Katze in der Tierarztpraxis vor der Impfung

Nobivac RCP für Katzen: Inhalt, Schutz und Anwendung

Kurzantwort: Nobivac RCP ist ein Kombinationsimpfstoff für Katzen des Herstellers Intervet Deutschland GmbH (MSD Tiergesundheit), zugelassen beim Paul-Ehrlich-Institut unter der deutschen Zulassungsnummer PEI.V-03160-01-1. Wie bei anderen RCP-Impfstoffen stehen die Buchstaben für Rhinotracheitis, Calicivirose und Panleukopenie. Laut Fachinformation enthält eine Dosis Nobivac RCP alle drei Erreger als lebende, attenuierte Stämme: felines Calicivirus (Stamm F9), felines Rhinotracheitisvirus (Stamm G2620A) und felines Panleukopenievirus (Stamm MW-1). Zugelassen ist der Impfstoff zur aktiven Immunisierung von Katzen ab einem Alter von 8 bis 9 Wochen. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt für die Grundimmunisierung gegen diese drei Erreger Impfungen im Alter von 8, 12 und 16 Wochen sowie eine Wiederholung mit etwa 15 Monaten.

Nobivac RCP ist neben Purevax RCP einer der gebräuchlichsten Kombinationsimpfstoffe, die deutsche Tierarztpraxen für die Grundimmunisierung von Katzen einsetzen. Auf dem Impfausweis taucht der Produktname häufig ohne weitere Erklärung auf.

Für Halter, die zum ersten Mal einen Impfausweis in Händen halten, wirkt die Kombination aus Produktnamen, Chargennummer und medizinischen Abkürzungen oft unübersichtlich. Ein Grundverständnis der wichtigsten Begriffe erleichtert das Gespräch mit dem behandelnden Tierarzt erheblich, gerade wenn es um Entscheidungen über Auffrischungen oder einen Wechsel des Präparats geht.

Dieser Artikel ordnet ein, was in Nobivac RCP steckt, wer es herstellt und wie es sich von anderen RCP-Impfstoffen unterscheidet.

Was RCP bedeutet

Die Abkürzung RCP steht, wie bei anderen Kombinationsimpfstoffen dieser Kategorie, für drei Erkrankungen: R für die feline Rhinotracheitis, verursacht durch das feline Herpesvirus, C für die feline Calicivirose und P für die Panleukopenie, umgangssprachlich Katzenseuche genannt. Alle drei gehören zu den sogenannten Core-Komponenten, gegen die die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin grundsätzlich jede Katze geimpft sehen möchte, unabhängig davon, ob es sich um eine reine Wohnungskatze oder eine Freigängerin handelt. Wer den Impfausweis seiner Katze liest, findet die Buchstabenkombination meist direkt neben dem Produktnamen und dem Datum der jeweiligen Impfung eingetragen.

Hersteller und Zulassung

Zulassungsinhaber von Nobivac RCP in Deutschland ist die Intervet Deutschland GmbH, die zur MSD Tiergesundheit gehört. Für die Chargenfreigabe verantwortlich ist Intervet International BV im niederländischen Boxmeer. Beim Paul-Ehrlich-Institut ist der Impfstoff unter der Zulassungsnummer PEI.V-03160-01-1 registriert, ebenfalls als Lyophilisat mit separatem Lösungsmittel. Diese zweiteilige Darreichung ist bei immunologischen Tierarzneimitteln üblich, weil das gefriergetrocknete Pellet länger haltbar ist als eine bereits gebrauchsfertige Lösung. Vor jeder Anwendung wird der Impfstoff deshalb erst unmittelbar in der Praxis aus beiden Komponenten frisch angemischt.

Wirkstoffe: drei lebende, attenuierte Stämme

Laut Fachinformation enthält eine rekonstituierte Dosis Nobivac RCP lebendes, attenuiertes felines Calicivirus vom Stamm F9, lebendes, attenuiertes felines Rhinotracheitisvirus vom Stamm G2620A und lebendes, attenuiertes felines Panleukopenievirus vom Stamm MW-1. Alle drei Komponenten liegen damit als abgeschwächte Lebendimpfstoffe vor, nicht als inaktivierte Antigene. Attenuierte Lebendimpfstoffe lösen in der Regel eine besonders robuste Immunantwort aus, weil sie dem natürlichen Infektionsverlauf näherkommen als rein inaktivierte Präparate.

