Erkältete Katze eingekuschelt in eine Decke

Katze erkältet: Was jetzt zu tun ist und wann zum Tierarzt

Kurzantwort: Bei einer erkälteten Katze helfen Wärme, Ruhe, ein zugfreier Schlafplatz und ausreichend Flüssigkeit. Bei verstopfter Nase kann ein vorsichtiges Dampfbad mit reinem heißem Wasser ohne Zusätze die Atmung erleichtern. Zum Tierarzt gehört die Katze bei Fieber, gelblichem Nasen- oder Augenausfluss, Atemnot, anhaltender Appetitlosigkeit oder wenn die Symptome länger als etwa 10 Tage anhalten. Hausmittel ersetzen bei diesen Anzeichen keine tierärztliche Behandlung.

Niest die Katze plötzlich und wirkt müder als sonst, ist die erste Reaktion oft Unsicherheit: selbst pflegen oder direkt zum Tierarzt?

Dieser Artikel zeigt, was bei einer leichten Erkältung zu Hause hilft und woran erkennbar ist, wenn professionelle Hilfe nötig wird.

Wärme und Ruhe als erste Maßnahme

Eine erkältete Katze braucht vor allem Ruhe und Wärme. Der Lieblingsschlafplatz sollte frei von Zugluft sein, bei Bedarf hilft eine in ein Tuch gewickelte, lauwarme Wärmflasche in der Nähe des Liegeplatzs. Stress und Trubel im Haushalt sollten in dieser Phase möglichst reduziert werden, weil Stress das Immunsystem zusätzlich belastet und den gesamten Krankheitsverlauf spürbar verlängern kann.

Dampfinhalation bei verstopfter Nase

Bei verstopfter Nase kann ein vorsichtiges Dampfbad die Symptome lindern: Die Katze kommt in eine Transportbox oder einen abgegrenzten Raum, eine Schüssel mit dampfend heißem Wasser ohne jegliche Zusätze wird in sicherem Abstand platziert, sodass die Katze den warmen, feuchten Dampf einatmen kann, ohne sich zu verbrühen. Ätherische Öle, Kräuterzusätze oder andere Duftstoffe gehören keinesfalls ins Wasser, sie können die empfindlichen Atemwege der Katze zusätzlich reizen und den Zustand verschlimmern.

Flüssigkeitsaufnahme im Blick behalten

Kranke Katzen trinken oft weniger als gewöhnlich, gerade bei verstopfter Nase, weil der eingeschränkte Geruchssinn auch den Appetit auf Futter und die Lust am Trinken senkt. Mehrere Wassernäpfe an unterschiedlichen Stellen der Wohnung sowie leicht angewärmtes Nassfutter mit intensiverem Geruch können die Aufnahme erleichtern. Anhaltend verweigerte Flüssigkeitsaufnahme über mehr als einen Tag ist ein Warnsignal.

Zugluft und Umgebungsreize vermeiden

Neben dem Schlafplatz sollte auch der Rest der Wohnung möglichst zugluftfrei und auf angenehmer Zimmertemperatur gehalten werden. Häufiges Öffnen von Fenstern bei kaltem Wetter direkt neben dem Liegeplatz verzögert die Genesung unnötig. Eine ruhige, konstante Umgebungstemperatur unterstützt das geschwächte Immunsystem besser als wechselnde Temperaturreize.

Woran ein ernster Verlauf erkennbar ist

Zum Tierarzt sollte die Katze, wenn Fieber auftritt, der Nasen- oder Augenausfluss gelblich statt klar ist, Atemnot besteht oder die Katze länger als ein paar Tage unter den Symptomen leidet. Auch wenn die Erkältung insgesamt länger als etwa 10 Tage anhält, ist eine tierärztliche Abklärung angezeigt. Diese Anzeichen können auf eine bakterielle Beteiligung oder einen komplizierteren Verlauf des Katzenschnupfens hindeuten, der über Hausmittel allein nicht mehr beherrschbar ist.

