Katze frisst Nassfutter aus einem flachen Napf

Fütterungsempfehlung Katzen: Menge, Häufigkeit und Futterwahl

Kurzantwort: Eine ausgewachsene, normal aktive Katze mit vier Kilogramm braucht etwa 200 bis 250 Kilokalorien am Tag. Das entspricht rund 200 bis 300 Gramm Nassfutter oder 50 bis 70 Gramm Trockenfutter, verteilt auf drei bis fünf kleine Mahlzeiten. Kastrierte und wenig aktive Katzen brauchen weniger, Kitten, trächtige Katzen und Freigänger mehr.

Die Angaben auf Futterverpackungen sind Durchschnittswerte für durchschnittliche Katzen. Die gibt es selten. Eine schläfrige Wohnungskatze mit sieben Jahren und ein junger Kater mit Freigang unterscheiden sich im Energiebedarf um das Doppelte. Deshalb ist die Waage wichtiger als die Tabelle.

Hier findest Du Richtwerte nach Gewicht und Lebensphase, die passende Zahl an Mahlzeiten, die Wahl zwischen Nass- und Trockenfutter und die häufigsten Fütterungsfehler.

Katze frisst Nassfutter aus einem flachen Napf
Mehrere kleine Mahlzeiten am Tag entsprechen dem natürlichen Fressverhalten. Foto: wbaiv, CC BY-SA 4.0

Energiebedarf nach Gewicht

Als Faustregel gilt: 50 bis 60 Kilokalorien je Kilogramm Körpergewicht bei einer normal aktiven, nicht kastrierten Katze. Eine Drei-Kilo-Katze braucht also 150 bis 180 Kilokalorien, eine Fünf-Kilo-Katze 250 bis 300. Kastrierte Wohnungskatzen liegen 20 bis 30 Prozent darunter, Freigänger und sehr aktive Rassen darüber.

Die Kalorien des Futters stehen auf der Packung, oft als Kilokalorien je 100 Gramm oder als Megajoule je Kilogramm. Nassfutter liefert je nach Sorte 70 bis 110 Kilokalorien je 100 Gramm, Trockenfutter 350 bis 420. Daraus ergibt sich die Menge: 220 Kilokalorien entsprechen etwa 250 Gramm Nassfutter oder 60 Gramm Trockenfutter.

Richtwerte nach Lebensphase

Kitten brauchen bis zum sechsten Monat das Zwei- bis Dreifache einer erwachsenen Katze je Kilogramm und fressen vier bis sechs Mahlzeiten am Tag. Ab dem siebten Monat sinkt der Bedarf langsam, mit zwölf Monaten gilt die Erwachsenenration. Trächtige Katzen brauchen ab der vierten Woche mehr, säugende Katzen bis zum Dreifachen. Senioren ab zehn Jahren bewegen sich weniger, verdauen aber auch schlechter, hier zählt vor allem hochwertiges, gut verdauliches Eiweiß.

Wie oft am Tag füttern?

Katzen sind Kleinbeutejäger. In freier Wildbahn fressen sie zehn bis 20 Mäuse am Tag, verteilt über 24 Stunden. Zwei große Mahlzeiten passen nicht zu diesem Rhythmus und fördern Heißhunger und Erbrechen. Drei bis fünf kleine Portionen sind ideal, bei Berufstätigen morgens, nach Feierabend und vor dem Schlafen, ergänzt durch einen Futterautomaten am Mittag.

Freie Verfügbarkeit von Trockenfutter funktioniert nur bei Katzen, die sich selbst rationieren. Die meisten Wohnungskatzen tun das nicht und werden übergewichtig.

Katzenfutter wird auf einer Küchenwaage abgewogen
Abwiegen statt schätzen: So bleibt das Gewicht der Katze stabil. Foto: DonkeyHotey, CC BY 4.0

Nassfutter oder Trockenfutter?

Nassfutter enthält 75 bis 80 Prozent Wasser und deckt den Flüssigkeitsbedarf weitgehend. Das ist wichtig, weil Katzen von Natur aus wenig trinken und Trockenfutter das Risiko für Harnkristalle und Nierenprobleme erhöht. Trockenfutter ist praktisch, energiereich und hält sich im Napf, ersetzt Nassfutter aber nicht.

