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Kurzantwort: Grundimmunisierung bezeichnet die komplette Serie an Erstimpfungen, mit der eine Katze erstmals einen vollständigen Impfschutz aufbaut, nicht eine einzelne Impfung. Bei Kitten besteht sie laut StIKo Vet aus Terminen mit 8, 12 und 16 Lebenswochen sowie einer weiteren Impfung mit 15 Lebensmonaten. Bei erwachsenen Katzen ohne Impfpass reichen je nach Impfstofftyp eine bis zwei Impfungen plus eine Wiederholung nach einem Jahr. Erst nach dem letzten Termin dieser Serie gilt die Grundimmunisierung als abgeschlossen.
„Dein Kitten braucht erst die Grundimmunisierung“ hören viele frischgebackene Katzenhalter beim ersten Tierarztbesuch, ohne dass der Begriff näher erklärt wird.
Dieser Artikel klärt, was genau dazuzählt, wie lange die Serie dauert und was passiert, wenn ein Termin dazwischen ausfällt.
Was Grundimmunisierung von einer Auffrischung unterscheidet
Grundimmunisierung ist die erstmalige, mehrteilige Impfserie, mit der das Immunsystem einer Katze zum ersten Mal einen vollständigen Schutz gegen eine Krankheit aufbaut. Eine Auffrischung dagegen ist eine spätere Einzelimpfung, die einen bereits bestehenden Schutz verlängert. Wer nur eine einzelne Spritze bekommen hat, ist noch nicht grundimmunisiert, selbst wenn im Volksmund oft von „der Impfung“ im Singular die Rede ist.
Die Serie bei Kitten
Für die Core-Impfungen gegen Katzenschnupfen und Katzenseuche sieht die StIKo-Vet-Leitlinie bei Kitten vier Termine vor: 8, 12 und 16 Lebenswochen, dazu eine weitere Impfung mit 15 Lebensmonaten. Erst nach diesem letzten Termin gilt die Grundimmunisierung als abgeschlossen. Der Grund für die vielen frühen Termine sind mütterliche Antikörper, die den Impfstoff in den ersten Lebenswochen neutralisieren können und laut Leitlinie bei manchen Kitten bis zur 20. Woche nachweisbar bleiben.
Die Serie bei erwachsenen Katzen
Übernimmst du eine erwachsene Katze ohne bekannten Impfstatus, fällt die Serie kürzer aus. Bei Lebendimpfstoffen reicht laut Leitlinie eine einmalige Impfung, bei inaktivierten Impfstoffen zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen. Eine weitere Impfung nach etwa einem Jahr schließt die Grundimmunisierung in beiden Fällen ab. Nach der 20. Lebenswoche sind laut Leitlinie keine mütterlichen Antikörper mehr zu erwarten, weshalb bei erwachsenen Tieren weniger Termine nötig sind als bei Kitten.
Was passiert, wenn ein Termin ausfällt
Wird ein Termin innerhalb der Kitten-Serie versäumt, muss die gesamte Grundimmunisierung in der Regel nicht komplett neu beginnen. Bei einem verpassten Termin in der 16. Woche rät die StIKo Vet zu einer Antikörperbestimmung oder einer erneuten Impfung, um die Lücke zu schließen. Liegt zwischen zwei Terminen ein sehr langer, unüblicher Abstand von vielen Monaten, entscheidet die Tierarztpraxis im Einzelfall, ob einzelne Impfungen wiederholt werden müssen, um einen lückenlosen Schutz sicherzustellen.
Was die komplette Serie kostet
Die Gebührenordnung für Tierärzte kennt keine eigene Pauschale für die Grundimmunisierung als Ganzes, abgerechnet wird jeder einzelne Termin separat mit allgemeiner Untersuchung, Injektion, Impfbescheinigung und Impfstoff. Bei vier Terminen für ein Kitten addieren sich die Einzelbeträge entsprechend, die Gesamtkosten der kompletten Serie liegen deshalb spürbar höher als der Preis einer einzelnen Impfung und sollten bei der Budgetplanung für ein neues Kitten von Anfang an eingeplant werden.
