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Kurzantwort: Die Heilige Birma ist eine mittelgroße Halblanghaarkatze mit blauen Augen, Point-Zeichnung wie bei der Siam und weißen Pfoten, den sogenannten Handschuhen. Sie ist sanft, anhänglich und leise, eignet sich gut für Familien und Wohnungshaltung und braucht mit ihrem seidigen Fell ohne dichte Unterwolle nur ein bis zwei Bürstentermine pro Woche.
Die Rasse entstand in den 1920er Jahren in Frankreich, vermutlich aus Siam, Perser und langhaarigen Hauskatzen. Die Legende von Tempelkatzen aus Birma, deren Fell sich beim Tod eines Priesters golden färbte, gab ihr den Namen. Belegt ist die Herkunft aus Burma nicht, der Mythos hält sich trotzdem.
Hier findest Du Aussehen, Wesen, Pflegeaufwand, rassetypische Krankheiten und die Kaufberatung für die Heilige Birma.

Aussehen und Standard
Birmas sind mittelgroß, mit gestrecktem, kräftigem Körper und mittellangen Beinen. Katzen wiegen 3,5 bis 4,5 Kilogramm, Kater 4,5 bis 6. Der Kopf ist leicht gerundet mit mittelgroßen Ohren und römischer Nase. Die Augen sind immer tiefblau. Das Fell ist halblang, seidig, mit Halskrause und buschigem Schwanz, aber mit wenig Unterwolle.
Die Zeichnung folgt dem Point-Muster: Körper hell in Eierschale bis Gold, Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz dunkel in Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red, Cream und in Tabby- und Tortie-Varianten. Das Markenzeichen sind die weißen Handschuhe an allen vier Pfoten. Vorn enden sie am Zehenansatz, hinten laufen sie als Sporen an der Rückseite der Beine spitz nach oben. Die Symmetrie der Handschuhe entscheidet auf Ausstellungen über Preise, für Dich als Halter ist sie unwichtig.
Charakter: sanft, anhänglich, leise
Birmas gelten als ausgeglichene Katzen ohne die Lautstärke der Siam und ohne die Trägheit des Persers. Sie folgen ihren Menschen durch die Wohnung, sitzen gern auf dem Schoß und sprechen mit leiser Stimme. Fremden begegnen sie neugierig. Mit Kindern, Hunden und anderen Katzen kommen sie gut aus, solange der Umgang ruhig bleibt.
Die Rasse ist verspielt, aber nicht hyperaktiv. Zehn Minuten Federangel am Tag und ein paar Klettermöglichkeiten reichen. Alleine bleiben Birmas ungern, ein zweiter Artgenosse ist bei Berufstätigen sinnvoll.

Haltung: Wohnung oder Freigang?
Birmas sind vertrauensselig und wenig straßenklug. Freier Freigang ist riskant, ein gesicherter Garten oder ein vernetzter Balkon sind die bessere Lösung. In der Wohnung brauchen sie einen Kratzbaum, Fensterplätze und Rückzugsorte. Das helle Fell verschmutzt draußen schnell, was den Pflegeaufwand erhöht.
Fellpflege
Das seidige Fell verfilzt kaum. Ein- bis zweimal pro Woche Kämmen mit einem mittelgroben Kamm genügt, im Fellwechsel häufiger. Kontrollstellen sind Halskrause, Achseln und Hosen. Ein Bad ist nur bei starker Verschmutzung nötig. Die Augen brauchen keine besondere Pflege, weil die Nase normal lang ist und die Tränenkanäle frei liegen.
Gesundheit und Lebenserwartung
Birmas leben 14 bis 16 Jahre. Rassetypisch sind hypertrophe Kardiomyopathie, eine Verdickung des Herzmuskels, und polyzystische Nierenerkrankung durch die Perser-Anteile. Beides lässt sich bei Zuchttieren per Gentest und Ultraschall ausschließen. Selten treten angeborene Hypotrichose, eine Störung des Haarwachstums, und Katarakt auf.
Wie alle Point-Katzen sind Birmas temperaturempfindlich in der Fellfarbe: Kühle Körperstellen färben sich dunkler. Eine Katze, die im Winter dunkler wird oder nach einer Verletzung einen dunklen Fleck bekommt, ist gesund, das Pigment reagiert auf Temperatur.
Birma-Kitten: die ersten Monate
Birma-Kitten sind bei der Abgabe mit zwölf Wochen stubenrein, an Kratzbaum und Transportbox gewöhnt und kennen Haushaltsgeräusche. Die ersten Tage verbringt das Kitten in einem ruhigen Raum, danach erobert es die Wohnung Zimmer für Zimmer. Bis zum sechsten Monat frisst es vier Mahlzeiten Kittenfutter am Tag. Die Kastration erfolgt meist zwischen dem fünften und siebten Monat, bei Katern gern vor dem ersten Markieren.
Ernährung
Birmas neigen bei ruhiger Wohnungshaltung zu Übergewicht. Füttere hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil in zwei bis drei Portionen am Tag und wiege die Katze monatlich. Trockenfutter nur in kleiner Menge als Beschäftigung, etwa im Futterball. Katzengras hilft gegen Haarballen.
Kauf: Züchter und Preis
Ein Birma-Kitten vom Züchter kostet 900 bis 1.500 Euro. Seriöse Züchter sind in Vereinen unter FIFe oder WCF organisiert, testen die Elterntiere auf HCM und PKD und geben die Kitten frühestens mit zwölf Wochen ab, geimpft, gechippt und mit Stammbaum. Kitten kommen fast weiß zur Welt, die Points entwickeln sich in den ersten Wochen, die volle Farbe erst mit zwei bis drei Jahren.
Vorsicht bei Angeboten ohne Papiere: Ohne Abstammungsnachweis ist eine Point-Katze mit weißen Pfoten eine Hauskatze, die genauso liebenswert, aber kein Rassetier ist und meist ohne Gesundheitstests der Eltern abgegeben wird.
Birma oder Ragdoll?
Beide Rassen ähneln sich stark. Die Ragdoll ist größer und schwerer, mit bis zu neun Kilogramm bei Katern, und hat neben der Handschuh-Variante auch Colourpoint und Bicolour ohne weiße Pfoten. Sie ist noch ruhiger und lässt sich häufig völlig entspannt tragen. Die Birma ist zierlicher, etwas lebhafter und günstiger im Unterhalt. Wer eine große Schmusekatze möchte, nimmt die Ragdoll, wer eine mittelgroße, verspielte Familienkatze sucht, die Birma.
Häufige Fragen
Wie alt wird eine Heilige Birma?
Meist 14 bis 16 Jahre, bei gesunden Linien auch älter.
Haart die Birma stark?
Mäßig. Wenig Unterwolle bedeutet weniger lose Haare als bei Perser oder Britisch Langhaar.
Ist die Birma für Berufstätige geeignet?
Ja, wenn sie einen Artgenossen hat. Als Einzelkatze langweilt sie sich schnell.
Woher kommt der Name Heilige Birma?
Aus einer Legende über Tempelkatzen in Burma. Die Rasse entstand tatsächlich in Frankreich.
Sind Birmas laut?
Nein, sie haben eine leise, weiche Stimme und sind deutlich ruhiger als Siamkatzen.
Quellen
Heilige Birma: Charakter, Haltung und Pflege
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