Warum Hausmittel keine Impfung ersetzen

Gute Pflege zu Hause lindert Symptome, verhindert aber keine künftige Erkrankung. Die Core-Impfung gegen die häufigsten Katzenschnupfen-Erreger senkt laut StIKo Vet die Wahrscheinlichkeit und Schwere künftiger Episoden deutlich. Eine Katze, die einmal erkrankt war, bleibt zudem häufig Träger des Erregers und kann bei Stress erneut Symptome zeigen, weshalb ein vollständiger Impfschutz auch nach überstandener Erkältung sinnvoll bleibt.

Wenn ein Kitten betroffen ist

Bei jungen Kitten verläuft eine Erkältung riskanter als bei erwachsenen Katzen, weil ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist und sie schneller austrocknen oder abmagern können. Verweigert ein Kitten über mehr als einen halben Tag Futter und Wasser, sollte der Tierarztbesuch nicht aufgeschoben werden, auch wenn die übrigen Symptome zunächst mild wirken. Eine verstopfte Nase kann bei Kitten zudem den Geruchssinn so stark einschränken, dass sie das Fressen ganz einstellen, weil sie den Futtergeruch nicht mehr wahrnehmen.

Wie ansteckend eine erkältete Katze für andere Katzen ist

Eine erkältete Katze ist für andere Katzen im Haushalt ansteckend, die Übertragung erfolgt über Tröpfchen beim Niesen sowie über gemeinsam genutzte Näpfe, Spielzeug und Katzentoiletten. In Mehrkatzenhaushalten lohnt sich eine räumliche Trennung des erkrankten Tieres, so gut es die Wohnsituation zulässt, sowie getrenntes Geschirr, das nach Gebrauch gründlich gereinigt wird. Für Menschen im selben Haushalt besteht bei den typischen Katzenschnupfen-Viren keine Ansteckungsgefahr.

Was bei mehreren Katzen im Haushalt zu beachten ist

In einem Mehrkatzenhaushalt reicht Ruhe für das erkrankte Tier meist nicht aus, um eine Weitergabe an die anderen Katzen zu verhindern. Getrennte Näpfe, Katzentoiletten und Liegeplätze für die Dauer der Erkrankung senken das Risiko, ebenso häufiges Händewaschen zwischen dem Kontakt mit der kranken und den gesunden Katzen. Spielzeug und Kuscheldecken der erkrankten Katze sollten bis zur vollständigen Genesung nicht von den übrigen Tieren genutzt werden.

Wie lange eine Erkältung normalerweise dauert

Ein unkomplizierter Verlauf klingt bei den meisten Katzen innerhalb von etwa einer Woche spürbar ab, vollständig verschwunden sind Symptome wie leichtes Nasenschnaufen oft erst nach 10 bis 14 Tagen. Solange sich der Zustand kontinuierlich bessert und die Katze weiter frisst und trinkt, ist das kein Grund zur Sorge. Stagniert die Besserung oder verschlechtert sich der Zustand nach anfänglicher Erholung erneut, deutet das eher auf eine zusätzliche bakterielle Infektion hin, die einer gezielten Behandlung bedarf. Ein Krankheitstagebuch mit kurzen Notizen zu Appetit, Trinkmenge und Nasenausfluss hilft, eine echte Verschlechterung von normalen Tagesschwankungen im Krankheitsverlauf zuverlässig zu unterscheiden.

Was in die Hausapotheke für den Notfall gehört

Ein digitales Fieberthermometer für die rektale Messung und eine kleine, in ein Tuch gewickelte Wärmflasche gehören zur sinnvollen Grundausstattung für kranke Tage, ebenso eine Transportbox griffbereit für den Fall, dass ein spontaner Tierarztbesuch nötig wird. Medikamente aus dem eigenen Hausmittelschrank, etwa Erkältungsbalsam oder Nasensprays für Menschen, gehören dagegen keinesfalls in die Nähe einer kranken Katze, viele davon sind für Katzen giftig, selbst in kleinen Mengen und bei nur kurzem Kontakt.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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