Welche Impfungen zur Grundimmunisierung zählen
Zur Grundimmunisierung zählen grundsätzlich alle Core- und je nach Lebensweise auch Non-Core-Komponenten, für die eine Katze noch keinen abgeschlossenen Schutz hat. Neben Katzenschnupfen und Katzenseuche kann das bei Freigängern die Leukose-Impfung (FeLV) umfassen, die eine eigene, meist zweiteilige Serie mit Abschluss nach einem Jahr hat, oder bei Reisekatzen die Tollwutimpfung. Jede Komponente hat ihren eigenen Zeitplan, weshalb der vollständige Impfpass am Ende mehrere parallel laufende Serien dokumentieren kann.
Warum die Reihenfolge der Termine wichtig ist
Die einzelnen Termine einer Grundimmunisierung bauen aufeinander auf, ein späterer Termin verstärkt die Immunantwort auf den vorherigen. Werden die vorgesehenen Abstände von drei bis vier Wochen deutlich unterschritten, kann das die Wirksamkeit beeinträchtigen, weil das Immunsystem nicht genug Zeit hatte, auf die vorherige Impfung zu reagieren. Zu große Abstände wiederum lassen mütterliche Antikörper bei Kitten in ungünstigen Fällen wieder in einen Bereich steigen, in dem sie die nächste Impfung erneut abschwächen. Der von der Tierarztpraxis vorgeschlagene Zeitplan sollte deshalb möglichst eingehalten werden.
Grundimmunisierung bei einem Rassewechsel des Impfstoffs
Wechselt während der Serie der Impfstoffhersteller oder -typ, etwa weil eine Praxis das Präparat wechselt, unterbricht das die Grundimmunisierung in der Regel nicht. Core-Impfstoffe verschiedener Hersteller sind gegen dieselben Erreger gerichtet und lassen sich innerhalb einer Serie kombinieren. Sinnvoll ist trotzdem, denselben Impfstofftyp so weit wie möglich beizubehalten und größere Wechsel mit der behandelnden Praxis abzusprechen, besonders wenn von einem Lebend- zu einem inaktivierten Impfstoff gewechselt wird.
Grundimmunisierung und Krankheitsrisiko in der Übergangszeit
Solange die Grundimmunisierung nicht abgeschlossen ist, besteht noch kein vollständiger Schutz. Ein Kitten zwischen den einzelnen Terminen sollte deshalb nicht unnötig Kontakt zu Katzen mit unbekanntem Impfstatus oder zu belebten Orten wie Tierpensionen haben. Erst nach dem letzten Termin der Serie und einer gewissen Zeitspanne, bis das Immunsystem eine vollständige Antikörperantwort aufgebaut hat, gilt der Schutz als verlässlich etabliert.
Wie sich der Abschluss im Impfpass dokumentiert
Ein vollständig ausgefüllter Impfpass zeigt nach der Grundimmunisierung für jede Komponente Datum, Chargennummer des Impfstoffs und die Unterschrift der behandelnden Tierärztin oder des Tierarztes. Dieser Nachweis ist nicht nur für die eigene Übersicht wichtig, sondern wird auch bei Auslandsreisen, bei der Unterbringung in einer Tierpension oder bei einem Halterwechsel verlangt. Ein lückenhafter Impfpass ohne erkennbaren Abschluss der Grundimmunisierung führt in solchen Situationen häufig zu Rückfragen oder zusätzlichen Auflagen.
Digitale Impfnachweise als Ergänzung
Neben dem klassischen Papier-Impfpass bieten manche Tierarztpraxen inzwischen eine digitale Dokumentation an, die Termine der Grundimmunisierung automatisch mit dem nächsten fälligen Termin verknüpft und per Erinnerung darauf hinweist. Das senkt das Risiko, einen Termin der Serie zu verpassen, ersetzt aber nicht den physischen Impfpass, der bei Reisen und amtlichen Anlässen weiterhin verlangt wird.
Quellen
- StIKo Vet am FLI: Impfleitlinie für Kleintiere, Stand 06.01.2025
- Gebührenordnung für Tierärzte 2022, Gebührenverzeichnis
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







