Cat under Blanket

Kater zum Decken: Voraussetzungen, Recht und Ablauf

Kurzantwort: Ein Deckkater braucht Papiere, aktuelle Gesundheitstests und eine eigene Unterkunft. Ab der fünften fortpflanzungsfähigen Katze oder ab fünf Würfen pro Jahr ist eine Erlaubnis nach § 11 Tierschutzgesetz nötig. Qualzuchtmerkmale schließen ein Tier von der Zucht aus. Ohne schriftlichen Deckvertrag sollte kein Deckakt stattfinden.

Der Satz „mein Kater könnte doch mal decken“ fällt oft nebenbei. Dahinter steht ein Vorgang mit rechtlichen, gesundheitlichen und haltungstechnischen Anforderungen.

Eine Katzenzucht ist kein Nebenprodukt der Haustierhaltung. Sie hat eigene Regeln, und ein Teil davon steht im Tierschutzgesetz.

Hier stehen die Punkte, die vor dem ersten Deckakt geklärt sein müssen.

Wer einen Deckkater einsetzen darf

Die Schwelle zur Erlaubnispflicht ist konkret. Nach dem Merkblatt der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz ist eine Erlaubnis nach § 11 Absatz 1 Nummer 8a Tierschutzgesetz für gewerbsmäßiges Züchten ab der fünften fortpflanzungsfähigen Katze oder ab fünf Würfen pro Jahr erforderlich.

Für die Erteilung müssen die Antragstellerin oder der Antragsteller sowie die verantwortlichen Personen Sachkunde und Zuverlässigkeit nachweisen. Außerdem müssen Haltungseinrichtungen und Betriebsabläufe die tierschutzrechtlichen Anforderungen einhalten.

Bei Rassekatzen kommt die Vereinsebene dazu. Zuchtvereine verlangen in der Regel einen anerkannten Stammbaum, eine Zuchtzulassung und die Einhaltung ihrer Zuchtordnung. Ein Kater ohne Papiere wird dort nicht zum Deckkater.

Was die Zucht verbietet

§ 11b Tierschutzgesetz untersagt das Züchten, wenn bei der Nachzucht erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen, untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten.

Die TVT nennt für Katzen konkrete Qualzuchtmerkmale: Haarlosigkeit, extreme Kurzköpfigkeit, weiße Fellfarbe in Verbindung mit blauen Augen wegen der Verbindung zur Taubheit, Faltohren, Kurzschwänzigkeit und Kurzbeinigkeit.

Trägt ein Kater eines dieser Merkmale, scheidet er als Deckkater aus. Die Bundestierärztekammer stellt dazu Material bereit, ergänzt durch die öffentliche Qualzucht-Datenbank.

Gesundheitstests vor dem Deckakt

Vor der Zuchtverwendung stehen Tests auf das Feline Leukämievirus und das Feline Immundefizienzvirus. Beide Infektionen werden beim Deckakt und bei Bissverletzungen übertragen.

Bei der Beurteilung der Ergebnisse ist Zeit ein Faktor. Bei einer frisch infizierten Katze lässt sich das Virus in der Regel erst nach etwa drei Wochen nachweisen. Bei Tieren unter zwölf Wochen ist ein negatives Ergebnis noch nicht aussagekräftig.

Dazu kommt ein belastbarer Impfschutz nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin, mindestens gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, sowie eine aktuelle Parasitenbehandlung.

Je nach Rasse verlangen Zuchtvereine weitere Untersuchungen, etwa Herzultraschall auf hypertrophe Kardiomyopathie oder einen Gentest auf polyzystische Nierenerkrankung. Welche Tests gefordert sind, steht in der Zuchtordnung des jeweiligen Vereins.

Wie der Deckakt abläuft

Die Kätzin reist zum Kater, nicht umgekehrt. In seinem Revier ist der Kater ruhiger und deckwilliger.

