Siamkatze im Farbschlag Seal-Point

Siamkatze im Bild: Seal-, Chocolate-, Blue- und Lilac-Point

Kurzantwort: Wer nach Bildern der Siamkatze sucht, findet die Rasse vor allem in vier klassischen Farbschlägen: Seal-Point mit dunkelbraunen bis fast schwarzen Abzeichen, Chocolate-Point mit warmem Milchschokoladenbraun, Blue-Point mit kühlem Grau-Blau und Lilac-Point mit hellem Rosa-Grau. Allen vier Farbschlägen gemeinsam sind die helle Grundfarbe des Körpers, die dunkleren Abzeichen an Ohren, Gesichtsmaske, Pfoten und Rute sowie die intensiv blauen Augen. Auffällig auf Fotos: Siamkatzen werden nahezu einfarbig hell geboren, die charakteristische Point-Zeichnung entwickelt sich erst in den ersten Lebenswochen, weil das verantwortliche Pigment nur bei niedrigeren Temperaturen vollständig gebildet wird.

Auf Fotos ist die Siamkatze durch ihre helle Grundfarbe mit dunklen Abzeichen und die auffallend blauen Augen kaum zu verwechseln. Doch nicht jede Siamkatze sieht gleich aus: Die Rasse wird in mehreren offiziell anerkannten Farbschlägen gezüchtet.

Wer online nach Bildern der Siamkatze sucht, bekommt deshalb ein recht uneinheitliches Bild präsentiert, je nachdem, welcher Farbschlag gerade fotografiert wurde. Ein Überblick über die wichtigsten Varianten hilft, die Fotos richtig einzuordnen.

Gerade weil sich die vier klassischen Farbschläge bei ungünstigem Licht ähneln können, lohnt sich ein systematischer Blick auf die Unterschiede, bevor man ein Foto vorschnell dem falschen Farbschlag zuordnet.

Dieser Bildartikel zeigt die wichtigsten Farbvarianten der Siamkatze und erklärt, woran sie sich auf Fotos unterscheiden lassen.

Seal-Point: der klassische, dunkelste Farbschlag

Seal-Point gilt als der älteste und bekannteste Farbschlag der Siamkatze. Die Grundfarbe des Körpers ist cremefarben bis hellbraun, die Abzeichen an Ohren, Gesichtsmaske, Pfoten und Rute erscheinen dunkelbraun bis fast schwarz. Dieser hohe Kontrast macht Seal-Point-Siamkatzen auf Fotos besonders leicht erkennbar, weshalb dieser Farbschlag auch auf historischen Aufnahmen aus den ersten Jahrzehnten der Rassezucht am häufigsten zu finden ist. Auch die Nasenleder- und Pfotenballenfarbe folgt beim Seal-Point demselben dunklen Farbton wie die übrigen Abzeichen, ein zusätzliches Unterscheidungsmerkmal auf Nahaufnahmen. In Bildagenturen und auf Social-Media-Kanälen ist Seal-Point bis heute der mit Abstand am häufigsten gezeigte Farbschlag der Rasse.

Chocolate-Point: warmes Schokoladenbraun

Beim Chocolate-Point sind die Abzeichen deutlich heller und wärmer als beim Seal-Point, in einem milchig-schokoladigen Braunton. Die Grundfarbe des Körpers bleibt elfenbeinfarben bis leicht cremig. Auf Fotos wirkt dieser Farbschlag insgesamt weicher und weniger kontrastreich als der klassische Seal-Point, was ihn bei schwacher Beleuchtung mitunter mit einem hellen Seal-Point verwechselbar macht. Auch das Nasenleder ist beim Chocolate-Point spürbar heller als beim Seal-Point, ein weiteres Detail, das sich auf Nahaufnahmen gut vergleichen lässt.

Siamkatze im Farbschlag Chocolate-Point
Chocolate-Point zeigt hellere, wärmere Abzeichen als Seal-Point. Foto: Felinlove, CC BY-SA 4.0

Blue-Point: kühles Grau-Blau

Der Blue-Point zeigt Abzeichen in einem kühlen, schiefergrauen Blauton bei bläulich-weißer Grundfarbe des Körpers. Er entsteht genetisch durch eine Verdünnung des schwarzen Farbanteils und wirkt auf Bildern deutlich kühler und heller als Seal- oder Chocolate-Point. Zusammen mit den blauen Augen ergibt sich bei diesem Farbschlag eine besonders harmonische, kühle Gesamterscheinung. Fotografisch lässt sich der Blue-Point am ehesten mit dem etwas helleren Lilac-Point verwechseln, weshalb ein direkter Vergleich beider Varianten oft die einfachste Unterscheidungshilfe ist.

