Katze mit tränenden Augen und Nasenausfluss liegt auf einer Decke

Geht Katzenschnupfen von alleine weg? Verlauf und Behandlung

Kurzantwort: Katzenschnupfen geht in der Regel nicht von alleine weg. Nur sehr milde Verläufe bei geimpften, immunstarken Katzen klingen manchmal ohne Behandlung ab. Ohne tierärztliche Versorgung drohen chronische Nasennebenhöhlenentzündung, Hornhautschäden am Auge und bei Welpen und Senioren ein tödlicher Verlauf.

Katzenschnupfen klingt harmlos, ist aber eine Sammelbezeichnung für ansteckende Infektionen der oberen Atemwege, der Augen und der Maulschleimhaut. Beteiligt sind Herpes- und Caliciviren sowie Bakterien wie Chlamydien, Bordetellen und Mykoplasmen. Die Erreger begünstigen sich gegenseitig und treten oft gemeinsam auf.

Deshalb ist die Frage nach dem Abwarten so heikel. Was wie eine Erkältung beginnt, kann innerhalb weniger Tage zu Fieber, Futterverweigerung und Lungenentzündung führen. Hier steht, woran Du den Ernst erkennst und wie die Behandlung aussieht.

Katze mit tränenden Augen und Nasenausfluss liegt auf einer Decke
Tränende Augen und Nasenausfluss sind typische Zeichen für Katzenschnupfen. Foto: wwhyte1968, CC BY-SA 4.0

Was Katzenschnupfen ist

Hinter dem Begriff stecken mehrere Erreger. Das feline Herpesvirus verursacht Niesen, Augen- und Nasenausfluss und Bindehautentzündung. Das Calicivirus greift zusätzlich die Maulschleimhaut an und führt zu schmerzhaften Geschwüren auf Zunge und Gaumen. Bakterien wie Chlamydien und Bordetellen setzen sich auf die geschwächten Schleimhäute und verschlimmern das Bild.

Die Übertragung läuft über Tröpfchen, direkten Kontakt und gemeinsam genutzte Näpfe oder Decken. Betroffen sind vor allem Katzenwelpen, ungeimpfte Tiere, Katzen aus Tierheimen und Mehrkatzenhaushalten sowie ältere oder immungeschwächte Tiere.

Warum Abwarten meist schiefgeht

Viren lassen sich nicht mit Antibiotika bekämpfen, das Immunsystem muss sie selbst in Schach halten. Bei einer gesunden, geimpften Katze kann ein leichter Schnupfen in ein bis zwei Wochen abklingen. Bei allen anderen kippt der Verlauf oft. Verstopfte Nasen nehmen der Katze den Geruchssinn, sie frisst nicht mehr und verliert Kraft, während die Bakterien sich ausbreiten.

Das Herpesvirus bleibt nach der ersten Infektion lebenslang im Körper. Stress, ein Umzug oder eine andere Krankheit reaktivieren es. Unbehandelte Infektionen enden häufig in einer chronischen Rhinitis mit dauerhaft verstopfter Nase und eitrigem Ausfluss, die kaum noch heilbar ist. Am Auge können Hornhautgeschwüre bis zum Verlust des Auges führen.

Warnzeichen, bei denen Du sofort handeln musst

Frisst Deine Katze länger als 24 Stunden nicht, atmet sie mit offenem Maul oder hörbar angestrengt, hat sie Fieber über 39,5 Grad oder kneift sie ein Auge dauerhaft zu, gehört sie noch am selben Tag in die Praxis. Dasselbe gilt für Welpen unter sechs Monaten und Senioren, bei denen ein Katzenschnupfen innerhalb weniger Tage lebensbedrohlich wird.

Auch eitriger, gelblich-grüner Nasenausfluss ist ein Signal. Er zeigt eine bakterielle Beteiligung, die ohne Antibiotikum nicht abheilt.

Tierärztin untersucht eine Katze auf dem Behandlungstisch
Bei Fieber, Futterverweigerung oder Atemnot gehört die Katze sofort in die Praxis. Foto: Veterinarian Pet Alliance, CC BY 4.0

So behandelt der Tierarzt

Die Behandlung richtet sich nach den beteiligten Erregern. Gegen Bakterien gibt es Antibiotika, gegen das Herpesvirus antivirale Wirkstoffe und die Aminosäure L-Lysin, deren Nutzen allerdings umstritten ist. Entzündete Augen bekommen antibiotische oder antivirale Augentropfen. Bei Fieber und Schmerzen helfen Schmerzmittel, bei Dehydrierung Infusionen.

