Perserkatze mit langem, hellem Fell und flachem Gesicht

Langhaar Perserkatze: Charakter, Pflege und Gesundheit im Porträt

Aktualisiert am 29.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: Die Perserkatze ist eine ruhige, zurückhaltende Langhaarkatze mit mäßigem Freiheitsdrang, die sich gut in der Wohnung halten lässt. Ihr bis zu zehn Zentimeter langes Fell mit dichter Unterwolle verfilzt ohne tägliches Kämmen. Gesundheitlich sind polyzystische Nierenerkrankung und bei kurznasigen Linien Atem- und Augenprobleme die wichtigsten Themen.

Perser zählen zu den ältesten und beliebtesten Rassekatzen. Sie teilen sich mit der Exotic Shorthair und der Colourpoint einen gemeinsamen Rassestandard und unterscheiden sich nur in Felllänge, Textur und Farbe. Der Begriff Langhaar Perserkatze ist deshalb eigentlich doppelt: Jede Perser ist langhaarig, die kurzhaarige Variante heißt Exotic.

Hier findest Du alles, was Du vor der Anschaffung wissen solltest: Wesen, Pflegeaufwand, Krankheiten, Ernährung und die Frage, welcher Kopftyp die gesündere Wahl ist.

Perserkatze mit langem, hellem Fell und flachem Gesicht
Die Perserkatze gehört zu den ältesten Rassekatzen. Foto: Magnus Bråth, CC BY 4.0

Herkunft und Rassestandard

Die Vorfahren der Perser kamen im 17. Jahrhundert aus Persien und der Türkei nach Europa. Die planmäßige Zucht begann im 19. Jahrhundert in England. Der heutige Standard beschreibt eine mittelgroße bis große Katze mit gedrungenem Körper, kurzen kräftigen Beinen, rundem Kopf, kleinen Ohren und großen, runden Augen. Alle Farben sind zugelassen, von Einfarbig über Silber und Golden bis zu Point-Zeichnungen, die als Colourpoint geführt werden.

Kater wiegen fünf bis sieben Kilogramm, Katzen drei bis fünf. Die Lebenserwartung liegt bei 12 bis 16 Jahren.

Charakter: ruhig, anhänglich, wenig sprunglustig

Perser sind gelassene Katzen. Sie klettern selten, springen wenig und verbringen viel Zeit auf dem Sofa oder am Fenster. Sie sind anhänglich, aber nicht aufdringlich, und miauen leise. Fremden gegenüber bleiben sie zurückhaltend. Für Familien mit ruhigen Kindern und für Senioren ist die Rasse gut geeignet.

Der geringe Freiheitsdrang macht die Wohnungshaltung unproblematisch. Sie ist sogar von Vorteil, weil Freigang das Fell verschmutzt und verfilzt. Ein gesicherter Balkon reicht den meisten Persern völlig.

Fellpflege: täglich, bis auf die Haut

Das Perserfell besteht aus langem Deckhaar und sehr dichter Unterwolle. Ohne Pflege bilden sich innerhalb weniger Tage Knoten hinter den Ohren, unter den Achseln, am Bauch und an den Hosen. Kämm die Katze täglich mit einem grobzinkigen Metallkamm bis auf die Haut, danach mit einem feineren Kamm. Eine Bürste allein glättet nur die Oberfläche.

Im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst fällt deutlich mehr Unterwolle an. Manche Halter lassen im Sommer den Bauch scheren. Ein Bad alle vier bis acht Wochen mit Katzenshampoo hält das Fell locker, danach muss die Katze gründlich trocken geföhnt werden. Gewöhn sie von klein auf an Kamm und Föhn.

Perserkatze wird mit einem Kamm gepflegt
Tägliches Kämmen bis auf die Haut verhindert Filz. Foto: ohefin, CC BY-SA 4.0

Augen und Nase täglich reinigen

Bei kurznasigen Persern verlaufen die Tränenkanäle verengt. Tränenflüssigkeit läuft über das Gesicht und hinterlässt braune Spuren. Wisch die Augenwinkel morgens und abends mit einem feuchten, weichen Tuch aus. Verkrustungen in den Nasenfalten können sich entzünden und brauchen dieselbe Pflege.

