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Kurzantwort: Die Chartreux ist eine französische Rasse mit blaugrauem, dichtem Fell und bernsteinfarbenen Augen, deren Wurzeln vermutlich im Nahen Osten liegen. Die moderne Zucht begann 1925 mit einer Kolonie wildlebender blaugrauer Katzen auf der Insel Belle-Île, 1977 erkannte die FIFe sie als eigenständige Rasse an. Charakterlich gilt sie als ruhig, menschenbezogen und ungewöhnlich anhänglich, weshalb sie in Frankreich den Beinamen „Hund unter den Katzen“ trägt.
Mit ihrem massigen Körperbau, dem runden Kopf und dem charakteristischen Lächeln zählt die Chartreux zu den auffälligsten blauen Katzenrassen, ohne dabei so bekannt zu sein wie die Britisch Kurzhaar oder die Russisch Blau.
Dieser Artikel stellt Herkunft, Rassemerkmale und Charakter der Chartreux vor.
Herkunft: vom Nahen Osten nach Frankreich
Die frühe Herkunft der Chartreux wird im Nahen Osten vermutet, möglicherweise in den Bergregionen Syriens, von wo Katzen über den Handel nach Frankreich gelangt sein könnten. Historisch spielte das dichte, wasserabweisende Fell der Rasse auch für die Pelz- und Fleischgewinnung eine Rolle, ein Kapitel der Rassegeschichte, das bis ins 20. Jahrhundert zurückreicht.
Die moderne Zucht ab 1925
Die heutige Chartreux-Zucht geht auf die Schwestern Christine und Suzanne Léger zurück, die 1925 auf der bretonischen Insel Belle-Île eine Kolonie wildlebender blaugrauer Katzen entdeckten und begannen, diese Tiere systematisch zu verpaaren. Während des Zweiten Weltkriegs kreuzten Züchter wegen des geschrumpften Bestands teils Britisch-Kurzhaar-Katzen ein, um Inzucht zu vermeiden. Anfang der 1970er-Jahre fasste die FIFe die blauen Varianten beider Rassen zeitweise unter dem Namen Chartreux zusammen, während französische Züchter reine Linien ohne Einkreuzung weiterführten.
Die Anerkennung als eigenständige Rasse
Der Züchter Jean Simonnet setzte sich dafür ein, die Chartreux als von der Britisch Kurzhaar unterscheidbare, eigenständige Rasse anzuerkennen. 1977 gab die FIFe dem nach und verabschiedete einen eigenen Rassestandard für die Chartreux, seitdem ist eine Einkreuzung anderer Rassen für die Zuchtlinie nicht mehr vorgesehen.
Rassemerkmale
Kennzeichnend für die Chartreux sind das dichte, wollig-blaugraue Kurzhaarfell und die bernsteinfarbenen Augen. Der Körperbau gilt als kräftig und muskulös, mit gut entwickeltem Schädel, kräftiger Schnauze und breiter Brust. Kater bringen 6 bis 7 Kilogramm auf die Waage, Kätzinnen mit 4 bis 5 Kilogramm deutlich weniger, ein Geschlechtsdimorphismus, der bei der Rasse stärker ausgeprägt ist als bei vielen anderen Kurzhaarrassen.
Charakter: der Hund unter den Katzen
In Frankreich wird die Chartreux wegen ihrer menschenbezogenen Art und ihres Apportierverhaltens auch als Hund unter den Katzen bezeichnet. Sie reagiert auf ihren Namen, lässt sich vergleichsweise gut trainieren und gilt als unkompliziert, intelligent und ruhig. Besitzer beschreiben sie häufig als besonders verschmust und kuschelbedürftig, mit einem ausgeprägten Bedürfnis nach Nähe zu ihrer Bezugsperson.
