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Kurzantwort: Die vier Leitsymptome für Diabetes bei der Katze sind vermehrter Durst, vermehrter Harnabsatz, gesteigerter Appetit und trotzdem Gewichtsverlust. Dazu kommen oft stumpfes Fell, Rückzug und ein Gang, bei dem die Katze mit den Sprunggelenken den Boden berührt. Betroffen ist etwa eine von 200 Katzen, vor allem ältere, übergewichtige, kastrierte Kater. Früh erkannt und behandelt, geht die Krankheit bei bis zur Hälfte der Katzen wieder in Remission.
Der Wassernapf ist ständig leer. Die Klumpen im Katzenklo werden größer und schwerer. Deine Katze bettelt um Futter wie nie zuvor und wird trotzdem dünner. Wer diese Kombination sieht, sollte an Diabetes denken.
Die Zuckerkrankheit ist eine der häufigsten Hormonstörungen bei Katzen. Sie ähnelt dem Typ-2-Diabetes des Menschen: Die Bauchspeicheldrüse bildet noch Insulin, aber die Körperzellen reagieren nicht mehr richtig darauf. Der Zucker bleibt im Blut, statt in die Zellen zu gelangen.
Dieser Artikel erklärt, welche Symptome typisch sind, welche Katzen besonders gefährdet sind, wie der Tierarzt die Diagnose absichert und welche Behandlung heute möglich ist.
Die vier Leitsymptome
Vermehrter Durst. Übersteigt der Blutzucker die Nierenschwelle von etwa 250 mg/dl, gelangt Zucker in den Urin und zieht Wasser mit sich. Die Katze verliert Flüssigkeit und trinkt mehr. Viele Halter bemerken zuerst, dass die Katze am Wasserhahn oder aus der Dusche trinkt.
Vermehrter Harnabsatz. Die Klumpen in der Streu werden größer, die Katze geht öfter aufs Klo. Manche Katzen werden unsauber, weil die Blase schneller voll ist.
Gesteigerter Appetit. Die Zellen hungern trotz hohem Blutzucker, weil der Zucker nicht in sie hineinkommt. Die Katze frisst mehr und drängt zu den Fütterungszeiten.
Gewichtsverlust. Der Körper baut Fett und Muskeln ab, um Energie zu gewinnen. Eine Katze, die viel frisst und trotzdem abnimmt, gehört zum Tierarzt.
Weitere Anzeichen, die oft übersehen werden
Diabetische Katzen ziehen sich zurück, wirken abgeschlagen und pflegen ihr Fell weniger. Das Fell wird glanzlos, trocken und verfilzt. Der Muskeltonus lässt nach, die Katze springt seltener auf Fensterbank oder Sofa.
Ein typisches Spätzeichen ist der sogenannte plantigrade Gang: Die Katze läuft mit durchgedrückten Sprunggelenken, die Fersen berühren fast den Boden. Ursache ist eine diabetische Nervenschädigung an den Hinterbeinen. Oft besteht zusätzlich ein bakterieller Harnwegsinfekt, der ohne Symptome verlaufen kann.
Anders als bei Hund und Mensch trüben sich die Augenlinsen bei diabetischen Katzen nicht ein. Ein grauer Star bei einer Katze ist altersbedingt, kein Hinweis auf Diabetes.
Werden die Symptome lange übersehen, kann die Katze in eine diabetische Ketoazidose rutschen: Erbrechen, Austrocknung, schnelle Atmung, Azetongeruch aus dem Maul, Benommenheit bis zum Koma. Das ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der stationär mit Infusionen und Insulin behandelt werden muss.
Welche Katzen besonders gefährdet sind
Etwa eine von 200 Katzen erkrankt an Diabetes. Die Häufigkeit hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Bei Erstdiagnose sind die Katzen meist zwischen 7 und 15 Jahre alt, im Mittel 10,7 Jahre.
Wichtigster Risikofaktor ist Übergewicht. Kastrierte Kater und Katzen in reiner Wohnungshaltung sind überproportional betroffen. Burma-Katzen haben ein vierfach höheres Risiko. Auch die Behandlung mit Kortison, chronische Nierenerkrankungen, Infektionen und Hormonstörungen können einen Diabetes auslösen. Bei etwa einem Viertel der diabetischen Katzen steckt ein gutartiger Tumor der Hirnanhangsdrüse dahinter, der zu viel Wachstumshormon produziert.
