Ragamuffin gelten als besonders geduldig und eignen sich für Familien mit Kindern.

Ihre Größe hat dabei einen praktischen Vorteil: Sie lassen sich schwerer versehentlich verletzen als kleine, zierliche Katzen.

Regeln bleiben trotzdem nötig. Eine schlafende oder fressende Katze wird nicht gestört, und Rückzugsorte müssen für Kinder tabu sein.

Haltung und Pflege

Wohnungshaltung großer Katzen

Große Rassen brauchen nicht mehr Quadratmeter, sondern mehr nutzbare Höhe. Regalbretter, Wandelemente und hohe Kratzbäume schaffen Fläche.

Zwei Katzen sind besser als eine, weil sie sich gegenseitig beschäftigen. Das gilt besonders bei Wohnungshaltung.

Ein gesicherter Balkon erweitert den Raum erheblich. Das Netz muss bei großen, kräftigen Katzen entsprechend stabil sein.

Gesundheit

Die hypertrophe Kardiomyopathie, eine Herzerkrankung, tritt bei Maine Coon und Ragdoll gehäuft auf. Gentests sind verfügbar.

Hüftdysplasie kommt bei großen Rassen vor, anders als bei kleinen Katzen. Auch dafür gibt es Zuchtuntersuchungen.

Seriöse Züchter legen die Befunde beider Elterntiere vor. Ohne diese Unterlagen sollte kein Kitten gekauft werden.

Gut zu wissen

Zehn große Katzenrassen

Rasse Gewicht Kater Fell Wesen
Maine Coon 6–10 kg halblang ruhig, menschenbezogen
Norwegische Waldkatze 5–9 kg halblang, dicht selbstständig, freundlich
Sibirische Katze 5–9 kg halblang verspielt, robust
Ragdoll 6–9 kg halblang sehr ruhig, anhänglich
Savannah 7–12 kg kurz aktiv, fordernd
Bengal 5–8 kg kurz sehr aktiv, verspielt
Britisch Kurzhaar 5–8 kg kurz, dicht ruhig, gelassen
Chartreux 5–7 kg kurz ruhig, anhänglich
Türkisch Van 5–8 kg halblang aktiv, wasserfreudig
Ragamuffin 6–9 kg halblang ruhig, verträglich

Kätzinnen bleiben bei allen Rassen ein bis drei Kilogramm leichter als Kater.

Maine Coon

Maine Coon mit langem Fell
Maine Coons wachsen bis zu vier Jahre lang. Foto: fox_kiyo, CC BY-SA 4.0

Die Maine Coon stammt aus dem Nordosten der USA und ist an harte Winter angepasst. Sie ist die bekannteste große Rasse.

Sie wächst außergewöhnlich lange: Erst mit drei bis vier Jahren ist sie ausgewachsen.

Im Wesen gilt sie als ruhig, verträglich und stark menschenbezogen. Sie folgt ihren Menschen durch die Wohnung.

Norwegische Waldkatze

Norwegische Waldkatze
Die Norwegische Waldkatze ist an kalte Winter angepasst. Foto: mitsukuni, CC BY 4.0

Sie ähnelt der Maine Coon, ist aber selbstständiger und weniger anhänglich. Ihr dichtes Unterfell schützt vor Kälte und Nässe.

Sie klettert gern und braucht hohe Strukturen. Ein stabiler, hoher Kratzbaum ist Pflicht.

Als Freigängerin kommt sie mit Wetter gut zurecht, das anderen Rassen zu setzt.

Ragdoll

Ragdoll-Katze
Die Ragdoll ist bekannt für ihr ruhiges, anhängliches Wesen. Foto: jurvetson, CC BY 4.0

Die Ragdoll ist bekannt für ihr außergewöhnlich ruhiges Wesen. Der Name bezieht sich darauf, dass viele Tiere beim Hochheben erschlaffen.

Sie ist ausgesprochen menschenbezogen und für reine Wohnungshaltung geeignet.

Ihr Fell hat wenig Unterwolle und verfilzt weniger als das anderer halblanghaariger Rassen.

Was bei großen Katzen anders ist

Die Katzentoilette muss deutlich größer sein als handelsübliche Modelle. Für eine Maine Coon sind 70 Zentimeter Länge das Minimum.

Kratzbäume brauchen einen breiten Stand und dicke Stämme. Standardmodelle kippen unter dem Gewicht.

Der Futterbedarf liegt entsprechend höher, oft beim Anderthalb- bis Doppelten einer normalgroßen Hauskatze.

Savannah und Bengal

Beide gehen auf Kreuzungen mit Wildkatzenarten zurück. Sie sind deutlich aktiver und fordernder als andere Rassen.

Savannahs der ersten Generationen unterliegen in Deutschland teilweise dem Artenschutz- und Gefahrtierrecht. Die Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland.

Für Anfänger sind beide Rassen ungeeignet. Sie brauchen sehr viel Beschäftigung und gesicherten Freilauf.

Große Katzen aus dem Tierschutz

Auch im Tierschutz finden sich große Katzen, oft Mischlinge mit Maine-Coon- oder Waldkatzenanteil.

Bei erwachsenen Tieren ist das Wesen bereits sichtbar. Das ist ein Vorteil gegenüber einem Kitten, dessen Charakter sich erst entwickelt.

Tierheime informieren über bekannte Vorerkrankungen. Bei großen Rassen lohnt eine Herzuntersuchung vor der Übernahme.

Was ein Kitten kostet

Ein Kitten mit Papieren von einem seriösen Züchter kostet je nach Rasse 1.000 bis 2.000 Euro. Savannahs liegen deutlich darüber.

Im Preis enthalten sind Impfungen, Chip, Entwurmung und die Gesundheitsuntersuchungen der Elterntiere.

Deutlich günstigere Angebote ohne Papiere stammen häufig aus Vermehrung ohne Gesundheitskontrolle.

Häufige Fragen

Welche Katzenrasse ist die größte?

Nach Gewicht die Savannah, nach Bekanntheit und Körperlänge die Maine Coon. Beide erreichen über zehn Kilogramm.

Wie schwer wird eine Maine Coon?

Kater sechs bis zehn Kilogramm, Kätzinnen vier bis sechs. Alles darüber ist selten und oft Übergewicht.

Sind große Katzen ruhiger?

Meist ja. Maine Coon, Ragdoll und Britisch Kurzhaar gelten als besonders gelassen. Savannah und Bengal sind die Ausnahme.

Wie lange wachsen große Katzenrassen?

Zwei bis vier Jahre. Die Maine Coon braucht am längsten.

Welche Ausstattung brauchen große Katzen?

Große Toiletten ab 70 Zentimetern, stabile Kratzbäume und entsprechend mehr Futter.

Sind große Rassen anfälliger für Krankheiten?

Herzerkrankungen und Hüftdysplasie kommen häufiger vor. Zuchtuntersuchungen der Elterntiere sind deshalb wichtig.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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