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Kurzantwort: Die Impfung gegen Katzenschnupfen richtet sich gegen das feline Herpesvirus und das feline Calicivirus und gehört laut StIKo Vet zu den Core-Impfungen, die jede Katze bekommen soll, auch reine Wohnungskatzen. Kitten werden mit 8, 12 und 16 Lebenswochen geimpft, dazu ein weiteres Mal mit 15 Monaten. Die Impfung verhindert schwere Verläufe zuverlässig, eine Ansteckung und den Trägerstatus aber nicht vollständig. Wiederholungen folgen danach im Abstand von bis zu drei Jahren.
Katzenschnupfen ist eine der häufigsten Infektionskrankheiten bei Katzen, und die Impfung dagegen ist zugleich eine der am meisten unterschätzten. Viele Halter reiner Wohnungskatzen glauben, ihr Tier brauche sie nicht.
Was die Impfung wirklich abdeckt, wo ihre Grenzen liegen und warum auch Wohnungskatzen sie brauchen, erklärt dieser Artikel anhand der aktuellen Impfleitlinie.
Gegen welche Erreger sie wirkt
Katzenschnupfen wird laut Wikipedia meist durch eine Kombination aus Viren und Bakterien ausgelöst. Am häufigsten sind Chlamydophila felis mit 50,1 Prozent, das feline Calicivirus mit 17,6 Prozent und das feline Herpesvirus 1 mit 16,1 Prozent der nachgewiesenen Fälle. Die Core-Impfung deckt die beiden Viren ab, Herpes- und Calicivirus. Gegen die bakteriellen Erreger Chlamydien und Bordetellen gibt es eigene Impfstoffe, die laut Impfleitlinie nur bei Katzen mit viel Kontakt zu Artgenossen empfohlen werden, etwa in Zuchten, Tierheimen oder Mehrkatzenhaushalten mit früheren Ausbrüchen.
Warum auch Wohnungskatzen sie brauchen
Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut zählt die Impfung gegen Herpes- und Calicivirus zu den Core-Komponenten, die für jede Katze gelten, unabhängig von der Haltungsform. Das Herpesvirus tragen viele Katzen unerkannt in sich, und ein Tierheim, eine Pension oder eine Tierarztpraxis bringt auch eine Wohnungskatze irgendwann mit Artgenossen in Kontakt. Auch über Kleidung und Schuhe lassen sich Erreger einschleppen, ganz ohne direkten Tierkontakt.
Der Impfplan für Kitten
Für Kitten sieht die Leitlinie vier Termine vor: 8, 12 und 16 Lebenswochen, dazu eine weitere Impfung mit 15 Lebensmonaten. Der Grund für die vielen Termine sind mütterliche Antikörper, die den Impfstoff in den ersten Lebenswochen neutralisieren können und laut Leitlinie bei manchen Kitten bis zur 20. Woche nachweisbar bleiben. Wurde der Termin in der 16. Woche versäumt, rät die StIKo Vet zu einer Antikörperbestimmung oder einer erneuten Impfung.
Erwachsene Katzen ohne Impfpass
Übernimmst du eine Katze mit unbekanntem Impfstatus, braucht sie keine vier Termine. Bei Lebendimpfstoffen reicht laut Leitlinie eine einmalige Impfung, bei inaktivierten Impfstoffen zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen. Eine weitere Impfung nach etwa einem Jahr schließt die Grundimmunisierung ab.
Was die Impfung leistet und was nicht
Der Schutz senkt die Schwere der Erkrankung deutlich und verhindert die gefährlichen Verlaufsformen, eine Ansteckung komplett verhindern kann er nicht. Laut Wikipedia bleiben etwa 80 Prozent aller erkrankten Tiere nach überstandener Infektion Träger des Erregers. Das Herpesvirus zieht sich in Nervenzellen zurück und kann bei Stress erneut ausbrechen, dann meist milder als beim ersten Mal, aber weiterhin ansteckend für andere Katzen. Eine geimpfte Katze, die sich ansteckt, zeigt in der Regel deutlich mildere Symptome als eine ungeimpfte.
