Rassekatze mit klar erkennbarem Rassestandard

Katzenrassen mit Namen: 20 Rassen im schnellen Überblick

Kurzantwort: Zu den bekanntesten Rassekatzen mit Namen zählen British Kurzhaar, Maine Coon, Perserkatze, Siamkatze, Russisch Blau, Norwegische Waldkatze, Sphynx, Bengalkatze, Ragdoll und Abessinier. Jede Rasse ist bei einem oder mehreren internationalen Zuchtverbänden wie FIFe, TICA oder WCF mit einem eigenen Standard registriert, der Fellfarbe, Körperbau und teils auch Wesenszüge festlegt. Die Namen verraten dabei oft die Herkunft (Maine Coon, Norwegische Waldkatze), das prägende Aussehen (Sphynx, Scottish Fold) oder den namensgebenden Ursprungsort (Balinese, Abessinier).

Wer sich zum ersten Mal mit Rassekatzen beschäftigt, stößt schnell auf eine lange Liste unbekannter Namen. Manche davon beschreiben ein Land oder eine Region, andere ein einzelnes auffälliges Merkmal. Dieser Überblick ordnet die wichtigsten Katzenrassen nach Fellart und erklärt kurz, woher die Namen stammen.

Grundlage ist dabei immer ein Rassestandard: ein Dokument, das ein Zuchtverband für jede anerkannte Rasse führt und in dem Körperbau, Fellfarben und teils erlaubte Verpaarungen festgelegt sind.

Kurzhaarrassen mit Namen

Zu den bekanntesten Kurzhaarrassen zählt die British Kurzhaar mit ihrem runden Kopf, dem dichten Plüschfell und der ruhigen Art. Der Name geht auf ihre lange Zuchtgeschichte in Großbritannien zurück, wo sie aus robusten Straßenkatzen entstand. Die Russisch Blau trägt ihren Namen wegen des schiefergrauen Fells und ihrer vermuteten Herkunft aus dem Raum Archangelsk in Nordrussland. Die Abessinier, benannt nach dem historischen Namen Äthiopiens, fällt durch ihr getickeltes Fell auf, bei dem jedes einzelne Haar mehrfarbig gebändert ist. Britisch- und Amerikanisch Kurzhaar teilen ähnliche Wurzeln, unterscheiden sich aber im Körperbau: Die amerikanische Variante ist schlanker gebaut.

Langhaarrassen mit Namen

Die Perserkatze gilt als Inbegriff der Langhaarkatze und trägt ihren Namen wegen der Herkunftsregion des historischen Persien, auch wenn die moderne Zuchtform vor allem in Großbritannien entstand. Die Maine Coon ist nach dem US-Bundesstaat Maine benannt, in dem sie als robuste Farmkatze auftauchte; der Namenszusatz „Coon“ (Waschbär) bezieht sich auf ihren buschigen, geringelten Schwanz, mit dem sie früher fälschlich verwandt vermutet wurde. Die Norwegische Waldkatze trägt ihren Namen zu Recht: Sie ist eine in Skandinavien natürlich entstandene Rasse mit wetterfestem Fell. Die Ragdoll wurde in Kalifornien gezüchtet und verdankt ihren Namen (englisch für Stoffpuppe) ihrer Neigung, beim Hochheben komplett zu entspannen.

British Kurzhaar mit rundem Kopf und Plüschfell
Die British Kurzhaar zählt zu den bekanntesten Kurzhaarrassen mit Namen. Foto: I.Gouss, CC BY-SA 4.0

Orientalische Rassen mit Namen

Die Siamkatze stammt aus dem historischen Siam, dem heutigen Thailand, und gehört zu den ältesten bekannten Rassen überhaupt. Aus ihr entwickelten sich mehrere Ableger: Die Orientalisch Kurzhaar zeigt den schlanken Körperbau der Siamkatze in vielen Fellfarben statt nur in der typischen Point-Zeichnung, und die Balinesenkatze ist ihre langhaarige Variante, ursprünglich sogar als „Langhaar-Siamkatze“ registriert. Die Burmese wurde nach Myanmar (früher Burma) benannt und zeigt ein kurzes, seidiges Fell ohne Musterung. Die Korat, benannt nach einer thailändischen Provinz, gilt als eine der ältesten dokumentierten Naturrassen überhaupt.