Während der Rolligkeit ist die Kätzin etwa fünf bis sechs Tage lang empfänglich. Der Eisprung wird meist erst durch den Deckakt ausgelöst, deshalb bleiben die Tiere über mehrere Tage zusammen und paaren sich mehrfach.

Bleibt der Deckakt aus, wird die Kätzin normalerweise nach neun Tagen erneut rollig. Kam es zum Eisprung ohne Trächtigkeit, folgt die nächste Rolligkeit nach fünf bis sechs Wochen.

Die Trächtigkeit dauert im Mittel 63 bis 65 Tage. Wichtig für die Planung: Eine rollige Kätzin kann sich mit mehreren Katern paaren, die Geschwister eines Wurfes können deshalb verschiedene Väter haben. Freigang während der Rolligkeit ist damit ausgeschlossen.

Deckvertrag und Deckgebühr

Für Deckgebühren gibt es keine amtliche Gebührenordnung. Der Betrag wird frei vereinbart und richtet sich nach Rasse, Titeln und Nachfrage.

In den schriftlichen Vertrag gehören mindestens: Höhe und Fälligkeit der Deckgebühr, die Regelung für ein kostenloses Nachdecken, was gilt, wenn die Kätzin leer bleibt, wer Tierarztkosten während des Aufenthalts trägt und wann die Kätzin zurückgeholt wird.

Halte außerdem fest, welche Testergebnisse beide Seiten vorgelegt haben und wie alt sie sind. Ein Testergebnis von vor zwei Jahren sagt über den heutigen Status nichts aus, weil beide Infektionen jederzeit neu dazukommen können.

Wie ein Deckkater gehalten werden muss

Die TVT weist auf einen Punkt ausdrücklich hin: Bei Katzenzuchten ist besonderes Augenmerk auf die Deckkater zu richten. Da sie nicht in der allgemeinen Katzengruppe leben können, brauchen sie eigene Unterkünfte.

Diese Unterkünfte müssen denselben Haltungsansprüchen genügen wie bei allen anderen dauerhaft gehaltenen Katzen. Auch ein Deckkater braucht täglich ausreichend Anregung, Beschäftigung und Kontakt zu seinen Betreuungspersonen.

Dazu kommt der Alltag mit dem Markieren. Unkastrierte Kater zeigen fast immer Markierverhalten, und das lässt sich durch Erziehung nicht abstellen. Wer einen Familienkater hat, verliert ihn mit der Zuchtverwendung als solchen.

Häufige Fragen

Ab wann brauche ich eine Erlaubnis für die Zucht?

Ab der fünften fortpflanzungsfähigen Katze oder ab fünf Würfen pro Jahr greift die Erlaubnispflicht nach § 11 Absatz 1 Nummer 8a Tierschutzgesetz.

Darf ein Hauskater ohne Papiere decken?

Ein Zuchtverein lässt ihn nicht zu. Unkontrollierte Vermehrung widerspricht außerdem der Vorsorgepflicht, die die TVT für Halter beider Geschlechter formuliert.

Welche Tests braucht ein Deckkater?

Mindestens FeLV und FIV, dazu Impfschutz nach StIKo Vet und eine aktuelle Parasitenbehandlung. Rassespezifische Tests regelt die Zuchtordnung.

Wie lange bleibt die Kätzin beim Kater?

Meist mehrere Tage, weil der Eisprung erst durch den Deckakt ausgelöst wird und mehrfache Paarungen die Trächtigkeit sichern.

Was kostet ein Deckakt?

Das ist frei verhandelbar, eine amtliche Gebührenordnung gibt es dafür nicht. Der Betrag gehört in den Deckvertrag.

Welche Merkmale schließen einen Kater von der Zucht aus?

Haarlosigkeit, extreme Kurzköpfigkeit, weißes Fell mit blauen Augen, Faltohren, Kurzschwänzigkeit und Kurzbeinigkeit gelten als Qualzuchtmerkmale.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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