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Kurzantwort: Purevax RCP ist ein Kombinationsimpfstoff für Katzen des Herstellers Boehringer Ingelheim Vetmedica, zugelassen beim Paul-Ehrlich-Institut unter der europäischen Zulassungsnummer EU/2/04/052. Der Buchstabe R steht für die feline Rhinotracheitis (verursacht durch das feline Herpesvirus), C für die feline Calicivirose und P für die feline Panleukopenie, umgangssprachlich Katzenseuche. Laut Zulassungsunterlagen enthält eine Dosis attenuiertes felines Rhinotracheitisvirus, inaktivierte Calicivirus-Antigene zweier Stämme sowie attenuiertes felines Panleukopenievirus. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut empfiehlt die Grundimmunisierung gegen diese drei Erreger im Alter von 8, 12 und 16 Wochen, eine Wiederholung im Alter von etwa 15 Monaten und danach Auffrischungen in Intervallen von bis zu drei Jahren.
Wer den Impfausweis seiner Katze liest, stößt häufig auf die Abkürzung RCP, oft in Kombination mit dem Produktnamen Purevax. Was das Kürzel bedeutet und was in der Spritze steckt, ist nicht auf jedem Beipackzettel leicht verständlich erklärt.
Gerade weil Impfentscheidungen bei Katzen regelmäßig zur Sprache kommen, lohnt sich ein genauerer Blick auf das, was tatsächlich verimpft wird: welche Erreger abgedeckt sind, welche Zulassung dahinter steht und nach welchem Schema Fachleute die Grundimmunisierung empfehlen.
Dieser Artikel ordnet ein, wogegen Purevax RCP schützt, wer den Impfstoff herstellt und nach welchem Schema die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin die Grundimmunisierung empfiehlt.
Was RCP bedeutet
Die Buchstaben RCP stehen für drei Erkrankungen, gegen die der Impfstoff schützen soll: R für Rhinotracheitis, verursacht durch das feline Herpesvirus, C für Calicivirose, verursacht durch das feline Calicivirus, und P für Panleukopenie, umgangssprachlich als Katzenseuche bekannt. Alle drei zählen zu den sogenannten Core-Komponenten, gegen die die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) grundsätzlich jede Katze impfen lässt, unabhängig von der Haltungsform. Das gilt ausdrücklich auch für reine Wohnungskatzen, weil manche der Erreger auch über Kleidung oder Schuhe in die Wohnung getragen werden können.
Hersteller und Zulassung
Purevax RCP wird von Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH hergestellt und ist beim Paul-Ehrlich-Institut, der zuständigen deutschen Bundesbehörde für immunologische Tierarzneimittel, unter der europäischen Zulassungsnummer EU/2/04/052 registriert. Der Impfstoff liegt als Lyophilisat, also als gefriergetrocknetes Pellet, vor und wird vor der Anwendung mit einem beigefügten Lösungsmittel zur Injektionssuspension aufbereitet. Die europäische Zulassung bedeutet, dass der Impfstoff nach einheitlichen Prüfkriterien in mehreren EU-Ländern zugelassen ist, nicht nur in Deutschland.
Wirkstoffe im Detail
Laut Zulassungsunterlagen enthält eine Dosis attenuiertes, also abgeschwächtes lebendes felines Rhinotracheitisvirus, inaktivierte Calicivirus-Antigene aus zwei unterschiedlichen Stämmen sowie attenuiertes felines Panleukopenievirus. Diese Kombination aus lebend-attenuierten und inaktivierten Komponenten unterscheidet Purevax RCP von manchen Konkurrenzprodukten, die alle drei Erreger als Lebendimpfstoff enthalten. Für Halter ist dieser technische Unterschied meist zweitrangig, für die Wahl des passenden Präparats im Einzelfall kann er aber relevant sein, etwa bei Katzen mit einem geschwächten Immunsystem, bei denen ein Tierarzt einen inaktivierten Impfstoffanteil bevorzugen kann. Beide Herangehensweisen gelten nach den vorliegenden Zulassungsstudien als wirksam gegen die jeweiligen Zielerreger.

Rhinotracheitis: das feline Herpesvirus
Die feline Rhinotracheitis wird durch das feline Herpesvirus Typ 1 ausgelöst und zählt zu den häufigsten Ursachen des sogenannten Katzenschnupfens. Betroffene Katzen zeigen Niesen, Augen- und Nasenausfluss sowie Fieber, bei Kitten kann die Erkrankung schwer verlaufen. Eine Infektion mit dem Virus ist lebenslang nicht vollständig heilbar, das Virus kann in Stresssituationen erneut aktiv werden. Genau deshalb gilt die Vorbeugung durch Impfung als deutlich wirksamer als eine spätere Behandlung der immer wiederkehrenden Symptome.
