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Katze frisst nicht: Ursachen, Gefahr für die Leber, was hilft

Kurzantwort: Frisst deine Katze länger als 24 Stunden gar nichts, ruf den Tierarzt an. Kätzchen, Senioren und übergewichtige Katzen vertragen noch weniger Zeit ohne Futter. Katzen bauen bei Hunger schnell Fett ab, das sich in der Leber einlagert und eine lebensgefährliche Leberverfettung auslöst. Häufige Ursachen sind Zahnschmerzen, Übelkeit durch Nieren- oder Magen-Darm-Probleme, Infekte und Stress. Zu Hause helfen angewärmtes Nassfutter, Ruhe und frisches Wasser. Zwangsfüttern mit der Spritze ist tabu.

Der Napf bleibt voll. Die Katze schnuppert kurz, dreht sich um und geht. Beim zweiten Mal wird es schon unruhig, beim dritten Mal beginnt die Sorge. Katzen sind Gewohnheitstiere, und eine Katze, die nicht frisst, sagt dir damit fast immer, dass etwas nicht stimmt.

Anders als Hunde können Katzen keine längeren Fastenzeiten überbrücken. Ihr Stoffwechsel ist auf regelmäßige kleine Mahlzeiten aus Fleisch ausgelegt. Fällt das Futter weg, mobilisiert der Körper Fettreserven, und die Leber kommt mit dem Abbau nicht hinterher.

Dieser Artikel zeigt dir, welche Ursachen am häufigsten sind, wie viel Zeit dir bleibt, was du selbst versuchen kannst und woran du erkennst, dass die Katze sofort zum Tierarzt muss.

Warum Hunger für Katzen gefährlich ist

Die größte Gefahr heißt hepatische Lipidose, Leberverfettung. Sie trifft vor allem übergewichtige Katzen, außerdem trächtige und säugende Katzen und Jungtiere im Wachstum. Weibliche Tiere erkranken doppelt so oft wie männliche. Auslöser ist immer eine Phase, in der die Katze deutlich weniger frisst: Krankheit, Stress, ein neues Futter, das sie verweigert.

Der Körper schickt bei Hunger große Mengen Fett zur Leber, damit sie daraus Energie gewinnt. Bei Katzen schafft die Leber das nur begrenzt, das Fett lagert sich in den Leberzellen ab. Die Katze wird matt, trocknet aus, das Zahnfleisch und das Weiße im Auge werden gelb. Später kommen Erbrechen, Durchfall, Krämpfe und Bewusstseinsstörungen dazu.

Selbst bei intensiver Behandlung in der Klinik überleben nur etwa 60 Prozent der Katzen eine ausgeprägte Leberverfettung. Deshalb gilt: Nicht abwarten, bis die Katze gelb ist.

Die häufigsten Ursachen

Zahnschmerzen. Zahnfleischentzündungen, abgebrochene Zähne und die bei Katzen häufige Zahnresorption (FORL) machen jeden Bissen schmerzhaft. Typisch: Die Katze geht zum Napf, will fressen, lässt das Futter fallen, kaut einseitig oder speichelt.

Übelkeit. Nierenerkrankungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Magen-Darm-Infekte, Fremdkörper und Vergiftungen verderben den Appetit. Oft schmatzt oder schluckt die Katze auffällig, sitzt gekrümmt vor dem Wassernapf oder erbricht.

Infekte und Fieber. Katzenschnupfen verstopft die Nase, und was die Katze nicht riecht, frisst sie nicht. Fieber senkt den Appetit generell.

Stress und Veränderung. Umzug, Besuch, ein neues Tier, Baulärm oder ein umgestellter Napfplatz reichen bei manchen Katzen für einen Futterstreik. Auch ein neues Futter wird oft verweigert. Neues Futter mischst du deshalb über ein bis zwei Wochen in steigenden Anteilen unter das alte.

Schmerzen und Alter. Arthrose, Verletzungen und Tumoren dämpfen den Appetit. Ältere Katzen riechen und schmecken schlechter und brauchen intensiver duftendes Futter.

Wie viel Zeit dir bleibt

Als Faustregel gilt bei erwachsenen, gesunden Katzen: Nach 24 Stunden ohne Nahrung rufst du den Tierarzt an. International Cat Care empfiehlt, spätestens nach drei Tagen mit deutlich vermindertem Appetit dringend die Praxis aufzusuchen. Bei Kitten, alten oder übergewichtigen Katzen und bei zusätzlichen Symptomen wartest du gar nicht.

