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Kurzantwort: Ein Kitten wird von einem erwachsenen Kater meist leichter angenommen als eine ausgewachsene Katze. Der Ablauf bleibt derselbe: mindestens zehn Tage getrennt, dann Geruchstausch, dann Sichtkontakt, zuletzt freier Kontakt. Das Kitten sollte bis mindestens zur zehnten, besser zur zwölften Lebenswoche bei Mutter und Geschwistern bleiben. Der Kater muss kastriert sein.
Wer eine zweite Katze zu einem erwachsenen Kater setzt, hat mit einem Jungtier die besseren Karten. Der Grund liegt im Sozialverhalten.
Die Chancen eines friedlichen Zusammenlebens sind besser, wenn Katzen sehr jung miteinander vergesellschaftet werden. Bei zwei erwachsenen Tieren ist besonders vorsichtig und geduldig vorzugehen — so formuliert es das Merkblatt der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz.
Damit das Kitten diesen Vorteil auch ausspielen kann, müssen Alter, Gesundheit und Ablauf stimmen.
Das richtige Alter beim Kitten
Mutterkatzen sind mit ihren Welpen zusammenzuhalten, bis diese mindestens zehn Wochen alt sind. Gut sozialisierte Kitten, deren Mutter ebenfalls keine Scheu vor Menschen zeigt, sollten besser noch bis zur zwölften Woche bei Mutter und Geschwistern bleiben.
Eine Ausnahme nennt die TVT ausdrücklich: Nur Kitten, deren Muttertiere ausgeprägt scheu sind oder die in den ersten Lebenswochen nicht ausreichend auf den Menschen sozialisiert werden konnten, sollten früher umziehen — einige Tage nach der ersten Impfung, also etwa in der neunten Lebenswoche.
Der Hintergrund ist die sensible Phase, vor allem die zweite bis siebte Lebenswoche. In dieser Zeit lernt das Kitten, mit Menschen und Umweltreizen umzugehen. Was dort fehlt, lässt sich später nur mühsam nachholen.
Wer ein Kitten mit sechs oder sieben Wochen angeboten bekommt, sollte deshalb ablehnen. Zugefüttert wird ab der dritten bis vierten Lebenswoche, abgegeben aber deutlich später.
Gesundheit vor dem Einzug
Neu hinzukommende Katzen aus Haltungen mit unbekanntem Hygienestatus sollten mindestens zehn Tage getrennt gehalten werden. Bei einem Kitten ist das besonders wichtig, weil sein Immunsystem noch unfertig ist.
Die Grundimmunisierung startet in der Regel ab der achten Lebenswoche. Beide Tiere brauchen einen Impfschutz nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin, mindestens gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche, dazu eine aktuelle Parasitenbehandlung.
Der erwachsene Kater ist dabei das größere Risiko für das Kitten. Freigängerkatzen können symptomlose Träger von Infektionskrankheiten sein.
So läuft die Zusammenführung
Das Kitten bezieht ein eigenes Zimmer mit Futternapf, mehreren Wasserstellen, Katzentoilette und Kratzmöglichkeit. Der Mindestabstand zwischen Toilette, Futter- und Wasserstelle beträgt drei Meter.
In den ersten Tagen tauschst du nur Gerüche: Decken wechseln, beidseits der geschlossenen Tür füttern, das Kitten die Wohnung erkunden lassen, während der Kater im getrennten Raum ist.
Danach folgt Sichtkontakt durch ein Gitter oder einen Türspalt, mehrmals täglich und kurz. Erst wenn beide dabei entspannt bleiben, gibt es freien Kontakt unter Aufsicht.
Dass es geklappt hat, erkennst du an vier Zeichen: gegenseitiges Begrüßen, Kontaktliegen, gemeinsames Spielen und wechselseitige Fellpflege.
Rechne mit zwei bis sechs Wochen. Einige Katzen schließen sehr schnell Freundschaft, manche brauchen länger, andere dulden sich nur und werden nie eine soziale Gruppe. Auch das ist ein Ergebnis, mit dem sich leben lässt.