Siamkatze im Farbschlag Blue-Point
Blue-Point wirkt kühler und heller als Seal- oder Chocolate-Point. Foto: User:Humidor, Public domain

Lilac-Point: der hellste Farbschlag

Lilac-Point ist der hellste der vier klassischen Farbschläge, mit blassrosa-grauen Abzeichen vor nahezu weißer Grundfarbe. Er entsteht aus der Kombination der Verdünnungsfaktoren von Chocolate- und Blue-Point und ist auf Fotos oft die Variante mit dem geringsten Farbkontrast, weshalb er bei ungünstigem Licht am schwersten von einem sehr hellen Blue-Point zu unterscheiden ist. Erst bei genauerem Hinsehen, etwa im Vergleich der Nasenlederfarbe, lässt sich der zarte Rosastich des Lilac-Points vom reinen Grauton des Blue-Points sicher unterscheiden.

Siamkatze im Farbschlag Lilac-Point
Lilac-Point ist der hellste der vier klassischen Farbschläge. Foto: Thenris at English Wikipedia, Public domain

Warum Siamkatzen weiß geboren werden

Ein Detail, das auf Fotos von Kitten auffällt: Siamkatzen kommen fast einfarbig hell zur Welt, ohne sichtbare Point-Zeichnung. Grund ist die temperaturabhängige Genmutation, die für die Farbverteilung verantwortlich ist. Im Mutterleib herrscht überall etwa dieselbe, vergleichsweise hohe Temperatur, wodurch sich noch kein Kontrast zwischen warmen und kühleren Körperstellen ausbildet. Erst der Kontakt mit der kühleren Umgebungsluft nach der Geburt setzt den Prozess der Pigmentbildung an den Körperspitzen in Gang. In den allerersten Lebenstagen sind deshalb selbst erfahrene Züchter auf den Stammbaum angewiesen, um den späteren Farbschlag eines Kittens zuverlässig vorherzusagen.

Siamkatzen-Kitten ohne ausgeprägte Point-Zeichnung
Siamkatzen werden nahezu einfarbig hell geboren, die Point-Zeichnung entwickelt sich erst später. Foto: Syed Ali from Dubai, United Arab Emirates, CC BY 2.0

Wie sich die Point-Zeichnung in den ersten Wochen entwickelt

Erst nach der Geburt, wenn Ohren, Gesichtsmaske, Pfoten und Rute im Vergleich zum wärmeren Rumpf kühler werden, beginnt sich die charakteristische Zeichnung auszubilden. In den ersten Lebenswochen lässt sich auf Fotoserien gut verfolgen, wie die Abzeichen zunehmend dunkler und deutlicher werden, ein Prozess, der sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzt. Bei manchen Tieren ist die endgültige Farbtiefe erst nach mehreren Monaten vollständig ausgebildet. Wer eine Bildserie vom Kitten- bis zum Erwachsenenalter derselben Katze anlegt, kann diesen Farbverlauf besonders anschaulich dokumentieren, da er sich über viele Monate in kleinen, aber sichtbaren Schritten vollzieht. Auch im höheren Alter kann sich die Fellfarbe noch einmal leicht verändern, meist in Richtung eines etwas dunkleren Gesamttons.

Moderne Farbschläge jenseits der vier Klassiker

Neben den vier traditionellen Farbschlägen wurden ab den 1950er- und 1960er-Jahren weitere Varianten wie Red-Point, Cream-Point, Cinnamon-Point und Fawn-Point gezüchtet. Manche Zuchtverbände ordnen sie der Siamkatze zu, andere führen sie unter eigenem Rassenamen. Auf Fotos lassen sich diese moderneren Farbschläge oft an einem wärmeren, rötlicheren oder blasseren Grundton erkennen als bei den vier klassischen Varianten. Zusätzlich gibt es getigerte und gescheckte Point-Varianten, bei denen sich die jeweilige Grundfarbe mit einer weiteren Musterung innerhalb der Abzeichen kombiniert, was die Bestimmung auf Fotos zusätzlich erschwert. Wer den genauen Farbschlag einer fotografierten Siamkatze sicher bestimmen möchte, kommt deshalb um einen Vergleich mit den offiziellen Zuchtstandards oft nicht herum.

Worauf beim Fotografieren von Siamkatzen zu achten ist

Weil die Point-Zeichnung stark vom Kontrast zwischen heller Grundfarbe und dunklen Abzeichen lebt, kommt sie bei natürlichem Tageslicht am deutlichsten zur Geltung. Gerade die blauen Augen wirken bei seitlichem Licht besonders intensiv, während direktes Blitzlicht den charakteristischen Kontrast häufig abflacht und zudem den unerwünschten Reflexeffekt in den Augen verstärken kann. Ein neutraler, nicht zu heller Hintergrund hilft zusätzlich dabei, sowohl die helle Grundfarbe als auch die dunklen Abzeichen gleichzeitig gut sichtbar einzufangen, ohne dass eine der beiden Farbzonen überstrahlt.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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