Katze beim Tierarzt

FIP bei Katzen: Symptome, Diagnose und Behandlung

Kurzantwort: FIP entsteht, wenn ein weit verbreitetes, meist harmloses Katzen-Coronavirus im Körper mutiert. Betroffen sind vor allem Katzen unter zwei Jahren. Anzeichen sind anhaltendes Fieber, Gewichtsverlust und bei der feuchten Form Flüssigkeit im Bauch. Seit einigen Jahren gibt es wirksame antivirale Medikamente.

FIP steht für Feline Infektiöse Peritonitis, also Bauchfellentzündung. Über Jahrzehnte war die Diagnose ein Todesurteil.

Das hat sich geändert. Antivirale Wirkstoffe erreichen heute hohe Heilungsraten, wenn früh behandelt wird.

Wesen und Verhalten

Was für andere Katzen im Haushalt gilt

Die mutierte Form wird nicht von Katze zu Katze übertragen. Andere Tiere im Haushalt stecken sich nicht mit FIP an.

Sie tragen aber meist dasselbe harmlose Ausgangsvirus. Eine Quarantäne ist deshalb nicht sinnvoll.

Nach einem FIP-Fall sollte mit einer Neuanschaffung einige Monate gewartet und gründlich gereinigt werden.

Die Rolle von Stress

Der Zeitpunkt eines FIP-Ausbruchs fällt auffällig oft mit einem einschneidenden Ereignis zusammen: Umzug, Abgabe, Kastration, neue Tiere.

Stress schwächt das Immunsystem und begünstigt offenbar die Mutation des Virus.

Für Halter heißt das: Veränderungen behutsam gestalten, besonders bei jungen Katzen aus Gruppenhaltung.

Gesundheit

Diagnose

Es gibt keinen einzelnen Test, der FIP sicher beweist. Die Diagnose setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen.

Dazu gehören Blutbild, Eiweißwerte, die Untersuchung der Bauchflüssigkeit und PCR-Untersuchungen.

Ein positiver Coronavirus-Antikörpertest allein sagt nichts aus, weil viele gesunde Katzen Antikörper tragen.

Behandlung

Seit einigen Jahren stehen antivirale Wirkstoffe zur Verfügung, die die Virusvermehrung hemmen. Sie werden über etwa 84 Tage gegeben.

Die Heilungsraten liegen in Studien hoch, wenn früh begonnen wird. Das hat die Prognose grundlegend verändert.

Die Behandlung gehört in tierärztliche Hand. Präparate aus dem Internet sind in Zusammensetzung und Dosierung nicht kontrolliert.

Vorbeugen

Mehrere Katzen zusammen
In Gruppenhaltung zirkulieren Coronaviren besonders leicht. Foto: Jocey K, CC BY-SA 4.0

Hygiene senkt die Virenlast: mehrere Katzentoiletten, tägliche Reinigung, getrennte Futternäpfe.

Stress vermeiden ist der zweite Hebel. Umzüge, Neuzugänge und Veränderungen möglichst behutsam gestalten.

Eine in Deutschland zugelassene Impfung gibt es nicht. Der Nutzen der in anderen Ländern verfügbaren Impfung ist umstritten.

Kosten und Anschaffung

Kosten

Eine vollständige Behandlung kostet je nach Gewicht der Katze und Präparat zwischen 1.000 und 4.000 Euro.

Dazu kommen Diagnostik und Kontrolluntersuchungen während der Therapie.

Manche Krankenversicherungen übernehmen Teile davon. Vorher lohnt die Nachfrage beim Versicherer.

Gut zu wissen

Wie FIP entsteht

Feline Coronaviren sind bei Katzen weit verbreitet. In Mehrkatzenhaushalten trägt ein großer Teil der Tiere sie in sich, meist ohne Symptome.

Bei einem kleinen Teil der infizierten Katzen mutiert das Virus im Körper. Es befällt dann Immunzellen und löst eine massive Entzündungsreaktion aus.

FIP ist deshalb nicht direkt ansteckend. Übertragen wird das harmlose Ausgangsvirus, nicht die mutierte Form.

