Cat Sphynx. Kittens. img 11

Katze chippen lassen: Ablauf, Kosten nach GOT und Pflicht

Aktualisiert am 29.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: Beim Chippen setzt der Tierarzt einen etwa 12 Millimeter langen Transponder mit einer Spritze unter die Haut an der linken Halsseite. Eine Narkose ist nicht nötig, der Pieks dauert Sekunden. Der Chip trägt eine 15-stellige Nummer, die ein Katzenleben lang bleibt. Nach der Gebührenordnung kostet die Implantation im einfachen Satz 10,24 Euro plus Dokumentation, Chip und Mehrwertsteuer. Für Auslandsreisen ist der Chip Pflicht, in vielen Gemeinden auch für Freigänger. Ohne Registrierung bei TASSO oder FINDEFIX nützt der Chip nichts.

Eine entlaufene Katze ohne Kennzeichnung landet im Tierheim, und niemand weiß, wem sie gehört. Nach Schätzung von TASSO ist in Deutschland nur etwa jedes zweite Haustier registriert. Der Chip ist der einzige Weg, eine gefundene Katze sicher ihrem Halter zuzuordnen.

Der Begriff Chip ist umgangssprachlich. Korrekt heißt das Bauteil Transponder: ein passiver Funksender aus einer Glaskapsel mit Antennenspule und Mikrochip, etwa so groß wie ein Reiskorn. Er hat keine Batterie, sendet nichts von sich aus und wird erst aktiv, wenn ein Lesegerät wenige Zentimeter entfernt ist.

Hier liest du, wie das Chippen abläuft, was es kostet, wann es vorgeschrieben ist und warum die Registrierung danach der wichtigste Schritt ist.

So läuft das Chippen ab

Den Transponder setzt ein Tierarzt. Er sitzt steril in einer Einwegkanüle und wird mit einer Injektionsspritze flach unter die Haut geschoben. Die vorgesehene Stelle ist die linke Halsseite, ein bis vier Finger vom Ohr Richtung Schulterblatt. Diese Stelle ist international einheitlich festgelegt, damit jedes Lesegerät den Chip schnell findet.

Eine Narkose ist nicht nötig. Die Kanüle ist etwas dicker als bei einer Impfung, der Schmerz vergleichbar mit einem kräftigen Pieks. Wichtig ist, dass die Katze gut festgehalten wird, damit sie nicht zuckt. Danach liest der Tierarzt den Chip zur Kontrolle aus und klebt die Nummer als Barcode in den Impfpass oder EU-Heimtierausweis.

Der Transponder verwächst innerhalb weniger Tage mit dem Gewebe und wandert danach in der Regel nicht mehr. Er wiegt deutlich unter einem Gramm, nutzt sich nicht ab und hält ein Katzenleben lang. In den ersten Tagen solltest du die Stelle in Ruhe lassen und nicht daran herumdrücken.

Gechippt werden kann ab der Abgabe beim Züchter oder Tierheim, oft zusammen mit der ersten Impfung mit acht Wochen. Viele Tierärzte kombinieren das Chippen mit der Kastration, dann merkt die Katze nichts.

Was das Chippen kostet

Die Gebühren regelt die Tierärztegebührenordnung (GOT) vom November 2022. Die Position 238, Implantation eines Transponders, steht dort mit 10,24 Euro im einfachen Satz. Dazu kommen Position 239, Dokumentation im Rahmen der Kennzeichnung, mit 5,50 Euro. Wird die Katze gleichzeitig untersucht, kommt die allgemeine Untersuchung mit Beratung für Katzen mit 23,62 Euro dazu.

Der Tierarzt darf den ein- bis dreifachen Satz berechnen, im Notdienst mehr. Der Transponder selbst wird als Material extra abgerechnet, und auf alles kommen 19 Prozent Mehrwertsteuer. Die Rechnung hängt also davon ab, welchen Faktor die Praxis ansetzt und ob das Chippen mit einem anderen Termin verbunden wird. Frag vorher nach dem Gesamtpreis, die meisten Praxen nennen ihn am Telefon.

Die Registrierung danach ist bei TASSO und FINDEFIX kostenlos. Manche Praxen übernehmen die Meldung, andere geben dir die Nummer mit. Klär das vor Ort, sonst bleibt der Chip eine Nummer ohne Namen.

