Tierarzt untersucht eine kranke Katze

Lebererkrankung bei Katzen: Symptome, Diagnose, Therapie

Kurzantwort: Die häufigste Lebererkrankung bei Katzen ist die hepatische Lipidose, umgangssprachlich Fettleber genannt: eine akute Verfettung der Leberzellen, die vor allem übergewichtige Katzen nach längeren Fress- oder Hungerphasen trifft. Weibliche Katzen sind laut Wikipedia doppelt so häufig betroffen wie Kater. Typische Symptome sind Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Austrocknung und Gelbsucht, im fortgeschrittenen Stadium kommen Muskelabbau und neurologische Ausfälle hinzu. Die Diagnose stützt sich auf Blutwerte, Ultraschall und im Zweifel eine Feinnadelpunktion der Leber. Selbst bei konsequenter Intensivtherapie liegt die Heilungsaussicht laut Wikipedia nur bei rund 60 Prozent. Neben der hepatischen Lipidose zählen auch Cholangitis, Tumoren und portosystemische Shunts zu den Lebererkrankungen der Katze.

Lebererkrankungen bei Katzen zeigen sich oft erst spät, weil frühe Symptome wie schwankender Appetit oder leichte Mattigkeit unspezifisch bleiben. Wird die Erkrankung nicht rechtzeitig erkannt, kann sich der Zustand schnell verschlechtern.

Besonders tückisch ist, dass die Leber selbst über lange Zeit kaum Schmerzsignale sendet, sodass Halter oft erst durch indirekte Anzeichen wie Appetitverlust oder Gelbfärbung auf ein Problem aufmerksam werden, wenn die Erkrankung schon fortgeschritten ist.

Dieser Artikel stellt die häufigste Lebererkrankung bei Katzen vor, erklärt typische Symptome und ordnet ein, wann ein Tierarztbesuch dringend wird.

Hepatische Lipidose: die häufigste Lebererkrankung

Die hepatische Lipidose, umgangssprachlich auch Fettleber genannt, ist laut Wikipedia die häufigste Lebererkrankung bei Hauskatzen. Dabei lagert sich übermäßig viel Fett in den Leberzellen ein, was die Organfunktion akut beeinträchtigt. Anders als der Name vermuten lässt, entsteht die Erkrankung meist nicht durch fettreiche Ernährung, sondern durch eine plötzliche Stoffwechselumstellung, bei der der Körper in kurzer Zeit große Mengen Körperfett zur Energiegewinnung in die Leber mobilisiert.

Wer besonders gefährdet ist

Besonders betroffen sind übergewichtige Katzen, die plötzlich wenig oder gar nichts mehr fressen, dazu tragende und säugende Katzen sowie heranwachsende Kitten nach Phasen verstärkter Fettmobilisation. Als Auslöser gelten unter anderem Hunger oder Appetitlosigkeit, Stress, Diabetes mellitus, bestimmte Medikamente sowie ein Mangel an den Aminosäuren Arginin und Ornithin. Weibliche Katzen erkranken laut Wikipedia doppelt so häufig wie Kater. Auch ein abrupter Futterwechsel oder ein plötzlicher Umzug, der zu tagelanger Fressunlust führt, kann bei übergewichtigen Tieren die Erkrankung auslösen. Ebenso können schmerzhafte Zahnprobleme oder eine andere, zunächst unbemerkte Grunderkrankung indirekt zur Fettleber führen, weil sie die Katze über Tage vom Fressen abhalten.

Symptome im Frühstadium

Im frühen Stadium zeigen betroffene Katzen vor allem Mattigkeit, nachlassenden Appetit und Austrocknung. Diese Anzeichen wirken zunächst unspezifisch und werden deshalb häufig zunächst nicht mit der Leber in Verbindung gebracht, sondern eher auf Stress, Zahnprobleme oder eine leichte Verdauungsstörung zurückgeführt. Wer das Fress- und Trinkverhalten seiner Katze regelmäßig im Blick behält, bemerkt solche Veränderungen meist deutlich früher als bei einer nur gelegentlichen Beobachtung.

Blutabnahme bei einer Katze beim Tierarzt
Blutwerte gehören zu den ersten Schritten bei Verdacht auf eine Lebererkrankung. Foto: Muffet, CC BY 4.0

Symptome im fortgeschrittenen Stadium

Schreitet die Erkrankung fort, kommt eine sichtbare Gelbfärbung von Haut und Schleimhäuten hinzu, dazu Muskelabbau und vollständige Fressunlust. In schweren Fällen treten neurologische Symptome wie Benommenheit, Koma oder das sogenannte Kopfpressen auf, dazu zeitweises Erbrechen, Durchfall und Gerinnungsstörungen. Dieser rasche Übergang von unspezifischen zu schweren Symptomen kann innerhalb weniger Tage erfolgen, was die Erkrankung besonders gefährlich macht.