Typische Krankheiten

Die polyzystische Nierenerkrankung, kurz PKD, ist erblich und bei Persern weit verbreitet. Zysten in den Nieren wachsen über Jahre und führen zum Nierenversagen. Ein Gentest gibt Sicherheit, seriöse Züchter testen alle Zuchttiere und züchten nur mit negativen Tieren.

Bei extrem kurzköpfigen Linien, den sogenannten Peke-Face-Persern, kommen verengte Nasenlöcher, Atemgeräusche, Zahnfehlstellungen und Hornhautreizungen durch hervorstehende Augen dazu. Die Zucht auf sehr flache Gesichter gilt in Deutschland als Qualzucht. Wähle Züchter mit moderatem Kopftyp und deutlich sichtbarer Nase.

Weitere Themen sind hypertrophe Kardiomyopathie, progressive Retinaatrophie und Hautpilz, der sich im dichten Fell hartnäckig hält.

Beschäftigung und Haltung im Alltag

Perser gelten als bequem, brauchen aber trotzdem Anreize. Zehn Minuten Spiel mit der Federangel am Tag halten die Katze beweglich und beugen Übergewicht vor. Fensterplätze mit Blick nach draußen, ein niedriger Kratzbaum und Rückzugshöhlen genügen, hohe Kletterlandschaften nutzt die Rasse selten.

Wichtig ist eine große Katzentoilette mit niedrigem Einstieg und feinem Streu, das nicht im Fell hängen bleibt. Klumpstreu aus Pflanzenfasern lässt sich leichter auskämmen als Bentonit. Kontrolliere die Hosen täglich, weil dort Kot im langen Fell hängen bleiben kann. Viele Halter kürzen den Bereich um den After mit einer abgerundeten Schere.

Ernährung und Gewicht

Perser bewegen sich wenig und setzen leicht Fett an. Füttere hochwertiges Nassfutter in abgemessenen Portionen und wiege die Katze monatlich. Für die kurze Kieferform gibt es Trockenfutter mit speziell geformten Kroketten, die sich leichter aufnehmen lassen. Malzpaste oder Katzengras helfen gegen Haarballen, die bei Langhaarkatzen häufiger vorkommen.

Kauf: Züchter, Preis, Gesundheitsnachweise

Ein Perserkitten vom Züchter kostet meist 900 bis 1.500 Euro. Verlange den PKD-Gentest der Elterntiere, den Herzultraschall und den Impfpass. Kitten sollten frühestens mit zwölf Wochen abgegeben werden, geimpft, entwurmt und gechippt. Vorsicht bei Kleinanzeigen ohne Papiere: Dort fehlen die Gesundheitsnachweise fast immer, und der günstige Preis wird später beim Tierarzt teuer.

Perser oder Exotic Shorthair?

Wer das Wesen des Persers mag, aber die tägliche Fellpflege scheut, findet in der Exotic Shorthair die kurzhaarige Schwester. Sie hat denselben Körperbau, dasselbe ruhige Temperament und dasselbe runde Gesicht, ihr Plüschfell reicht aber mit einem Kämmtermin pro Woche aus. Die gesundheitlichen Themen rund um Nase, Augen und Nieren gelten für beide Varianten gleichermaßen.

Häufige Fragen

Wie alt wird eine Perserkatze?

Bei guter Pflege 12 bis 16 Jahre, gesunde Linien ohne PKD erreichen auch 18 Jahre.

Sind Perserkatzen für Berufstätige geeignet?

Ja, wenn abends Zeit für die tägliche Fellpflege bleibt. Ein zweiter Perser hilft gegen Langeweile.

Haaren Perserkatzen stark?

Ja, vor allem im Fellwechsel. Tägliches Kämmen reduziert lose Haare in der Wohnung deutlich.

Was ist der Unterschied zwischen Perser und Colourpoint?

Colourpoints sind Perser mit Siam-Zeichnung und blauen Augen. Sie teilen denselben Standard.

Kann ich eine Perserkatze scheren?

Bei starkem Filz oder im Hochsommer ja, am besten beim Groomer. Das Fell wächst in etwa vier Monaten nach.

Quellen

Perserkatze – Wikipedia

Alles über Persisch Langhaar alias die Perser

Langhaar-Katzen – Katzenrassen mit Bildern und Infos

Von Felix, Redaktion haustiergesundheit.net. Bei ernsten Beschwerden verweist der Text auf die Tierarztpraxis.

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