German-Rex-Katze mit seidig-lockigem Kurzhaarfell

German Rex: Herkunft, Wesen und Besonderheiten der Rasse

Kurzantwort: Die German Rex geht auf eine schwarze, lockig behaarte Katze namens Lämmchen zurück, die die Ärztin Rose Scheuer-Karpin 1951 im Garten der Hufelandklinik in Berlin-Buch entdeckte. Von ihr stammen alle heutigen German-Rex-Linien ab. Kennzeichnend sind das seidig-kurze, leicht gelockte Fell, ein runder Kopf mit großen Ohren und ein freundliches, verspieltes, intelligentes Wesen. Die Rasse zählt bis heute zu den seltensten Kurzhaarrassen und wird deutlich weniger gezüchtet als die bekanntere Cornish Rex und bleibt außerhalb Deutschlands ein echter Geheimtipp.

Anders als der Name vermuten lässt, ist die German Rex außerhalb Deutschlands kaum bekannter als im eigenen Ursprungsland. Ihre Geschichte beginnt zufällig, im Garten eines Berliner Krankenhauses, und verläuft danach für Jahrzehnte in zwei getrennten deutschen Zuchtlinien.

Dieser Artikel stellt Herkunft, Rassemerkmale und Charakter der German Rex vor.

Der erste bekannte Rex-Kater: Munk

Der früheste dokumentierte Vorfahre der Rasse ist der Kater Munk, geboren um 1930 in einem Dorf nahe Königsberg im damaligen Ostpreußen, heute Kaliningrad. Er war der Sohn einer mahagonifarbenen Angorakatze und eines Russisch-Blau-Katers und trug bereits das charakteristische lockige Fell. Munk wurde jedoch nie gezielt für eine Zucht eingesetzt, weshalb er in der Rassegeschichte zwar als früher, dokumentierter Beleg der spontanen Fellmutation gilt, aber nicht als Stammvater der heutigen Population. Sein Fall zeigt, dass die Genmutation für das gelockte Fell vermutlich schon vor der eigentlichen Zuchtgeschichte der Rasse vereinzelt in der Hauskatzenpopulation Ostpreußens auftrat, ohne dass daraus eine eigene Rasse entstand.

Lämmchen: die Stammmutter aus dem Klinikgarten

Die moderne German Rex geht auf eine schwarze, lockig behaarte Katze namens Lämmchen zurück, die Dr. Rose Scheuer-Karpin im Sommer 1951 im Garten der Hufelandklinik in Berlin-Buch entdeckte. Dem Klinikpersonal war die Katze bereits seit 1947 bekannt. Scheuer-Karpin erkannte das Potenzial der ungewöhnlichen Fellstruktur und begann, gezielt mit Lämmchen zu züchten. Damit war Lämmchen die erste Katze mit der charakteristischen Fellmutation, die bewusst in ein Zuchtprogramm aufgenommen wurde, statt wie Munk zuvor unbeachtet zu bleiben.

Die ersten gezielten Verpaarungen

Aus einer Verpaarung von 1957 mit dem glatthaarigen Kater Fridolin und einem streunenden Kater namens Blackie gingen die ersten bewusst gezüchteten Rex-Kätzchen hervor. Lämmchen selbst starb Mitte der 1960er-Jahre. Ihr Erbe lebte in zwei getrennten Zuchtlinien weiter: 1968 stabilisierte die DDR-Zuchtstation „vom Grund“ die Linie mit den letzten drei Nachkommen Lämmchens, während 1973 in Westdeutschland die Zuchtstation „von Zeitz“ einen eigenen Bestand aufbaute. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung näherten sich beide Linien wieder an, was die genetische Basis der insgesamt kleinen Population etwas verbreiterte.

