Trockenfutter für Katzen in einer Schale

Coshida Katzenfutter: Deklaration und Nährstoffe im Blick

Kurzantwort: Coshida ist die Katzenfutter-Eigenmarke von Lidl. Ob ein Futter taugt, entscheidet nicht der Markenname, sondern das Etikett: Steht dort Alleinfuttermittel, welche Zutaten stehen vorn, was sagen die analytischen Bestandteile, und ist Taurin zugesetzt? Zwei Coshida-Produkte waren bei Stiftung Warentest in den Katzenfutter-Tests 2023 und 2024 vertreten. Die Einzelnoten liegen hinter der Bezahlschranke und werden hier nicht genannt.

Die Frage nach einer bestimmten Marke lässt sich seriös nur über das beantworten, was rechtlich auf der Verpackung stehen muss. Genau das regelt die Verordnung (EG) Nr. 767/2009 über das Inverkehrbringen von Futtermitteln, überwacht von der amtlichen Futtermittelüberwachung.

Dieser Text erklärt deshalb, wie ein Katzenfutter-Etikett zu lesen ist. Damit lässt sich jede Dose beurteilen, von der Eigenmarke bis zum Premiumprodukt.

Was Coshida ist

Coshida ist die Eigenmarke, unter der Lidl Katzenfutter verkauft. Belegbar ist der Vertrieb durch Lidl; wer die Produkte tatsächlich abfüllt, geht aus keiner amtlichen oder verbandsseitigen Quelle hervor. Angaben zu einem Hersteller kursieren zwar im Netz, stammen aber aus Ratgeberseiten ohne Beleg — deshalb steht hier keiner.

Zum Sortiment gehören Nassfutter in Schalen und Dosen sowie Trockenfutter. Namentlich belegt sind über die Produktdatenbank von Stiftung Warentest die Produkte „Coshida Schlemmerhappen mit Rind & Leber in Sauce“ und „Coshida Knabberschmaus mit Rind, Huhn & Gemüse“.

Alleinfutter oder Ergänzungsfutter

Katzen fressen Nassfutter von einem Teller
Nassfutter braucht etwa das Zwei- bis Zweieinhalbfache an Taurin wie Trockenfutter. Foto: Original: Kitten Academy, CC BY 3.0

Diese Angabe ist die wichtigste auf der ganzen Packung. Die Verordnung definiert ein Alleinfuttermittel als Mischfuttermittel, das wegen seiner Zusammensetzung für eine tägliche Ration ausreicht.

Ein Ergänzungsfuttermittel hat dagegen einen hohen Gehalt an bestimmten Stoffen, reicht aber nur zusammen mit anderem Futter für den Tagesbedarf. Wer es dauerhaft als einziges Futter gibt, riskiert eine Unterversorgung. Viele günstige Snacks, Pasteten und Sorten mit hohem Fleischanteil fallen in diese Kategorie.

Was auf der Packung stehen muss

Pflicht sind nach Artikel 15 und 17 der Verordnung unter anderem:

  • die Futtermittelart, also Allein- oder Ergänzungsfuttermittel
  • Name und Anschrift des Herstellers oder Inverkehrbringers
  • Chargen- oder Losnummer und Nettomasse
  • Zieltierart, Gebrauchsanweisung und Mindesthaltbarkeitsdatum
  • die Einzelfuttermittel in absteigender Reihenfolge nach Gewicht
  • Zusatzstoffe und Feuchtegehalt

Die analytischen Bestandteile umfassen bei Mischfuttermitteln Rohprotein, Rohfaser, Rohfett und Rohasche, teils zusätzlich Calcium, Natrium und Phosphor.

Offene und geschlossene Deklaration

Katze frisst aus einem Napf
Die Zutatenliste steht nach Gewicht sortiert — der erste Eintrag wiegt am schwersten. Foto: Wikimedia Commons, CC BY 1.0

Prozentangaben zu den einzelnen Zutaten müssen nicht auf dem Etikett stehen. Das ist der Kern der sogenannten geschlossenen Deklaration. Käufer haben allerdings einen Auskunftsanspruch gegenüber dem Anbieter, wobei eine Toleranz von 15 Prozent des angegebenen Wertes gilt.

Eine offene Deklaration mit vollständigen Prozentangaben ist freiwillig. Wer sie bietet, macht die Rezeptur nachvollziehbar. Die Reihenfolge der Zutaten hilft aber auch ohne Prozente weiter, weil sie das Gewicht abbildet.

