Tiger im Porträt

Alle Katzenarten: 41 Arten der Familie der Katzen

Kurzantwort: Die Cat Classification Task Force der IUCN Cat Specialist Group erkennt 41 Arten in der Familie der Katzen an: 40 wildlebende Arten plus die Hauskatze. Sie verteilen sich auf zwei Unterfamilien, acht Entwicklungslinien, 14 Gattungen und 77 Unterarten. Die Großkatzen der Unterfamilie Pantherinae stellen sieben Arten, die Kleinkatzen der Felinae 34. In Deutschland leben zwei wildlebende Arten: die Europäische Wildkatze und der Eurasische Luchs.

Grundlage dieser Einteilung ist die überarbeitete Systematik der Familie Felidae, an der 22 Fachleute mitgewirkt haben und die 2017 veröffentlicht wurde. Ältere Bücher nennen abweichende Zahlen, weil Genetik und Morphologie inzwischen anders gewichtet werden.

Die Spannweite innerhalb der Familie ist beachtlich. Zwischen der ein Kilogramm leichten Rostkatze und dem über zwei Meter langen Tiger liegen Welten, die Körperbaupläne ähneln sich dennoch stark.

Die zwei Unterfamilien

Die Pantherinae umfassen zwei Gattungen mit sieben Arten: Panthera mit Tiger, Löwe, Jaguar, Leopard und Schneeleopard sowie Neofelis mit dem Nebelparder und dem Sunda-Nebelparder.

Die Felinae stellen zwölf Gattungen mit 34 Arten. Dazu zählen Felis, Prionailurus, Otocolobus, Leopardus, Lynx, Puma, Herpailurus, Acinonyx, Caracal, Leptailurus, Catopuma und Pardofelis.

Die artenreichste Gattung ist Leopardus mit acht Arten, gefolgt von Felis mit sieben sowie Panthera und Prionailurus mit je fünf.

Die kleinste und die größte Art

Europäische Wildkatze
Die Europäische Wildkatze ist streng geschützt und lebt vor allem in Eifel, Hunsrück und Harz. Foto: Michael Gäbler, CC BY 3.0

Die kleinste Wildkatze ist die Rostkatze, Prionailurus rubiginosus, aus Indien und Sri Lanka. Sie misst 35 bis 48 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge bei 20 bis 25 Zentimetern Schwanz und wiegt ein bis zwei Kilogramm. Seit 2016 gilt sie als potenziell gefährdet.

Die größte Art ist der Tiger mit 150 bis 230 Zentimetern Kopf-Rumpf-Länge und 90 bis 110 Zentimetern Schwanz.

Wie es um die Familie steht

Die Rote Liste der IUCN führt für die Felidae 16 Arten als nicht gefährdet, 14 als gefährdet, fünf als potenziell gefährdet und vier als stark gefährdet; zwei Arten sind nicht bewertet. Mehr als die Hälfte der Katzenarten steht damit unter Beobachtung.

Eine gute Nachricht kommt von der Iberischen Halbinsel: Der Pardelluchs wurde 2024 von „stark gefährdet“ auf „gefährdet“ heruntergestuft. Sein Bestand wuchs von 326 Tieren im Jahr 2012 auf rund 2.021 im Jahr 2024, liegt bei den erwachsenen Tieren aber weiter unter tausend.

Die Europäische Wildkatze

Felis silvestris ist keine verwilderte Hauskatze, sondern eine eigene Art. Kater messen 55 bis 65 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge bei 3,8 bis 7,3 Kilogramm, Kätzinnen 47 bis 57,5 Zentimeter bei 2,4 bis 4,7 Kilogramm.

Das sicherste Erkennungsmerkmal ist der Schwanz: buschig, mit zwei bis drei schwarzen Ringen und einem stumpfen schwarzen Ende. Die Zeichnung wirkt insgesamt verwaschener als bei einer getigerten Hauskatze.

Sie steht in Anhang IV der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, ist nach Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes streng geschützt und gilt in der Roten Liste Deutschlands von 2020 als gefährdet. Eine amtliche Gesamtzahl für Deutschland gibt es nicht. Belegt ist die genetische Erfassung des BUND, die zwischen 2011 und 2015 über mehr als 800 Lockstöcke in 60 Untersuchungsgebieten 615 einzelne Wildkatzen nachwies. Schwerpunkte liegen in Eifel, Hunsrück, Leine-Weser-Bergland, Harz und Hainich.

Der Eurasische Luchs

Eurasischer Luchs
Der Luchs kommt in Deutschland in drei getrennten Vorkommen vor. Foto: Kreuzschnabel, CC BY-SA 3.0

Lynx lynx erreicht 80 bis 120 Zentimeter Kopf-Rumpf-Länge und 50 bis 70 Zentimeter Schulterhöhe. Kuder wiegen meist 20 bis 25 Kilogramm, Kätzinnen 15 bis 20.

Das Bundesamt für Naturschutz zählte im Monitoringjahr 2019/20 in Deutschland 125 bis 135 selbstständige Luchse und insgesamt 194 nachgewiesene Tiere. 32 reproduzierende Weibchen zogen mindestens 59 Jungtiere auf.

Die Tiere verteilen sich auf drei getrennte Vorkommen: den Harz mit Ausläufern nach Nordhessen, Ostbayern und den Pfälzerwald, wo seit 2016 ein Wiederansiedlungsprojekt läuft. Das Bundesamt für Naturschutz hält fest, dass der kritische Erhaltungszustand des Luchses in Deutschland bestehen bleibt.

Katzen in Europa

Auf dem europäischen Festland kommen drei wildlebende Arten vor. Neben Wildkatze und Eurasischem Luchs lebt der Pardelluchs auf der Iberischen Halbinsel.

Der Pardelluchs ist die am stärksten bedrohte Katzenart Europas und zugleich das Beispiel dafür, dass Schutzprogramme wirken. Zwischen 2012 und 2024 versechsfachte sich sein Bestand, was 2024 zur Herabstufung in der Roten Liste führte.

Für Deutschland bleiben damit zwei Arten. Beide sind streng geschützt, beide leben heimlich, und beide werden regelmäßig mit entlaufenen oder verwilderten Hauskatzen verwechselt. Bei der Wildkatze entscheidet der Blick auf den Schwanz, beim Luchs die Größe und die Pinselohren.

Warum die Zahl 41 nicht endgültig ist

Taxonomie ist Arbeit am offenen Objekt. Neue Genanalysen können Unterarten zu Arten erheben oder Arten zusammenlegen — so entstand der Sunda-Nebelparder erst 2006 als eigene Art.

Für die Praxis heißt das: Wer eine Artenzahl nennt, sollte die Quelle und das Jahr dazuschreiben. Die 41 stammen von der Cat Specialist Group der IUCN und beruhen auf der Revision von 2017.

Häufige Fragen

Ist die Hauskatze eine eigene Art?

Sie wird in der Zählung der Cat Specialist Group als 41. Art geführt und stammt von der Falbkatze ab.

Können sich Wildkatze und Hauskatze paaren?

Ja, und genau das gilt als eine der Gefahren für die genetische Eigenständigkeit der Wildkatze.

Welche Großkatzen können brüllen?

Nur vier Arten der Gattung Panthera: Tiger, Löwe, Jaguar und Leopard. Der Schneeleopard gehört dazu, brüllt aber nicht.

Gibt es in Deutschland wildlebende Wölfe und Luchse im selben Gebiet?

Ja, etwa im Harz und in Ostbayern überschneiden sich die Vorkommen.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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