Rassen mit einem prägenden Einzelmerkmal im Namen

Manche Rassenamen beschreiben nicht die Herkunft, sondern ein einzelnes auffälliges Merkmal. Die Sphynx ist wegen ihrer nahezu haarlosen Haut nach der ägyptischen Sphinx benannt. Die Scottish Fold verdankt ihren Namen den nach vorn geknickten Ohren (englisch „fold“ für Falte), die durch eine Knorpelmutation entstehen; die Rasse gilt in Deutschland und Österreich wegen der damit verbundenen Skelettschäden als Qualzucht. Die Munchkin ist nach den kleinwüchsigen Figuren aus „Der Zauberer von Oz“ benannt und fällt durch auffällig kurze Beine auf. Cornish Rex und Devon Rex tragen die Namen ihrer englischen Herkunftsgrafschaften und zeigen beide gelocktes statt glattes Fell, allerdings durch unterschiedliche Genmutationen.

Rassen mit wildem Aussehen im Namen

Die Bengalkatze ist nach ihrer wilden Stammmutter, der asiatischen Leopardkatze, benannt. Ihr geflecktes Fell erinnert bewusst an die Wildkatze, obwohl moderne Zuchtbengalen ab der fünften Generation vollständig domestiziert sind. Ähnlich verhält es sich bei der Savannah, benannt nach der afrikanischen Savannenlandschaft, aus der ihr wilder Namensgeber, der Serval, stammt.

Woher die Namen wirklich stammen

Rassenamen folgen selten einem einheitlichen Schema. Ein Teil verweist auf einen tatsächlichen Ursprungsort (Maine Coon, Norwegische Waldkatze), ein anderer Teil auf ein einzelnes Zuchtmerkmal (Sphynx, Scottish Fold, Munchkin), und wieder andere Namen entstanden aus einer Assoziation wie bei der Balinesenkatze, die nach der indonesischen Insel benannt wurde, obwohl sie dort nie gezüchtet wurde, weil ihre eleganten Bewegungen an balinesische Tänzerinnen erinnerten.

Vor dem Kauf: Verband und Standard prüfen

Wer sich für eine bestimmte Rasse interessiert, sollte prüfen, bei welchem Verband die Zuchtstätte registriert ist und ob die Rasse dort überhaupt anerkannt ist. FIFe, TICA, WCF, CFA und GCCF führen jeweils eigene, teils unterschiedliche Standards und erkennen nicht immer dieselben Rassen oder Farbschläge an. Eine seriöse Zuchtstätte legt Ahnentafel und Gesundheitsnachweise offen und lässt Interessenten die Elterntiere vor Ort besuchen.

Häufige Fragen

Was ist der älteste dokumentierte Rassename?

Die Siamkatze aus dem historischen Siam gilt als eine der am längsten schriftlich belegten Katzenrassen, mit Erwähnungen bereits in jahrhundertealten thailändischen Manuskripten.

Warum tragen manche Rassen englische Namen, obwohl sie aus anderen Ländern stammen?

Weil die großen Zuchtverbände und viele bedeutende Zuchtstätten historisch in Großbritannien und den USA entstanden, wurden Rassestandards und damit auch die offiziellen Namen meist auf Englisch festgelegt, unabhängig vom tatsächlichen Herkunftsland der Rasse.

Kann sich der Name einer Rasse im Lauf der Zeit ändern?

Ja, wie das Beispiel der Balinesenkatze zeigt: Sie wurde zunächst als „Langhaar-Siamkatze“ geführt und erst später unter einem eigenen Namen als Rasse anerkannt.

Was bedeuten die Buchstabenkürzel in Ahnentafeln?

Zuchtverbände vergeben für jede Rasse einen kurzen Code, etwa MCO für Maine Coon oder SIA für Siamkatze, ergänzt um Kürzel für Fellfarbe und Zeichnung nach dem sogenannten EMS-System, das über mehrere Verbände hinweg ähnlich aufgebaut ist.

Können sich Rassenamen zwischen Ländern unterscheiden?

Ja, dieselbe Rasse kann in unterschiedlichen Sprachräumen leicht abweichende Bezeichnungen tragen, etwa „British Shorthair“ im Englischen und „British Kurzhaar“ im Deutschen, ohne dass sich am zugrunde liegenden Standard etwas ändert.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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