Kitten wird beim Tierarzt untersucht
Nobivac RCP ist ab einem Alter von 8 bis 9 Wochen zugelassen. Foto: brownpau, CC BY 4.0

Zugelassene Indikation und Mindestalter

Nobivac RCP ist zugelassen zur aktiven Immunisierung von Katzen ab einem Alter von 8 bis 9 Wochen. Laut Fachinformation verringert die Impfung die klinischen Symptome einer Infektion mit felinem Calicivirus und felinem Rhinotracheitisvirus und verhindert die Symptome einer Panleukopenie-Infektion. Das Mindestalter hängt damit zusammen, dass jüngere Kitten häufig noch durch mütterliche Antikörper geschützt sind, die eine frühere Impfung weniger wirksam machen würden. Genau aus diesem Grund sieht das Impfschema mehrere Termine im Abstand weniger Wochen vor, statt sich auf eine einzelne frühe Impfung zu verlassen. Wie lange die mütterlichen Antikörper im Einzelfall wirksam bleiben, lässt sich von außen kaum bestimmen, weshalb die Grundimmunisierung immer als komplette Serie durchgeführt wird.

Unterschied zu Purevax RCP

Der wesentliche Unterschied zu Purevax RCP eines anderen Herstellers liegt in der Calicivirus-Komponente: Während Nobivac RCP alle drei Erreger als Lebendimpfstoff enthält, setzt Purevax RCP beim Calicivirus auf inaktivierte Antigene aus zwei Stämmen. Welches Präparat im Einzelfall geeigneter ist, hängt vom Gesundheitszustand und der Vorgeschichte der jeweiligen Katze ab und wird vom behandelnden Tierarzt entschieden, nicht anhand einer pauschalen Empfehlung für alle Katzen. In der tierärztlichen Praxis hängt die Wahl oft auch schlicht davon ab, welches Präparat gerade vorrätig ist und mit welchem Hersteller die jeweilige Praxis zusammenarbeitet.

Nobivac RCP Ch: die Variante mit Chlamydien-Komponente

Neben Nobivac RCP bietet der Hersteller auch die Variante Nobivac RCP Ch an, die zusätzlich vor Chlamydia felis schützt, einem weiteren Erreger von Atemwegs- und Augenerkrankungen bei Katzen. Diese Variante kommt vor allem in Mehrkatzenhaushalten oder Zuchtbeständen zum Einsatz, in denen Chlamydien-Infektionen ein bekanntes Problem darstellen, weil sich der Erreger dort über engen Kontakt zwischen mehreren Tieren besonders leicht verbreitet. Ob die zusätzliche Chlamydien-Komponente für die eigene Katze sinnvoll ist, hängt stark von der Haltungsform ab und wird am besten im Gespräch mit dem behandelnden Tierarzt geklärt.

Empfohlenes Impfschema laut StIKo Vet

Für die Grundimmunisierung gegen Rhinotracheitis, Calicivirose und Panleukopenie empfiehlt die StIKo Vet am Friedrich-Loeffler-Institut Impfungen im Alter von 8, 12 und 16 Wochen sowie eine weitere Impfung mit etwa 15 Monaten. Danach reichen in der Regel Auffrischungen im Abstand von bis zu drei Jahren, sofern der Tierarzt anhand des individuellen Risikoprofils nichts anderes empfiehlt. Bei Katzen mit erhöhtem Infektionsrisiko, etwa in Tierheimen oder Zuchtbeständen, können kürzere Abstände sinnvoll sein. Dieses Schema gilt unabhängig davon, ob Nobivac RCP oder ein vergleichbares Präparat eines anderen Herstellers verwendet wird, da sich die Leitlinie auf die Erreger und nicht auf ein bestimmtes Produkt bezieht.

Worauf bei der Anwendung zu achten ist

Als Lebendimpfstoff ist Nobivac RCP nicht für tragende oder erkrankte Katzen vorgesehen, Details dazu regelt die Packungsbeilage. Wie bei jeder Impfung können vorübergehende Reaktionen wie eine leichte Schwellung an der Einstichstelle auftreten. Fragen zu Verträglichkeit, Impfabständen oder dem passenden Zeitpunkt gehören in die Hände des behandelnden Tierarztes, der den Impfstatus im EU-Heimtierausweis oder im praxiseigenen Impfpass dokumentiert. Dieser Nachweis wird unter anderem bei der Unterbringung in einer Tierpension oder bei Auslandsreisen mit der Katze regelmäßig verlangt.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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