Sofort in die Praxis gehört die Katze, wenn sie zusätzlich erbricht, Durchfall hat, apathisch ist, gelbes Zahnfleisch zeigt, schwer atmet, sich versteckt oder wenn du weißt, dass sie etwas gefressen haben könnte, das dort nicht hingehört: Lilien, Schnüre, Medikamente, Frostschutzmittel.

Was du zu Hause tun kannst

Wärme das Nassfutter auf Körpertemperatur an, etwa 35 bis 38 Grad. Der Geruch wird intensiver, und Katzen fressen lieber warm. Biete kleine Portionen mehrmals am Tag an und räume Reste nach 20 Minuten weg. Ein Napf, der stundenlang steht, riecht für die Katze verdorben.

Versuch stark duftende Kost: Thunfisch in eigenem Saft, gekochtes Hühnchen ohne Haut und Knochen, das Wasser von gekochtem Fisch über das Futter gegeben. Manche Katzen fressen von der Hand oder vom Boden, wenn sie den Napf ablehnen. Stell Wasser an mehreren Orten auf, viele Katzen trinken lieber aus einem Brunnen.

Sorg für Ruhe. Der Fressplatz liegt abseits von Katzenklo, Waschmaschine und Durchgangsverkehr. In Mehrkatzenhaushalten bekommt jede Katze ihren eigenen Napf mit Abstand zu den anderen.

Was du nicht tun solltest: Futter mit der Spritze ins Maul drücken. Die Katze kann Futter einatmen und eine Lungenentzündung entwickeln, und sie verknüpft das Fressen dauerhaft mit Zwang. Wenn eine Katze längere Zeit ernährt werden muss, legt der Tierarzt eine Sonde. Damit lässt sich die Katze zu Hause stressfrei versorgen.

Was der Tierarzt macht

Die Untersuchung beginnt mit Maul, Zähnen, Bauch abtasten, Temperatur und Gewicht. Ein Blutbild zeigt Nieren-, Leber- und Entzündungswerte, ein Ultraschall den Bauchraum. Je nach Befund folgen Röntgen, Urin- und Kotuntersuchung oder eine Zahnbehandlung in Narkose.

Gegen Übelkeit gibt es Medikamente, ebenso appetitanregende Mittel. Bei Austrocknung helfen Infusionen. Entscheidend ist, dass die Katze innerhalb weniger Tage wieder Kalorien bekommt, notfalls über eine Nasen- oder Speiseröhrensonde. Die Prognose hängt davon ab, wie früh die Ursache gefunden wird.

Häufige Fragen

Wie lange kann eine Katze ohne Futter überleben?

Theoretisch ein bis zwei Wochen, praktisch beginnt die Leberverfettung schon nach wenigen Tagen. Nach 24 Stunden ohne Futter rufst du den Tierarzt an.

Meine Katze trinkt, frisst aber nicht. Ist das weniger schlimm?

Trinken ist besser als nichts, verhindert die Leberverfettung aber nicht. Die Regel von 24 Stunden gilt weiter.

Kann ich meiner Katze Traubenzucker oder Milch geben?

Nein. Milch verursacht bei vielen Katzen Durchfall, Zucker liefert keine passende Energie. Angewärmtes Nassfutter oder gekochtes Hühnchen sind die bessere Wahl.

Warum frisst meine Katze Trockenfutter, aber kein Nassfutter?

Oft eine Frage der Gewohnheit oder des Geruchs. Bei plötzlicher Ablehnung einer Futterart lohnt ein Blick auf die Zähne, weil weiche und harte Kost unterschiedlich schmerzen.

Frisst eine Katze bei Hitze weniger?

Ja, an heißen Tagen sinkt der Appetit leicht. Ganz aussetzen sollte sie trotzdem nicht. Kühle Räume und mehrere kleine Mahlzeiten helfen.

Hilft Fasten bei Magenverstimmung wie beim Hund?

Nein. Was beim Hund ein Tag Schonung ist, kann bei der Katze die Leber belasten. Katzen bekommen bei Magen-Darm-Problemen kleine Portionen Schonkost statt einer Fastenpause.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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