Achte bei beiden auf einen hohen Fleischanteil, deklarierte Zutaten und wenig Getreide, Zucker und pflanzliche Nebenerzeugnisse. Als Alleinfuttermittel gekennzeichnetes Futter deckt alle Nährstoffe, Ergänzungsfutter wie reines Fleisch oder Snacks nicht. Taurin, ein für Katzen lebenswichtiger Nährstoff, muss enthalten sein.

Gewicht kontrollieren

Wiege die Katze einmal im Monat, am einfachsten auf einer Personenwaage mit und ohne Katze auf dem Arm. Der Rippentest ergänzt: Die Rippen sollten unter einer dünnen Fettschicht tastbar, aber nicht sichtbar sein. Von oben ist eine Taille erkennbar, der Bauch hängt nicht durch. Nimmt die Katze zu, reduzierst Du die Ration um zehn Prozent und wiegst nach vier Wochen erneut.

Häufige Fütterungsfehler

Der häufigste Fehler ist der immer volle Napf. Der zweite sind Leckerlis, die nicht mitgerechnet werden: Zehn Gramm Snacks sind bei einer kleinen Katze bereits zehn Prozent der Tagesration. Der dritte ist Milch, die die meisten erwachsenen Katzen nicht vertragen. Dazu kommen Futterreste vom Tisch, gewürztes Fleisch, Zwiebeln, Knoblauch, Schokolade und Weintrauben, die giftig sind.

Auch abrupte Futterwechsel führen zu Durchfall. Neues Futter mischst Du über sieben Tage schrittweise unter das alte.

Fütterung bei Übergewicht und Krankheit

Übergewichtige Katzen nehmen langsam ab, höchstens ein bis zwei Prozent des Körpergewichts pro Woche. Schnelleres Abnehmen kann eine lebensgefährliche Leberverfettung auslösen. Reduziere die Ration schrittweise und wechsle auf ein eiweißreiches, kohlenhydratarmes Nassfutter, das sättigt. Futterbälle und Fummelbretter verlangsamen das Fressen und bringen Bewegung.

Bei Nierenerkrankungen, Diabetes, Harnkristallen oder Allergien gibt es Diätfutter, das die Praxis verschreibt. Hier gelten die Mengen des Tierarztes, nicht die der Packung. Eine Katze, die zwei Tage nicht frisst, gehört in die Praxis, unabhängig vom Gewicht.

Wasser und Napfplatz

Mehrere Wassernäpfe an verschiedenen Stellen, entfernt vom Futter und von der Toilette, steigern die Trinkmenge. Trinkbrunnen helfen bei Katzen, die fließendes Wasser bevorzugen. Der Futternapf sollte flach und breit sein, damit die Schnurrhaare nicht anstoßen, und aus Keramik oder Edelstahl bestehen. Bei mehreren Katzen bekommt jede ihren eigenen Platz.

Beispielrechnung für eine typische Katze

Eine kastrierte Wohnungskatze mit 4,5 Kilogramm braucht etwa 45 Kilokalorien je Kilogramm, also rund 200 Kilokalorien am Tag. Bei einem Nassfutter mit 85 Kilokalorien je 100 Gramm sind das 235 Gramm, verteilt auf drei Portionen zu je 80 Gramm. Bekommt sie zusätzlich zehn Gramm Trockenfutter als Belohnung, entspricht das etwa 38 Kilokalorien, und die Nassfuttermenge sinkt auf rund 190 Gramm. Nach vier Wochen zeigt die Waage, ob die Rechnung stimmt.

Häufige Fragen

Wie viel Nassfutter braucht eine Katze mit 4 Kilogramm?

Etwa 200 bis 300 Gramm am Tag, abhängig vom Kaloriengehalt der Sorte und der Aktivität.

Wie viel Trockenfutter am Tag?

Rund 50 bis 70 Gramm für eine Vier-Kilo-Katze, wenn kein Nassfutter dazukommt.

Wie oft sollte eine Katze fressen?

Drei bis fünf kleine Mahlzeiten, Kitten vier bis sechs.

Darf die Katze nur Trockenfutter bekommen?

Möglich, aber ungünstig für die Nieren. Mindestens eine Nassfuttermahlzeit am Tag ist besser.

Wie erkenne ich, dass meine Katze zu viel frisst?

Rippen nicht mehr tastbar, keine Taille, Bauch hängt durch. Die Waage bestätigt es.

Quellen

Katzen richtig ernähren – Deutscher Tierschutzbund

Die ideale Futtermenge für deine Katze

Die richtige Futtermenge für Deine Katze

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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