Maine Coon Katze

Maine Coon: große Katze im Rasseporträt mit Steckbrief

Kurzantwort: Die Maine Coon ist die größte anerkannte Hauskatzenrasse. Kater erreichen 6 bis 9 Kilogramm, Katzen 4 bis 6. Mit Schwanz kommen ausgewachsene Tiere auf bis zu 120 Zentimeter Länge. Sie gilt als ruhig und menschenbezogen, ist aber für zwei Erbkrankheiten anfällig, die vor dem Kauf getestet sein müssen.

Die Maine Coon stammt aus dem Nordosten der USA und ist Wappenkatze des Bundesstaates Maine.

Das dichte, halblange Fell, die Luchspinsel an den Ohren und der buschige Schwanz sind Anpassungen an harte Winter.

Herkunft und Hintergrund

Herkunft und Geschichte

Die Rasse entstand ohne planmäßige Zucht in Neuengland, wo Hofkatzen sich an lange, kalte Winter anpassen mussten.

Erste Ausstellungserfolge gab es Ende des 19. Jahrhunderts, danach geriet die Maine Coon fast in Vergessenheit.

Ab den 1950er Jahren bauten Liebhaber die Rasse aus wenigen verbliebenen Linien wieder auf.

Aussehen und Merkmale

Größe und Gewicht

Maine-Coon-Kitten
Maine Coons wachsen langsam und sind erst mit drei bis vier Jahren ausgewachsen. Foto: Nickolas Titkov, CC BY-SA 4.0

Kater wiegen ausgewachsen meist zwischen 6 und 9 Kilogramm, Katzen zwischen 4 und 6.

Die Körperlänge liegt mit Schwanz bei bis zu 120 Zentimetern, die Schulterhöhe bei rund 40.

Werte deutlich darüber stammen fast immer aus Einzelfällen oder aus dem Marketing von Züchtern.

Langsames Wachstum

Anders als andere Hauskatzen ist die Maine Coon erst mit drei bis vier Jahren ausgewachsen.

Die meisten Katzen erreichen ihre Endgröße mit einem Jahr. Bei der Maine Coon zieht sich der Aufbau der Muskulatur über Jahre.

Das Futter muss in dieser Zeit dem Wachstum entsprechen, ohne zu Übergewicht zu führen.

Fellpflege

Langhaarkatze beim Bürsten
Zweimal pro Woche bürsten reicht, im Fellwechsel täglich. Foto: The hills are alive*, CC BY 4.0

Das halblange Fell hat wenig Unterwolle und verfilzt deshalb weniger als bei einer Perserkatze.

Zweimal wöchentliches Bürsten reicht in der Regel aus. Im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst täglich.

Besonders anfällig für Knoten sind die Bereiche hinter den Ohren, an den Achseln und an der Hose.

Fellfarben

Zugelassen sind fast alle Farben und Zeichnungen. Am bekanntesten ist braun getigert mit weiß.

Nicht anerkannt sind die Punktzeichnung der Siam sowie Chocolate und Cinnamon, weil sie auf Einkreuzungen hindeuten.

Die Augenfarbe reicht von Grün über Gold bis Kupfer, bei weißen Tieren auch Blau.

Wesen und Verhalten

Charakter

Maine Coons gelten als ruhig, gesellig und menschenbezogen. Sie folgen ihren Menschen durch die Wohnung.

Sie sind selten aufdringlich und suchen Nähe eher durch Anwesenheit als durch Fordern.

Die Stimme ist auffällig: viele Tiere zwitschern und trillern statt zu miauen.

Umgang mit Kindern und Hunden

Die Rasse gilt als geduldig und robust. Das macht sie für Familien mit Kindern geeignet.

Auch mit Hunden kommen Maine Coons häufig gut zurecht, sofern die Zusammenführung langsam läuft.

Rückzugsorte in der Höhe bleiben trotzdem Pflicht.

Haltung und Pflege

Wohnung oder Freigang

Maine Coons können in der Wohnung gehalten werden, brauchen dann aber Fläche in der Höhe.