Diagnose: Blutwerte, Ultraschall, Feinnadelpunktion

Die Diagnose stützt sich zunächst auf Blutwerte: typisch sind eine leichte, nicht-regenerative Anämie sowie erhöhte Leberenzyme, Bilirubin, Albumin, Gallensäuren und Ammoniak. Im Ultraschall zeigt sich eine diffus erhöhte Echogenität der Leber. Eine sichere Diagnose liefert erst eine Feinnadelpunktion der Leber mit anschließender histopathologischer Untersuchung, ein Eingriff, der wegen Narkose- und Blutungsrisiko sorgfältig abgewogen werden muss. In der Praxis wird diese Punktion deshalb häufig erst durchgeführt, wenn Blutwerte und Ultraschall bereits einen dringenden Verdacht nahelegen. Die Kombination mehrerer diagnostischer Schritte ist notwendig, weil einzelne Blutwerte allein auch auf andere Erkrankungen hindeuten können und keine eindeutige Diagnose erlauben.

Behandlung: Ernährungstherapie im Zentrum

Im Mittelpunkt der Behandlung steht die Wiederherstellung einer ausreichenden Nahrungsaufnahme, häufig über eine Ernährungssonde, da betroffene Katzen selbstständig oft nicht genug fressen. Als Richtwert gelten etwa 80 Kilokalorien pro Kilogramm Körpergewicht und 50 bis 60 Milliliter Wasser pro Kilogramm täglich. Ergänzend kommen appetitanregende Mittel, Vitamin-K-Gabe sowie eine gezielte Versorgung mit den Aminosäuren Taurin, Arginin und Methionin zum Einsatz. Die Ernährungssonde bleibt oft über mehrere Wochen liegen, bis die Katze wieder zuverlässig von selbst frisst. Während dieser Zeit ist meist ein stationärer Aufenthalt oder zumindest eine engmaschige tierärztliche Betreuung notwendig, um Sonde, Flüssigkeitshaushalt und Blutwerte laufend zu kontrollieren.

Prognose: warum schnelles Handeln entscheidend ist

Die Heilungsaussicht hängt laut Wikipedia stark vom Grad der Intensivbehandlung ab: Selbst bei konsequenter Therapie liegt sie nur bei rund 60 Prozent. Unbehandelt verläuft die hepatische Lipidose häufig tödlich, weshalb frühes Erkennen und rasches Einleiten der Ernährungstherapie über den Ausgang mitentscheiden. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser stehen laut dieser Einordnung die Chancen auf eine vollständige Erholung der Leberfunktion.

Weitere Lebererkrankungen bei Katzen

Neben der hepatischen Lipidose können bei Katzen auch Cholangitis, also Entzündungen der Gallengänge, Lebertumoren sowie angeborene portosystemische Shunts auftreten, bei denen Blut die Leber teilweise umgeht. Diese Erkrankungen unterscheiden sich in Ursache und Behandlung deutlich von der hepatischen Lipidose, können sich äußerlich aber ähnlich zeigen, etwa durch Gelbsucht. Eine sichere Unterscheidung ist deshalb ohne tierärztliche Diagnostik in der Regel nicht möglich. Manche dieser Erkrankungen entwickeln sich schleichend über Monate, andere wie eine akute Cholangitis können ebenfalls sehr plötzlich auftreten, was die alleinige Beobachtung der Symptome zusätzlich erschwert.

Wann zum Tierarzt

Frisst eine Katze länger als 24 Stunden gar nicht oder deutlich weniger als gewohnt, ist das ein Warnsignal, das tierärztlich abgeklärt werden sollte, besonders bei übergewichtigen Tieren. Gelbfärbung von Zahnfleisch, Ohrinnenseiten oder weißen Hautstellen ist ein Notfallzeichen, das keinen Aufschub duldet. Im Zweifel gilt bei plötzlicher Fressunlust: lieber einmal zu früh als zu spät zum Tierarzt gehen, gerade weil sich die Erkrankung so rasant entwickeln kann. Wer sein übergewichtiges Tier abnehmen lassen möchte, sollte das grundsätzlich nur unter tierärztlicher Begleitung tun, um eine zu schnelle Gewichtsabnahme und damit ein erhöhtes Fettleber-Risiko zu vermeiden.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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