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Kater oder Katze erkennen: das Geschlecht sicher bestimmen

Kurzantwort: Entscheidend ist der Abstand zwischen After und Genitalöffnung. Beim Kater liegen beide weiter auseinander, die Öffnung darunter ist rund. Bei der Kätzin sitzen sie dicht beieinander, die Öffnung ist ein senkrechter Schlitz. Ab der achten Lebenswoche siehst du das deutlich, vorher braucht es einen geübten Blick.

Die Frage kommt meist am Tag der Abholung. Der Vorbesitzer sagt „Kater“, und beim ersten Tierarzttermin steht plötzlich etwas anderes im Impfausweis.

Verwechslungen sind bei jungen Kitten häufig. Die äußeren Geschlechtsteile sind winzig, das Fell verdeckt sie, und das Tier hält selten still.

Hier steht, welches Merkmal wirklich trägt, ab wann es zuverlässig ist und welche Hinweise nur Wahrscheinlichkeiten liefern.

Der Blick unter den Schwanz

Das Veterinary Teaching Hospital der Washington State University beschreibt das Vorgehen knapp: Die Öffnung direkt unter dem Schwanz ist der After. Darunter liegt die Genitalöffnung. Beim Kater ist sie rund, bei der Kätzin ein senkrechter Schlitz.

Der zweite Punkt ist der Abstand. Zwischen After und Genitalöffnung liegt beim Kater mehr Raum als bei der Kätzin, wenn du Tiere gleicher Größe vergleichst. Genau deshalb funktioniert der Vergleich innerhalb eines Wurfs besser als die Betrachtung eines einzelnen Kittens.

Als Merkhilfe hat sich die Schreibweise mit Satzzeichen durchgesetzt: Beim Kater sieht die Anordnung aus wie ein Doppelpunkt, bei der Kätzin eher wie ein umgedrehtes Ausrufezeichen mit einem senkrechten Strich darunter.

Beim Handling gilt eine feste Regel. Du hebst den Schwanz sanft an, während das Tier auf deinem Arm oder auf einer Decke liegt. Ein Kitten wird niemals am Schwanz angehoben.

Such dir dafür einen ruhigen Moment aus, am besten kurz nach dem Fressen oder direkt nach dem Aufwachen. Zwei bis drei Sekunden reichen völlig. Wehrt sich das Tier, lass es los und versuch es später erneut. Wer festhält, bekommt beim nächsten Mal gar keine Gelegenheit mehr.

Gutes Licht hilft mehr als jede Vergrößerung. Halte das Kitten mit dem Rücken zu dir, sodass die Beine frei hängen und die Region unter dem Schwanz offen liegt.

Ab welchem Alter das zuverlässig klappt

Möglich ist die Bestimmung ab dem ersten Lebenstag. Einfach wird sie später. Ab etwa acht Wochen sind die Tiere weit genug entwickelt, dass die Unterschiede klar zu sehen sind.

Beim heranwachsenden Kater kommt ein zweites Merkmal dazu: Die Hoden treten mit dem Wachstum immer deutlicher hervor. Beim erwachsenen unkastrierten Kater erkennst du sie als zwei Wölbungen zwischen After und Penisöffnung.

Für die Praxis heißt das: Wer ein sechs Wochen altes Kitten übernimmt und sich nicht sicher ist, lässt beim ersten Impftermin nachsehen. Die Grundimmunisierung startet nach dem Merkblatt der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz in der Regel ab der achten Lebenswoche, der Termin steht also ohnehin an.

Was die Fellfarbe verrät

Bei einem Muster ist die Aussage fast eindeutig. Schildpatt, also die Mischung aus roten und schwarzen Fellpartien, tritt beinahe ausschließlich bei weiblichen Tieren auf. Nur 0,43 Prozent aller Schildpattkatzen sind Kater.

Der Grund liegt auf dem X-Chromosom. Die Allele für Rot und Schwarz liegen jeweils auf einem der beiden X-Chromosomen. In jeder Zelle bleibt nur ein X aktiv, das andere wird schon in der frühen Embryonalentwicklung stillgelegt. Aus diesem Mosaik entsteht das gefleckte Fell. Ein Tier braucht dafür zwei X-Chromosomen.

Die seltenen Schildpattkater haben deshalb einen abweichenden Chromosomensatz, etwa XXY beim Klinefelter-Syndrom oder ein XX/XY-Mosaik. Diese Tiere sind meist unfruchtbar.

Bei rotem Fell ist die Aussage schwächer. Unter roten Katzen sind mehr Kater als Kätzinnen, eine Diagnose lässt sich daraus aber nicht ableiten. Rote Kätzinnen gibt es reichlich.

Merkmale, die nichts beweisen

Größe innerhalb des Wurfs, Kopfform und Spielverhalten taugen bei Kitten nicht zur Bestimmung. Ein kräftiges Kitten kann eine Kätzin sein, ein zartes ein Kater.

Beim erwachsenen Tier verschiebt sich das. Kater werden größer und schwerer als Kätzinnen. Das Durchschnittsgewicht einer Hauskatze liegt bei etwa vier Kilogramm, die Spanne reicht von rund 2,5 bis 8 Kilogramm. Für ein acht Wochen altes Kitten hilft dieser Mittelwert allerdings nicht weiter.

Beim erwachsenen Tier: kastriert oder nicht

Wer eine zugelaufene Katze einschätzen will, achtet auf das Verhalten. Unkastrierte Kater zeigen nach dem TVT-Merkblatt fast immer Markierverhalten, also gezieltes Absetzen von Urin an senkrechten Flächen.

Bei unkastrierten Kätzinnen steht ein anderes Bild im Vordergrund. Sie können eine Dauerrolligkeit entwickeln und markieren dann ebenfalls oft mit Urin.

Sicherheit bringt nur der Chip. Die TVT empfiehlt, alle freilaufenden Katzen kastrieren, per Transponder kennzeichnen und in einem Haustierregister eintragen zu lassen, etwa bei Findefix oder Tasso. Jede Tierarztpraxis und jedes Tierheim kann den Chip auslesen.

Häufige Fragen

Ab wann kann ich Kater oder Katze erkennen?

Ab dem ersten Lebenstag ist es möglich. Ab etwa acht Wochen ist es deutlich einfacher, weil die Tiere weiter entwickelt sind.

Ist eine dreifarbige Glückskatze immer weiblich?

Fast immer. 0,43 Prozent aller Schildpattkatzen sind Kater, und diese Tiere sind meist unfruchtbar.

Sind rote Katzen immer Kater?

Nein. Unter roten Katzen sind mehr männliche Tiere, rote Kätzinnen kommen aber regelmäßig vor.

Woran erkenne ich einen kastrierten Kater?

Der Hodensack bleibt als kleine, leere Hautfalte erhalten. Verlässlich ist nur der Impfausweis oder ein Blick auf die Chipdaten.

Kann sich auch der Züchter irren?

Bei sehr jungen Kitten passiert das. Lass das Geschlecht beim ersten Impftermin bestätigen, bevor Papiere und Registrierung ausgestellt werden.

Darf ich das Kitten zum Nachsehen hochheben?

Kurz anheben und den Schwanz sanft zur Seite legen reicht. Am Schwanz getragen wird eine Katze nie.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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