Ein stabiler, großer Kratzbaum ist Pflicht. Viele Modelle für normale Katzen halten das Gewicht nicht aus.

Gesicherter Freigang auf Balkon oder im Garten deckt den Bewegungsbedarf am besten.

Einzeln oder zu zweit

Maine Coons sind gesellig und leiden häufig unter dauerhafter Einzelhaltung.

Zwei Tiere sind der bessere Weg, besonders wenn tagsüber niemand zu Hause ist.

Geschwisterpaare aus demselben Wurf gewöhnen sich am unkompliziertesten aneinander.

Futter für eine große Katze

Der Energiebedarf liegt über dem einer Hauskatze, die Portionsgröße muss aber am Gewicht ausgerichtet bleiben.

Nassfutter mit hohem Fleischanteil deckt gleichzeitig einen Teil des Wasserbedarfs.

Trinkbrunnen erhöhen die Trinkmenge messbar und entlasten die Nieren.

Beschäftigung im Alltag

Maine Coons lernen schnell und lassen sich mit Clicker oder Suchspielen gut auslasten.

Viele Tiere apportieren und spielen mit Wasser, was bei anderen Rassen selten ist.

Zwei kurze Spieleinheiten am Tag und Futter, das erarbeitet werden muss, decken den Kopfbedarf ab.

Gesundheit

HCM: die wichtigste Erbkrankheit

Die hypertrophe Kardiomyopathie ist eine Verdickung der Herzmuskulatur und die häufigste Herzerkrankung der Rasse.

Für die Maine Coon ist eine Genmutation bekannt, auf die getestet werden kann. Ein Gentest allein reicht aber nicht.

Seriöse Züchter lassen zusätzlich regelmäßig das Herz per Ultraschall untersuchen.

Weitere Gesundheitspunkte

Spinale Muskelatrophie und Polyzystische Nierenerkrankung sind zwei weitere Punkte, auf die getestet wird.

Übergewicht ist die häufigste vermeidbare Belastung, weil es Herz und Gelenke gleichzeitig trifft.

Die Lebenserwartung liegt bei guter Haltung bei zwölf bis fünfzehn Jahren.

Kosten und Anschaffung

Was ein seriöser Züchter vorlegt

Zu erwarten sind: HCM-Gentest und Ultraschallbefunde der Elterntiere, HD-Röntgen, Impfpass, Chipnummer und ein schriftlicher Kaufvertrag.

Kitten geben Züchter frühestens mit zwölf Wochen ab, geimpft und entwurmt.

Wer keine Befunde zeigt oder zur schnellen Entscheidung drängt, ist keine gute Adresse.

Gut zu wissen

Hüftgelenksdysplasie

Anders als bei den meisten Katzen kommt HD bei der Maine Coon regelmäßig vor. Ursache ist das hohe Gewicht.

Zuchttiere sollten geröntgt und der Befund dokumentiert sein.

Betroffene Katzen zeigen zuerst Zurückhaltung beim Springen, nicht Lahmheit.

Was eine Maine Coon kostet

Für ein Kitten aus geprüfter Zucht sind 1.200 bis 2.000 Euro üblich. Deutlich günstigere Angebote sparen an den Untersuchungen.

Dazu kommen laufende Kosten für Futter, Streu, Impfungen und Versicherung.

Wegen der Größe liegen Futter- und Streumengen spürbar über denen einer normalen Hauskatze.

Andere große Katzenrassen

Neben der Maine Coon zählen Ragdoll, Norwegische Waldkatze, Sibirische Katze und Savannah zu den großen Rassen.

Die Ragdoll erreicht ähnliche Gewichte, ist im Wesen aber noch ruhiger.

Die Savannah wird höher, bleibt jedoch leichter und ist deutlich aktiver.

Für wen die Rasse passt

Die Maine Coon passt zu Haushalten mit Platz, Zeit für tägliche Beschäftigung und Budget für Vorsorge.

Wer eine unabhängige, wenig anhängliche Katze sucht, ist mit ihr falsch beraten.

Wer eine ruhige Katze sucht, die den Alltag begleitet, findet kaum eine bessere.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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