Wann das Chippen Pflicht ist

Eine bundesweite Chippflicht für Katzen gibt es in Deutschland bisher nicht. Drei Fälle machen den Chip trotzdem zur Pflicht.

Reisen ins Ausland. Für jede Reise in ein anderes EU-Land braucht die Katze einen EU-Heimtierausweis, eine gültige Tollwutimpfung und einen Transponder nach ISO-Norm. Die Impfung ist frühestens ab der zwölften Lebenswoche möglich und gilt erst 21 Tage danach. Nur Tätowierungen, die vor dem 3. Juli 2011 gestochen wurden, werden noch als Kennzeichnung anerkannt.

Katzenschutzverordnungen. Viele Städte und Gemeinden haben auf Grundlage von Paragraf 13b des Tierschutzgesetzes eine Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigänger erlassen. In der Regel müssen Katzen mit freiem Auslauf ab dem fünften Lebensmonat gechippt, registriert und kastriert sein. Verstöße kosten Bußgeld. In Niedersachsen gilt seit 2023 eine landesweite Verordnung, Sachsen hat keine. Ob deine Gemeinde eine hat, sagt dir das Ordnungsamt.

EU-Verordnung ab 2026. Im April 2026 hat das Europäische Parlament einer Verordnung zugestimmt, die EU-weit eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Hunde und Katzen einführt. Für privat gehaltene Katzen gilt eine Übergangsfrist von 15 Jahren, für Tiere aus Tierheimen und Handel vier Jahre. Wie Deutschland die Regel umsetzt, ist noch offen.

Was der Chip kann und was nicht

Der Chip speichert eine 15-stellige Nummer, sonst nichts. Keine Adresse, keine Krankheitsdaten. Erst die Registrierung in einer Datenbank verbindet die Nummer mit dir. Deshalb gehört die Katze direkt nach dem Chippen bei TASSO oder FINDEFIX eingetragen, beide sind kostenlos. Weil die Register nicht vernetzt sind, empfiehlt sich der Eintrag in beiden.

Orten kannst du deine Katze über den Chip nicht. Er hat keine Energiequelle und sendet kein Signal. Wer die Katze aufspüren will, braucht einen GPS-Tracker am Halsband. Strahlung gibt der Chip ebenfalls nicht ab. TASSO berichtet, dass bei über 10 Millionen registrierten Tieren kein Hinweis auf krebserregende Wirkung eingegangen ist.

Auch Wohnungskatzen sollten gechippt sein. Ein offenes Fenster, ein Umzugstag oder ein Handwerker reichen, damit eine Katze verschwindet, die noch nie draußen war.

Häufige Fragen

Tut das Chippen der Katze weh?

Kurz. Die Kanüle ist dicker als eine Impfnadel, der Schmerz dauert Sekunden. Eine Narkose ist nicht nötig, viele Katzen zucken nur kurz.

Ab welchem Alter kann eine Katze gechippt werden?

Ab der Abgabe, meist mit acht bis zwölf Wochen. Oft geschieht es zusammen mit der ersten Impfung oder bei der Kastration.

Kann der Chip im Körper wandern?

Er verwächst innerhalb weniger Tage mit dem Gewebe und bleibt normalerweise an der linken Halsseite. Lesegeräte werden vorsichtshalber über den ganzen Rumpf geführt.

Muss ich die Katze registrieren, wenn sie gechippt ist?

Ja, sonst ist der Chip wertlos. Die Nummer allein sagt niemandem, wem die Katze gehört. Die Registrierung bei TASSO und FINDEFIX ist kostenlos.

Ersetzt der Chip die Tätowierung?

Ja. Tätowierungen brauchen Narkose, verblassen und sind seit 2011 für Auslandsreisen nicht mehr zulässig. Der Chip ist fälschungssicher und international gültig.

Kann ich den Chip selbst auslesen?

Nur mit einem Lesegerät. Tierärzte, Tierheime, Polizei und viele Tierschutzvereine haben eines. Die Nummer steht auch im Impfpass.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Vanessa schreibt fuer haustiergesundheit.net ueber Haltung, Ernaehrung und Gesundheit von Tieren.


Nach oben scrollen