Warum dort „tierische Nebenerzeugnisse“ steht

Artikel 17 erlaubt für Heimtierfutter, die genaue Bezeichnung einer Zutat durch die Bezeichnung der Kategorie zu ersetzen. Deshalb steht auf vielen Dosen „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ statt Herz, Leber, Lunge oder Magen.

Das ist zulässig und sagt für sich genommen nichts über die Qualität aus. Innereien sind für Katzen wertvoll. Sichtbar wird durch die Sammelbezeichnung allerdings nicht, welche Teile in welchem Verhältnis enthalten sind. Die erlaubten Kategoriebezeichnungen stehen im Katalog der Einzelfuttermittel, der Verordnung (EU) Nr. 68/2013.

Taurin — daran entscheidet sich Katzenfutter

Katzen können Taurin nur begrenzt selbst bilden. Die Eigensynthese reicht nicht aus, um die Verluste über die Gallensäure auszugleichen; die FEDIAF-Ernährungsrichtlinien führen Taurin deshalb als essenziellen Nährstoff der Katze.

Fehlt es dauerhaft, drohen eine zentrale Netzhautdegeneration bis zur Erblindung, eine dilatative Kardiomyopathie und Fortpflanzungsstörungen.

Die FEDIAF-Mindestwerte für ausgewachsene Katzen liegen bei 0,27 Gramm Taurin je 100 Gramm Trockenmasse im Nassfutter und 0,13 Gramm im Trockenfutter. Nassfutter braucht rund das Zwei- bis Zweieinhalbfache, weil die Hitzebehandlung die Verfügbarkeit senkt und mehr Taurin im Darm abgebaut wird.

Ebenfalls katzenspezifisch: Arachidonsäure, mindestens 8 Milligramm je 100 Gramm Trockenmasse. Beide Stoffe stehen auf gutem Futter unter den Zusatzstoffen.

Was die Tests geprüft haben

Stiftung Warentest untersuchte im Heft 5/2024 insgesamt 27 Katzen-Nassfutter; 16 davon erhielten ein „Sehr gut“ oder „Gut“. Das Qualitätsurteil setzte sich zusammen aus ernährungsphysiologischer Qualität (60 Prozent), Fütterungsempfehlungen (15 Prozent), Schadstoffen (10 Prozent), Deklaration und Werbeaussagen (10 Prozent) sowie der Verpackung (5 Prozent).

Ein Coshida-Nassfutter war in diesem Test enthalten, ein Coshida-Trockenfutter im Test aus Heft 5/2023. Die Einzelurteile sind kostenpflichtig und werden hier nicht wiedergegeben. Ein ÖKO-TEST-Ergebnis zu Coshida ließ sich nicht belegen.

Etikett lesen in zwei Minuten

Der Reihe nach: Steht „Alleinfuttermittel“ darauf? Welche Zutat steht an erster Stelle? Ist Taurin unter den Zusatzstoffen aufgeführt? Wie hoch sind Rohprotein, Rohfett und Rohasche? Passt die Fütterungsempfehlung zum Gewicht der eigenen Katze?

Bleiben Fragen offen, hilft der Auskunftsanspruch: Der Anbieter muss die Anteile der Einzelfuttermittel nennen.

Häufige Fragen

Ist günstiges Katzenfutter automatisch schlecht?

Der Preis sagt nichts über die Nährstoffversorgung. Entscheidend sind die Angabe als Alleinfuttermittel und die Zusammensetzung.

Was bedeutet ein hoher Rohascheanteil?

Rohasche fasst die Mineralstoffe zusammen. Hohe Werte deuten auf einen großen Anteil mineralstoffreicher Bestandteile hin.

Reicht Trockenfutter allein?

Ein als Alleinfuttermittel deklariertes Trockenfutter deckt den Nährstoffbedarf. Katzen trinken jedoch wenig, deshalb ergänzen viele Halter Nassfutter.

Wie erkenne ich ein Futter für alle Lebensphasen?

Fehlt eine Angabe zur Lebensphase, gilt das Produkt nach den FEDIAF-Richtlinien als Alleinfutter für alle Lebensphasen und muss nach den strengeren Werten für Wachstum und Reproduktion formuliert sein.

Muss ich das Futter langsam umstellen?

Ja. Ein abrupter Wechsel führt häufig zu weichem Kot. Über etwa eine Woche wird der Anteil des neuen Futters schrittweise erhöht.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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