Chartreux, Britisch Kurzhaar und Russisch Blau im Vergleich
Drei blaue Kurzhaarrassen werden häufig verwechselt, unterscheiden sich aber deutlich. Die Britisch Kurzhaar hat einen kompakteren, runderen Körperbau mit kupferfarbenen statt bernsteinfarbenen Augen. Die Russisch Blau ist schlanker und eleganter gebaut, mit smaragdgrünen Augen und einem doppelten, sehr feinen Fell. Die Chartreux liegt körperlich zwischen beiden, kräftiger als die Russisch Blau, aber weniger rund als die Britisch Kurzhaar, erkennbar vor allem an den bernsteinfarbenen Augen und dem leicht lächelnden Gesichtsausdruck, der durch die Kopfform der Rasse entsteht.
Gesundheit und Zuchtbesonderheiten
Die Chartreux gilt im Vergleich zu vielen anderen reinrassigen Katzen als robust, mit keiner besonders auffälligen rassetypischen Erbkrankheit. Wie bei anderen kräftig gebauten Rassen sollten Züchter auf eine ausgewogene Fütterung achten, um Übergewicht zu vermeiden, das die Gelenke zusätzlich belasten kann. Bei der Wahl eines Züchters lohnt sich, wie bei jeder Rasse, ein Blick auf Gesundheitszeugnisse und eine Zuchtstätte, die Mitglied in einem anerkannten Verband wie der FIFe ist.
Haltung und Pflege
Das kurze, dichte Fell braucht regelmäßiges, aber nicht aufwendiges Bürsten, besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst. Wegen ihres ruhigen, menschenbezogenen Wesens eignet sich die Chartreux gut für die Wohnungshaltung, profitiert aber wie jede aktive Rasse von Klettermöglichkeiten und regelmäßiger Beschäftigung, um Übergewicht vorzubeugen, zu dem die kräftige Statur der Rasse tendenziell neigt.
Wie sich junge Chartreux-Kitten entwickeln
Wie bei vielen kräftig gebauten Rassen braucht auch die Chartreux Zeit, bis Körperbau und Wesen ihre endgültige Form annehmen. Kitten wirken entsprechend verspielter und weniger gesetzt als ausgewachsene Tiere. Ein zurückhaltendes oder besonders energiegeladenes Kitten muss sich mit zunehmendem Alter nicht zwangsläufig in dieselbe Richtung weiterentwickeln, weshalb der Charakter erwachsener Elterntiere beim Züchter ein verlässlicherer Anhaltspunkt ist als das Verhalten eines acht Wochen alten Kitten.
Farbvarianten und Besonderheiten im Fell
Der Rassestandard der Chartreux lässt traditionell nur das charakteristische Blaugrau zu, mit Nuancen von hellem Aschgrau bis zu einem dunkleren Schiefergrau. Das dichte Doppelfell besteht aus kurzen, leicht abstehenden Deckhaaren über einer wolligen Unterwolle, die dem Fell seine typische, leicht raue Struktur und den charakteristischen wasserabweisenden Effekt verleiht. Diese Felleigenschaft geht auf die historische Nutzung der Rasse in wechselhaftem Küstenklima zurück und macht das Fell auch heute noch auffallend widerstandsfähig gegen Nässe und Verschmutzung im Vergleich zu vielen anderen Kurzhaarrassen. Die genaue Fellfarbe kann dabei innerhalb des zulässigen Blaugrau-Spektrums leicht variieren, ohne dass das nach Zuchtstandard als Fehler gilt.
Für wen sich die Rasse eignet
Die Chartreux passt gut zu Haltern, die eine ruhige, verschmuste, aber nicht übermäßig fordernde Katze suchen und Wert auf engen Kontakt legen. Für Haushalte mit viel Trubel oder häufig wechselnden Bezugspersonen eignet sich die Rasse weniger gut, weil sie feste Bindungen bevorzugt und auf Veränderungen in ihrem sozialen Umfeld empfindlich reagieren kann. Für Familien mit Kindern gilt sie wegen ihres geduldigen, wenig schreckhaften Wesens meist als gut geeignet, solange der respektvolle Umgang mit dem Tier von Anfang an vermittelt und altersgerecht begleitet wird.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