Wichtig ist die Unterstützung des Kreislaufs. Eine Katze, die nicht frisst, wird mit angewärmtem, stark riechendem Futter gelockt oder muss zwangsernährt werden. Inhalationen mit Kochsalzlösung lösen den Schleim. In schweren Fällen bleibt die Katze stationär.

Was Du zu Hause tun kannst

Hausmittel ersetzen die Behandlung nicht, sie ergänzen sie. Reinige Augen und Nase mehrmals täglich mit lauwarmem Wasser und einem weichen Tuch. Stell die Katze für zehn Minuten in ein Bad mit heißem Duschdampf, das befeuchtet die Atemwege. Wärme, Ruhe und ein leicht erreichbarer Wassernapf sind Pflicht.

Verzichte auf ätherische Öle, Menthol und menschliche Erkältungsmittel. Sie sind für Katzen giftig. Trenne die kranke Katze von anderen Katzen im Haushalt und wasch Dir nach jedem Kontakt die Hände.

Der typische Verlauf in Tagen

Nach der Ansteckung vergehen zwei bis fünf Tage bis zu den ersten Symptomen. Am Anfang stehen Niesen, wässriger Nasenausfluss und leicht gerötete Augen. Zwischen dem dritten und siebten Tag wird der Ausfluss dicker, die Katze wirkt matt, das Fieber steigt. Jetzt entscheidet sich, ob die Infektion abklingt oder ob Bakterien die Lage verschärfen.

Wer in dieser Phase zum Tierarzt geht, hat die besten Chancen auf eine vollständige Heilung. Wer wartet, riskiert die zweite Woche mit Futterverweigerung, Maulgeschwüren und Atemnot. Notiere Dir deshalb ab dem ersten Niesen Temperatur, Futteraufnahme und Aussehen des Ausflusses, damit die Praxis den Verlauf einschätzen kann.

Wie lange die Heilung dauert

Bei rechtzeitiger Behandlung bessern sich die Symptome nach drei bis fünf Tagen, ausgeheilt ist ein unkomplizierter Katzenschnupfen nach zwei bis drei Wochen. Bakterielle Komplikationen verlängern die Zeit auf vier bis sechs Wochen. Chronische Verläufe begleiten die Katze ihr Leben lang und brauchen bei jedem Schub erneut Medikamente.

Vorbeugen mit Impfung

Die Impfung gegen Herpes- und Caliciviren gehört zur Grundimmunisierung jeder Katze, auch bei reiner Wohnungshaltung. Sie verhindert die Infektion nicht vollständig, macht den Verlauf aber deutlich milder. Welpen bekommen die erste Impfung mit acht Wochen, danach folgen Wiederholungen nach Impfschema. Gegen Chlamydien und Bordetellen gibt es zusätzliche Impfstoffe für Risikotiere.

Häufige Fragen

Kann Katzenschnupfen von selbst heilen?

Bei geimpften, gesunden Katzen mit sehr mildem Verlauf gelegentlich. Verlassen solltest Du Dich darauf nicht, das Risiko chronischer Schäden ist zu hoch.

Ist Katzenschnupfen für Menschen ansteckend?

Nein. Die Viren sind auf Katzen spezialisiert. Chlamydien können in seltenen Fällen eine Bindehautentzündung beim Menschen auslösen.

Wie lange ist eine Katze ansteckend?

Während der Symptome und einige Wochen danach. Herpesträger scheiden das Virus bei Stress immer wieder aus.

Hilft Antibiotikum bei Katzenschnupfen?

Nur gegen die bakteriellen Erreger. Gegen Herpes- und Caliciviren wirkt es nicht.

Was kostet die Behandlung?

Ein unkomplizierter Fall mit Untersuchung und Medikamenten liegt meist im niedrigen dreistelligen Bereich, stationäre Aufenthalte deutlich darüber.

Quellen

Katzenschnupfen: Symptome, Verlauf, Behandlung

Katzenschnupfen: Symptome, Hausmittel, Behandlung

Katzenschnupfen – Wikipedia

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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