Ab dem freien Kontakt gilt die dauerhafte Ausstattung: ein Futternapf pro Tier, mehrere Wasserstellen, drei Meter Abstand zwischen Toilette, Futter und Wasser und Rückzugsorte mit zwei Öffnungen auf verschiedenen Ebenen.
Größenunterschied: Spiel, Schutz und Rückzug
Ein ausgewachsener Kater wiegt schnell das Vier- bis Fünffache eines zwölf Wochen alten Kittens. Das Durchschnittsgewicht einer Hauskatze liegt bei rund vier Kilogramm, mit einer Spanne von etwa 2,5 bis 8 Kilogramm.
Grobes Spiel ist deshalb ein echtes Risiko. Das Kitten braucht Rückzugsorte, die der Kater nicht erreicht — enge Durchschlüpfe oder erhöhte Plattformen erfüllen diesen Zweck.
Umgekehrt gilt: Für erwachsene Katzen dreidimensional strukturierte Räume können für unerfahrene Welpen ein Verletzungsrisiko darstellen. Hohe Kletterebenen ohne Zwischenstufe werden für die erste Zeit gesichert oder unerreichbar gemacht.
Beobachte das Spiel und beende es, wenn das Kitten quiekt, sich duckt oder flieht. Ein Kater, der ein Jungtier festhält, spielt nicht mehr.
Warum der Kater kastriert sein muss
Unkastrierte Kater zeigen fast immer Markierverhalten. In einem Haushalt mit Jungtier bedeutet das dauerhaften Stress für alle Beteiligten.
Dazu kommt der Zeitfaktor. Kätzinnen werden zwischen dem vierten und zwölften Lebensmonat geschlechtsreif. Ein weibliches Kitten kann also innerhalb weniger Monate trächtig werden, wenn der Kater unkastriert bleibt.
Bei zweigeschlechtlicher Gruppenhaltung erlaubt § 6 Absatz 1 Nummer 5 des Tierschutzgesetzes die Kastration ausdrücklich zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung. Plane den Termin für das Jungtier gleich mit ein.
Häufige Fragen
Ab welchem Alter darf ein Kitten einziehen?
Frühestens mit zehn Wochen, besser mit zwölf. Nur bei sehr scheuen Muttertieren empfiehlt die TVT einen früheren Umzug um die neunte Woche.
Akzeptiert ein alter Kater ein Kitten?
Häufiger als eine erwachsene Katze, garantiert ist es nicht. Ein sehr altes oder krankes Tier reagiert oft gereizt auf ständige Spielaufforderungen.
Wie lange muss das Kitten getrennt bleiben?
Mindestens zehn Tage, wenn der Hygienestatus der Herkunft unbekannt ist.
Was tun, wenn der Kater das Kitten anfaucht?
Fauchen gehört zur Klärung und ist kein Abbruchgrund. Eingreifen musst du, wenn der Kater das Kitten festhält oder ihm den Zugang zu Futter und Toilette versperrt.
Braucht das Kitten eine eigene Katzentoilette?
Ja. Es gilt die Faustformel n plus 1, bei zwei Tieren also drei Toiletten mit niedrigem Einstieg für das Jungtier.
Muss auch das Kitten kastriert werden?
Wenn beide Tiere zusammenleben, ja. Kätzinnen können bereits ab dem vierten Lebensmonat trächtig werden.
Quellen
- Merkblatt Nr. 189 „Mindestanforderungen an die Haltung von Katzen“, TVT e. V.
- Leitlinien der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin am Friedrich-Loeffler-Institut
- § 6 Tierschutzgesetz — Kastration zur Verhinderung unkontrollierter Fortpflanzung
- Hauskatze — Gewicht und Geschlechtsreife
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
- Kater und Katze zusammenführen: Ablauf Schritt für Schritt
- Kater zum Decken: Voraussetzungen, Recht und Ablauf
- Kater wann kastrieren: Alter, Kosten und die Rechtslage
Von Vanessa, Redaktion haustiergesundheit.net. Bei ernsten Beschwerden verweist der Text auf die Tierarztpraxis.

Vanessa hat vor fünf Jahren eine Hündin aus dem Tierschutz aufgenommen und seitdem viel über Geduld gelernt. Sie schreibt über Adoption und Eingewöhnung.