Wiederholungsimpfungen
Nach der Grundimmunisierung nennt die StIKo Vet für Herpes- und Calicivirus Wiederholungen im Abstand von bis zu drei Jahren. Der früher übliche Jahrestermin ist damit für gesunde Katzen bei dieser Komponente nicht mehr nötig. Ein jährlicher Gesundheitscheck beim Tierarzt bleibt trotzdem sinnvoll, auch in Jahren ohne Impftermin, weil dabei auch Zähne, Gewicht und Organe kontrolliert werden.
Was der Termin kostet
Die Gebührenordnung für Tierärzte kennt keine eigene Pauschale für die Impfung. Abgerechnet werden die allgemeine Untersuchung mit Beratung, die Injektion und die Impfbescheinigung, jeweils zum einfachen bis dreifachen Satz, dazu der Impfstoff selbst. Geimpft werden nur gesunde, entwurmte Tiere, deshalb gehört die Untersuchung immer zum Termin dazu. In Summe liegen die Kosten meist im niedrigen zweistelligen bis knapp dreistelligen Bereich.
Unterschied zur RCP-Kombiimpfung
Im Impfpass taucht die Katzenschnupfen-Komponente oft nicht einzeln auf, sondern als Teil der RCP-Kombiimpfung. Die Buchstaben stehen für Rhinotracheitis, also das Herpesvirus, Calicivirus und Panleukopenie, die Katzenseuche. Eine Einzelimpfung nur gegen Katzenschnupfen ohne den Seuche-Anteil ist in der Praxis unüblich, weil sich die drei Komponenten in einer Spritze kombinieren lassen und das Tier so nur einmal gepikst werden muss.
Nebenwirkungen erkennen
Nach der Impfung sind leichte Müdigkeit und eine kleine Schwellung an der Einstichstelle für ein bis zwei Tage normal. Bleibt die Schwellung über Wochen bestehen oder wächst sie, gehört die Katze in die Praxis, ebenso bei Fieber, Erbrechen, Atemnot oder einer Schwellung im Gesicht nach der Impfung. Solche Reaktionen sind selten, sollten aber nicht abgewartet werden.
Wenn eine Katze trotz Impfung erkrankt
Zeigt eine geimpfte Katze plötzlich Niesen, tränende Augen oder Nasenausfluss, ist das kein Zeichen, dass die Impfung wirkungslos war. Sie senkt die Wahrscheinlichkeit einer Infektion und mildert den Verlauf, verhindert ihn aber nicht in jedem Fall vollständig, besonders bei hoher Erregerlast im Umfeld oder bei geschwächtem Immunsystem durch Stress, Umzug oder eine andere Erkrankung. Ein Tierarztbesuch ist trotzdem sinnvoll, um eine bakterielle Beteiligung auszuschließen und bei Bedarf unterstützend zu behandeln.
Kombination mit anderen Core-Impfungen
In der Praxis wird die Schnupfen-Komponente fast immer zusammen mit der Impfung gegen Panleukopenie, die Katzenseuche, verabreicht, weil beide zu den Core-Impfungen zählen und sich in einem einzigen Kombinationspräparat spritzen lassen. Das reduziert die Zahl der nötigen Tierarztbesuche und die Belastung für die Katze gegenüber getrennten Einzelimpfungen erheblich, ohne die Wirksamkeit der einzelnen Komponenten zu schwächen. Auch bei Katzen mit Freigang oder häufigem Kontakt zu Artgenossen bleibt die Kombination die Regel, Einzelimpfstoffe nur gegen Katzenschnupfen sind in Deutschland kaum im Umlauf. Im Impfpass steht die Komponente deshalb meist unter der gemeinsamen Abkürzung RCP oder RCP-Chlamydien, je nachdem, welche Zusatzkomponenten die Praxis verwendet.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







