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Kurzantwort: Die Fédération Internationale Féline führt 48 voll anerkannte Katzenrassen, dazu zwei vorläufig anerkannte — zusammen 50. Jede Rasse trägt einen dreistelligen Code, der im Stammbaum steht, etwa MCO für Maine Coon oder RUS für Russisch Blau. Andere Verbände zählen anders: TICA kommt auf rund 70 Rassen, der britische GCCF auf 40.
Eine allgemeingültige Rasseliste gibt es nicht, weil jeder Verband eigene Aufnahmekriterien hat. Die FIFe-Liste ist für den deutschsprachigen Raum die maßgebliche, weil die hiesigen Zuchtvereine ihr angeschlossen sind.
Unten stehen alle 48 Rassen alphabetisch, jeweils mit ihrem Zuchtbuchcode.
Die 48 anerkannten Rassen von A bis Z
- Abessinier (ABY), Ägyptische Mau (MAU), American Curl Kurzhaar (ACS), American Curl Langhaar (ACL)
- Balinese (BAL), Bengal (BEN), Britisch Kurzhaar (BSH), Britisch Langhaar (BLH), Burma (BUR), Burmilla (BML)
- Chartreux, auch Kartäuser (CHA), Cornish Rex (CRX), Cymric (CYM)
- Devon Rex (DRX), Don Sphynx (DSP)
- Europäisch Kurzhaar (EUR), Exotic (EXO)
- German Rex (GRX)
- Heilige Birma (SBI)
- Japanese Bobtail Kurzhaar (JBS)
- Korat (KOR), Kurilen Bobtail Kurzhaar (KBS), Kurilen Bobtail Langhaar (KBL)
- LaPerm Kurzhaar (LPS), LaPerm Langhaar (LPL)
- Maine Coon (MCO), Manx (MAN)
- Neva Masquerade (NEM), Norwegische Waldkatze (NFO)
- Ocicat (OCI), Orientalisch Kurzhaar (OSH), Orientalisch Langhaar (OLH)
- Perser (PER), Peterbald (PEB)
- Ragdoll (RAG), Russisch Blau (RUS)
- Selkirk Rex Kurzhaar (SRS), Selkirk Rex Langhaar (SRL), Siam (SIA), Sibirer (SIB), Singapura (SIN), Snowshoe (SNO), Sokoke (SOK), Somali (SOM), Sphynx (SPH)
- Thai (THA), Türkisch Angora (TUA), Türkisch Van (TUV)
Zwei Rassen auf Bewährung

Vorläufig anerkannt sind die Bombay mit dem Code BOM und die Lykoi mit dem Code LYO. Vorläufig bedeutet: Der Verband führt die Rasse befristet, prüft die Zuchtbasis und die Gesundheit der Linien und entscheidet danach über die volle Anerkennung. Zählt man beide mit, kommt die häufig genannte Zahl 50 zustande.
Der Weg dorthin dauert. Die Singapura erhielt in den USA bereits 1988 den Championship-Status, die volle FIFe-Anerkennung folgte erst 2014. Die Thai, der traditionelle Typ der Siamkatze, wurde 2017 anerkannt — die Siam selbst schon 1949.
Wie eine Rasse überhaupt aufgenommen wird, folgt einem festen Weg. Am Anfang steht eine Gruppe von Züchtern, die ein Merkmal über mehrere Generationen stabil vererbt und dokumentiert. Der Verband prüft Abstammungsnachweise, verlangt eine ausreichend große Zuchtbasis und schreibt einen Standard mit Punkteschlüssel. Danach folgt die Bewährungszeit.
Was die drei Buchstaben bedeuten
Der Code stammt aus dem EMS-System, dem Easy Mind System der FIFe. Die ersten drei Buchstaben stehen für die Rasse, angehängte Buchstaben und Ziffern beschreiben Farbe und Zeichnung.
Ein Beispiel: BSH d steht für eine Britisch Kurzhaar in Rot, weil d der Farbcode für Rot ist. Die weiteren Grundfarben sind n für schwarz, a für blau, b für chocolate, c für lilac, e für creme, o für cinnamon, p für fawn und w für weiß.