Wer betroffen ist

Junge Katze
Betroffen sind vor allem Katzen unter zwei Jahren. Foto: mathias-erhart, CC BY-SA 4.0

Am häufigsten erkranken Katzen zwischen drei Monaten und zwei Jahren. Ein zweiter, kleinerer Gipfel liegt bei sehr alten Tieren.

Stress begünstigt den Ausbruch: Umzug, Kastration, neue Tiere im Haushalt oder eine andere Erkrankung.

In Gruppenhaltung und bei Rassekatzen aus großen Zuchten ist das Risiko höher, weil dort mehr Viren zirkulieren.

Die feuchte Form

Bei der feuchten Form sammelt sich Flüssigkeit im Bauch oder im Brustkorb. Der Bauch wirkt aufgebläht, die Katze atmet schwer.

Sie verläuft schneller als die trockene Form, oft innerhalb weniger Wochen.

Die Flüssigkeit ist typisch gelblich und zähflüssig. Ihre Untersuchung ist ein wichtiger Baustein der Diagnose.

Die trockene Form

Bei der trockenen Form bilden sich Entzündungsherde in Organen, Augen oder im Nervensystem.

Die Symptome sind unspezifisch: Fieber, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit. Je nach befallenem Organ kommen Gelbsucht, Augenveränderungen oder neurologische Ausfälle dazu.

Sie verläuft langsamer und ist schwerer zu diagnostizieren.

Anzeichen

Ruhende Katze
Anhaltendes Fieber ohne erkennbare Ursache ist ein häufiges erstes Zeichen. Foto: versageek, CC BY-SA 4.0

Anhaltendes Fieber, das auf Antibiotika nicht anspricht, ist eines der häufigsten ersten Zeichen.

Dazu kommen Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und struppiges Fell.

Bei jungen Katzen, die trotz Behandlung nicht gesund werden, gehört FIP zu den Verdachtsdiagnosen.

Die Prognose heute

Vor der Verfügbarkeit antiviraler Wirkstoffe verlief FIP nahezu immer tödlich. Behandelt wurde nur symptomatisch.

Studien der letzten Jahre zeigen Heilungsraten, die deutlich über achtzig Prozent liegen, wenn früh und ausreichend lange behandelt wird.

Entscheidend ist die Behandlungsdauer. Ein zu früher Abbruch führt häufig zum Rückfall.

Was Halter tun können

Anhaltendes Fieber bei einer jungen Katze gehört tierärztlich abgeklärt, besonders wenn Antibiotika nicht wirken.

Je früher die Diagnose steht, desto besser die Aussichten. Wochen des Abwartens verschlechtern die Prognose deutlich.

Während der Behandlung ist Ruhe wichtig. Stress verschlechtert den Verlauf messbar.

Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Untersuchung. Bei Verdacht auf eine Erkrankung gehört das Tier in eine Praxis.

FIP in der Zucht

In großen Zuchten und Katzenpensionen zirkulieren Coronaviren besonders stark. Das erhöht das Risiko für einzelne Tiere.

Seriöse Züchter halten kleine Gruppen, reinigen konsequent und geben Kitten nicht zu früh ab. Zwölf Wochen sind das Minimum.

Ein Züchter, der FIP-Fälle in seinem Bestand offenlegt, ist vertrauenswürdiger als einer, der das Thema vermeidet.

Häufige Fragen

Ist FIP ansteckend?

Die mutierte Form nicht. Übertragen wird nur das harmlose Ausgangs-Coronavirus.

Ist FIP heilbar?

Seit einigen Jahren gibt es antivirale Medikamente mit hohen Heilungsraten. Früher galt die Erkrankung als tödlich.

Welche Katzen sind betroffen?

Vor allem Tiere zwischen drei Monaten und zwei Jahren, besonders aus Gruppenhaltung.

Wie wird FIP diagnostiziert?

Über eine Kombination aus Blutwerten, Flüssigkeitsuntersuchung und PCR. Einen einzelnen beweisenden Test gibt es nicht.

Was kostet die Behandlung?

Zwischen 1.000 und 4.000 Euro, je nach Gewicht der Katze und Präparat.

Gibt es eine Impfung?

In Deutschland nicht zugelassen. Der Nutzen der andernorts verfügbaren Impfung ist umstritten.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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