So stellt der Tierarzt die Diagnose
Ein einzelner Blutzuckerwert aus der Praxis reicht bei Katzen nicht. Der Stress des Tierarztbesuchs treibt den Blutzucker nach oben, bei manchen Katzen bis in den Bereich, der bei Hunden schon Diabetes bedeuten würde. Werte über 288 mg/dl erreicht der reine Stress allerdings kaum.
Deshalb misst der Tierarzt Fructosamin. Dieser Wert zeigt den durchschnittlichen Blutzucker der letzten zwei bis drei Wochen. Werte über 340 µmol/l sprechen für Diabetes. In den ersten Krankheitswochen kann Fructosamin noch normal sein, dann hilft eine Wiederholung nach einigen Wochen. Dazu kommen Urinuntersuchung auf Zucker und Ketonkörper sowie ein Blutbild, um Nieren, Leber und Schilddrüse zu prüfen. Eine Schilddrüsenüberfunktion kann Fructosamin künstlich senken und den Diabetes verschleiern.
Behandlung und Aussichten
Standard ist Insulin, das zweimal täglich unter die Haut gespritzt wird. Die Dosis wird über regelmäßige Blutzuckermessungen schrittweise angepasst. Viele Halter lernen, den Blutzucker zu Hause am Ohr zu messen. Die Nadeln sind winzig, die meisten Katzen tolerieren die Spritze im Futter-Moment problemlos.
Seit dem Frühjahr 2024 gibt es in Europa eine Alternative: SGLT-2-Hemmer wie Velagliflozin. Sie werden einmal täglich als Flüssigkeit ins Maul oder aufs Futter gegeben und schleusen den Zucker über die Niere aus. Sie eignen sich für Katzen ohne Ketoazidose und ohne schwere Begleiterkrankungen. Die Europäische Arzneimittelagentur hat den Wirkstoff im Oktober 2023 positiv bewertet.
Für beide Behandlungen gilt: Die Umstellung auf eiweißreiches, kohlenhydratarmes Futter hilft. Nassfutter ist meist besser geeignet als Trockenfutter. Übergewichtige Katzen müssen langsam abnehmen. Bei frühzeitiger Behandlung erreichen bis zu 50 Prozent der Katzen eine Remission und kommen ohne Insulin aus. Rückfälle sind möglich, deshalb bleiben Gewicht und Futter dauerhaft wichtig.
Häufige Fragen
Wie viel trinkt eine Katze mit Diabetes?
Deutlich mehr als die üblichen 40 bis 60 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht am Tag. Miss die Trinkmenge über 24 Stunden, wenn du unsicher bist, und nimm die Zahl mit zum Tierarzt.
Kann ich Diabetes bei meiner Katze zu Hause testen?
Urin-Teststreifen aus der Apotheke zeigen Zucker im Urin an. Ein positiver Streifen ist ein Verdacht, kein Beweis. Die Diagnose stellt der Tierarzt über Fructosamin und Blutbild.
Ist Diabetes bei Katzen heilbar?
Eine Remission ist möglich, vor allem in den ersten Monaten nach der Diagnose und bei konsequenter Futterumstellung. Bis zu 50 Prozent der Katzen kommen dann ohne Insulin aus.
Was passiert, wenn ich eine Insulinspritze vergesse?
Eine ausgelassene Dosis ist weniger gefährlich als eine doppelte. Gib die nächste Dosis zum gewohnten Zeitpunkt und spritze nie nach, wenn du unsicher bist, ob die Katze schon Insulin bekommen hat.
Woran erkenne ich eine Unterzuckerung?
Zittern, Schwanken, Schwäche, weite Pupillen, Krämpfe. Gib sofort etwas Zuckerlösung oder Honig aufs Zahnfleisch und ruf den Tierarzt an.
Kann eine Katze mit Diabetes alt werden?
Ja. Gut eingestellte Katzen leben viele Jahre mit der Krankheit. Entscheidend sind regelmäßige Kontrollen, stabiles Gewicht und ein fester Tagesablauf.
Quellen
- Feliner Diabetes mellitus — Wikipedia
- Europäische Arzneimittelagentur: Senvelgo (Velagliflozin)
- Feline Hyperthyreose — Wikipedia
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Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- FORL bei Katzen: Symptome, Diagnose und Behandlung
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Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