Porträt einer Rex-Katze mit gekräuselten Schnurrhaaren
Auch die Schnurrhaare der German Rex kräuseln sich, wenn auch weniger stark als bei der Cornish Rex. Foto: Grx-vd-huettenwerken, Public domain

Rassemerkmale: seidiges, gelocktes Kurzhaar

Die German Rex ist mittelgroß mit schlanken Beinen mittlerer Länge, einem runden Kopf mit gut entwickelten Wangen und großen, offenen Ohren. Ihr Markenzeichen ist das seidig-kurze Fell mit ausgeprägter Locken- beziehungsweise Wellentendenz. Selbst die Schnurrhaare kräuseln sich, wenn auch weniger stark als bei der Cornish Rex. Alle Fellfarben und -zeichnungen sind für die Rasse zugelassen. Im direkten Vergleich wirkt die German Rex dadurch kompakter und kräftiger als viele andere Rex-Rassen, deren Zuchtstandard einen schlankeren, orientalischen Körperbau vorschreibt.

Charakter: freundlich und menschenbezogen

Die German Rex gilt als sehr freundlich und baut schnell eine enge Bindung zu ihren Menschen auf. Sie wird als lebhaft, verspielt, neugierig und intelligent beschrieben, mit einem Temperament, das dem der Cornish Rex ähnelt. Diese Menschenbezogenheit macht sie zu einer anhänglichen Wohnungskatze, die die Nähe ihrer Bezugspersonen sucht statt sich zurückzuziehen. Fremden gegenüber zeigt sie sich meist aufgeschlossen statt scheu, was sie auch für Haushalte mit häufigem Besuch zu einer unkomplizierten Rasse macht.

German Rex und Cornish Rex im Vergleich

Beide Rassen tragen ein gelocktes Fell ohne dichte Unterwolle, unterscheiden sich aber im Körperbau: Die German Rex ist kräftiger gebaut und ähnelt in ihren Proportionen eher der Europäisch Kurzhaar, während die Cornish Rex einen deutlich zierlicheren, schlankeren Körperbau mit längeren Beinen zeigt. Auch die Kräuselung des Fells fällt bei der German Rex insgesamt etwas weniger ausgeprägt aus. Für Laien lassen sich beide Rassen auf den ersten Blick leicht verwechseln, der Unterschied zeigt sich meist erst bei genauerem Hinsehen auf Körperbau und Kopfform.

Pflege: pflegeleichtes, aber empfindliches Fell

Wegen der fehlenden dichten Unterwolle braucht die German Rex weniger Bürsten als dicht befellte Rassen, ist aber wie andere Rex-Rassen empfindlicher gegenüber Kälte und sollte an kühlen Tagen Zugang zu warmen Rückzugsorten haben. Auf direkte pralle Sonne reagiert das dünne Fell ähnlich empfindlich wie bei anderen wenig behaarten Rassen. Regelmäßiges, sanftes Streicheln statt kräftigem Bürsten reicht bei den meisten German Rex völlig aus, um das Fell in einem gepflegten Zustand zu halten.

Eine der seltensten Katzenrassen

Trotz ihrer langen Geschichte zählt die German Rex bis heute zu den seltensten anerkannten Katzenrassen und wird deutlich weniger gezüchtet als bekanntere Rex-Rassen wie die Cornish Rex oder die Devon Rex. Wer sich für die Rasse interessiert, muss meist mit längeren Wartezeiten oder größeren Entfernungen zum nächsten Züchter rechnen, weil es nur wenige spezialisierte Zuchtstätten gibt. Interessierte sollten sich frühzeitig bei Rassekatzenvereinen erkundigen, statt auf ein spontanes Angebot zu hoffen, denn Würfe sind bei dieser Rasse deutlich seltener als bei weiter verbreiteten Rex-Rassen.

Für wen sich die German Rex eignet

Die Rasse passt gut zu Haltern, die eine anhängliche, verspielte und unkomplizierte Katze mit auffälligem, aber pflegeleichtem Fell suchen. Für Wohnungshaltung eignet sie sich dank ihrer Menschenbezogenheit gut, sofern ausreichend Beschäftigung und, an kälteren Tagen, ein warmer Rückzugsort zur Verfügung stehen.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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