Calicivirose: Atemwegs- und Mundschleimhauterkrankung
Das feline Calicivirus verursacht ähnliche Symptome wie das Herpesvirus, dazu kommen häufig schmerzhafte Geschwüre auf der Zunge und im Mundraum. Manche Virusvarianten führen zu schwereren, systemischen Verläufen, weshalb die Impfung neben der StIKo-Vet-Empfehlung auch von den meisten Tierärzten als Standard gilt. Betroffene Katzen fressen wegen der schmerzhaften Maulschleimhaut oft deutlich weniger, was zusätzlich den Kreislauf und die Genesung belasten kann.
Panleukopenie: die gefährliche Katzenseuche
Die Panleukopenie, umgangssprachlich Katzenseuche genannt, wird durch das feline Parvovirus ausgelöst und zählt zu den gefährlichsten Infektionskrankheiten bei Katzen. Sie greift die weißen Blutkörperchen und die Darmschleimhaut an, verläuft bei ungeimpften Kitten häufig tödlich und ist hoch ansteckend. Gerade wegen dieser Gefährlichkeit gehört die P-Komponente zu den unstrittigsten Core-Impfungen überhaupt, auch weil das Virus in der Umwelt sehr widerstandsfähig ist und über kontaminierte Gegenstände lange infektiös bleiben kann.
Empfohlenes Impfschema laut StIKo Vet
Die StIKo Vet am Friedrich-Loeffler-Institut empfiehlt die Grundimmunisierung gegen Rhinotracheitis, Calicivirose und Panleukopenie im Alter von 8, 12 und 16 Wochen, gefolgt von einer weiteren Impfung im Alter von etwa 15 Monaten. Danach reichen laut Leitlinie in der Regel Auffrischungsimpfungen in Intervallen von bis zu drei Jahren, sofern der behandelnde Tierarzt anhand des individuellen Risikos nichts anderes empfiehlt. Bei Katzen mit unbekannter oder unvollständiger Impfhistorie legt der Tierarzt das weitere Vorgehen im Einzelfall fest. Für Katzen, die regelmäßig in Kontakt mit fremden Artgenossen kommen, etwa bei Pensionsaufenthalten oder Zuchtschauen, kann eine engmaschigere Kontrolle des Impfschutzes sinnvoll sein.
Purevax RCP im Vergleich zu anderen RCP-Impfstoffen
Neben Purevax RCP sind in Deutschland weitere RCP-Kombinationsimpfstoffe zugelassen, etwa Nobivac RCP eines anderen Herstellers. Sie unterscheiden sich unter anderem darin, ob alle drei Komponenten als Lebendimpfstoff oder teils inaktiviert vorliegen. Welches Präparat im Einzelfall infrage kommt, entscheidet der behandelnde Tierarzt anhand von Alter, Gesundheitszustand und Vorgeschichte der Katze, nicht der Halter selbst anhand von Produktnamen auf dem Impfausweis. Auch innerhalb der Purevax-Reihe gibt es Varianten mit zusätzlichem Schutz, etwa gegen das Leukosevirus oder Chlamydien, die je nach Haltungsform und Risikoprofil der Katze zum Einsatz kommen können.
Nebenwirkungen und Rücksprache mit dem Tierarzt
Wie bei jeder Impfung können auch nach Purevax RCP vorübergehende Reaktionen auftreten, etwa eine leichte Schwellung an der Einstichstelle oder kurzzeitige Mattigkeit. Ausführliche Angaben zu Nebenwirkungen enthält die Packungsbeilage. Fragen zu individueller Verträglichkeit, Impfabständen oder dem passenden Zeitpunkt für die jeweilige Katze gehören in die Hände des behandelnden Tierarztes, insbesondere bei Katzen mit Vorerkrankungen oder bekannten Unverträglichkeiten. Nach der Impfung empfiehlt sich in der Regel eine kurze Ruhephase, in der die Katze nicht zusätzlich durch Reisen oder einen Umzug belastet werden sollte.
Quellen
- Paul-Ehrlich-Institut: Purevax RCP
- StIKo Vet am Friedrich-Loeffler-Institut: Leitlinie zur Impfung von Kleintieren
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