Ein Stammbaum beschreibt damit Farbe, Zeichnung und teils auch die Augenfarbe vollständig. Für den Kauf ist das die schnellste Kontrolle, ob das Papier zum Tier passt.
Bei manchen Rassen ist der Code kürzer als erwartet, weil sie nur in einer einzigen Farbe geführt werden. Die FIFe nennt dafür ausdrücklich Russisch Blau, Bombay, Singapura und Sokoke. Bei ihnen steht im Zuchtbuch kein Farbzusatz.
Warum andere Verbände andere Listen führen

Die amerikanische TICA erkennt Kreuzungen, Mutationen bestehender Rassen und experimentelle Rassen an und kommt auf rund 70. Der britische GCCF führt 40 Rassen und lehnt die meisten Neumutationen ab. Die World Cat Federation liegt dazwischen.
Der Unterschied ist keine Frage der Biologie. Eine Rasse entsteht dort, wo ein Verband eine Gruppe von Zuchttieren mit stabil vererbtem Merkmal in sein Zuchtbuch aufnimmt. Was bei einem Verband eine eigene Rasse ist, gilt beim nächsten als Farbvarietät.
Ein Beispiel dafür ist die Himalayan: Bei der amerikanischen TICA gilt sie als eigene Rasse, bei der CFA nur als Farbvarietät des Persers. Je nach Zählweise verschiebt sich die Gesamtzahl also allein durch diese eine Entscheidung.
Rassen, die in Deutschland umstritten sind
Mehrere international geführte Rassen fehlen in der FIFe-Liste oder stehen hierzulande unter Vorbehalt. Die Scottish Fold ist bei der FIFe und beim GCCF nicht anerkannt. Der GCCF begründet das damit, dass das Gen für die gefalteten Ohren auch Skelettveränderungen verursacht, die mit dem Alter zunehmen, und rät ausdrücklich vom Kauf ab.
Das deutsche Qualzuchtgutachten empfiehlt für die Faltohren ein Zuchtverbot, ebenso für Manx und Cymric wegen der Schwanzlosigkeit sowie für Katzen, denen die Tasthaare fehlen. Für die Munchkin, die kurzbeinige Katze, spricht das Gutachten kein Verbot aus, sondern empfiehlt den Verzicht auf die Zucht mit Merkmalsträgern.
Umgekehrt führen andere Verbände Rassen, die es bei der FIFe nicht gibt. Die amerikanische TICA nimmt auch experimentelle Rassen und Neumutationen auf und kommt deshalb auf eine deutlich längere Liste. Wer ein Kitten aus dem Ausland kauft, sollte darauf achten, welchem Dachverband der Stammbaum entstammt — ein Papier aus einem Verband, dem der deutsche Verein nicht angeschlossen ist, wird hier nicht automatisch anerkannt.
Häufige Fragen
Wie viele Katzenrassen gibt es?
Je nach Verband zwischen 40 und rund 70. Die FIFe führt 48 voll anerkannte plus zwei vorläufige.
Ist die Hauskatze eine Rasse?
Die europäische Hauskatze wird bei der FIFe als Europäisch Kurzhaar geführt, Code EUR, und ist seit 1949 anerkannt.
Was bedeutet der Code im Stammbaum?
Die ersten drei Buchstaben stehen für die Rasse, alles Weitere für Farbe und Zeichnung.
Welche Rasse ist die älteste?
Siam und Europäisch Kurzhaar gehören mit der Anerkennung 1949 zu den ersten FIFe-Rassen.
Warum steht meine Rasse nicht in der Liste?
Dann ist sie bei der FIFe nicht anerkannt. Das heißt nicht, dass es sie nicht gibt — andere Verbände führen sie möglicherweise.
Quellen
- Fédération Internationale Féline: EMS-System mit Rasse- und Farbcodes
- Fédération Internationale Féline: Rasseliste und Standards
- Governing Council of the Cat Fancy: Welfare Statement zu nicht anerkannten Rassen
- Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht: Gutachten zur Auslegung von § 11b Tierschutzgesetz
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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- Allergiker und Katzenrassen: Sechs Rassen im Faktencheck
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Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







