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Kurzantwort: Die Deutsche Langhaarkatze, kurz Deutsch Langhaar, ist eine Anfang des 20. Jahrhunderts in Deutschland entstandene Rasse, die nach dem Zweiten Weltkrieg fast verschwand und seit den 2000er Jahren wieder gezüchtet wird. Sie ist freundlich, robust, wiegt 3,5 bis 6 Kilogramm und braucht mit ihrem seidigen Fell ohne dichte Unterwolle deutlich weniger Pflege als ein Perser.
Die Rasse war als deutsche Antwort auf den englischen Perser gedacht: eine Langhaarkatze mit natürlichem Kopf, normaler Nase und pflegeleichterem Fell. Der Biologe Friedrich Schwangart beschrieb den Standard in den 1920er Jahren. Nach dem Krieg ging die Zucht unter, erst Züchter der Arbeitsgemeinschaft DLH belebten sie wieder.
Hier erfährst Du, wie die Deutsche Langhaarkatze aussieht, wie sie sich im Alltag verhält, welche Pflege sie braucht und wie Du einen seriösen Züchter findest.

Geschichte einer fast vergessenen Rasse
In den 1920er und 1930er Jahren wurden Deutsche Langhaarkatzen auf Ausstellungen gezeigt und in Zuchtbüchern geführt. Der Standard forderte einen kräftigen, natürlichen Körper und ein Fell, das seidig fällt und nicht wattig absteht. Mit dem Zweiten Weltkrieg brach die Zucht ab, die Tiere gingen in der Hauskatzenpopulation auf.
Ab 2005 begannen Züchter, aus langhaarigen Hauskatzen und Tieren mit passendem Typ die Rasse neu aufzubauen. Heute wird sie von einigen Verbänden anerkannt, bleibt aber selten. Die Arbeitsgemeinschaft Deutsch Langhaar koordiniert die Zucht und führt das Register.
Aussehen und Standard
Die Deutsche Langhaarkatze ist mittelgroß bis groß, mit kräftigem, aber nicht gedrungenem Körper. Der Kopf ist leicht gerundet mit gerader, mittellanger Nase und mittelgroßen Ohren. Die Augen sind groß und oval. Das Fell ist halblang bis lang, weich und seidig, mit Halskrause und buschigem Schwanz. Alle Farben sind zugelassen, mit Ausnahme von Point-Zeichnungen bei manchen Verbänden.
Katzen wiegen 3,5 bis 5 Kilogramm, Kater 4 bis 6. Ausgewachsen ist die Rasse erst mit etwa drei Jahren.
Charakter: freundlich, ausgeglichen, gesellig
Deutsch Langhaar gelten als unkomplizierte Familienkatzen. Sie sind menschenbezogen, spielen gern, sind aber nicht so fordernd wie Orientalen. Mit Kindern, Hunden und anderen Katzen kommen sie gut zurecht. Sie sind gesprächig, aber leise, und begleiten ihre Menschen durch die Wohnung.
Die Rasse braucht Gesellschaft. Als Einzelkatze bei Berufstätigen langweilt sie sich, ein Artgenosse ist die bessere Lösung. Gesicherter Freigang oder ein vernetzter Balkon tun ihr gut.

Fellpflege: weniger als beim Perser
Das Fell hat keine dichte Unterwolle und verfilzt deshalb seltener. Zweimal pro Woche Kämmen reicht, im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst täglich. Kritische Stellen sind hinter den Ohren, unter den Achseln und an den Hosen. Ein Bad ist nur bei starker Verschmutzung nötig.
Haarballen kommen bei allen Langhaarkatzen vor. Katzengras, Malzpaste und regelmäßiges Bürsten halten das Problem klein.
Deutsch Langhaar, Norweger oder Sibirer?
Optisch ähnelt die Deutsche Langhaarkatze den Waldkatzen, unterscheidet sich aber im Detail. Die Norwegische Waldkatze hat ein dreieckiges Gesicht mit gerader Profillinie und ein wasserabweisendes Deckhaar, das sich fettig anfühlt. Die Sibirische Katze ist kompakter, mit runderem Kopf und sehr dichtem Winterfell. Die Deutsche Langhaarkatze liegt dazwischen: leicht gerundeter Kopf, mittellange Nase, weiches Fell, das eher an eine langhaarige Hauskatze erinnert.
Im Wesen sind alle drei freundlich und familientauglich. Waldkatzen sind sprunglustiger und brauchen hohe Kletterbäume, die Deutsche Langhaarkatze ist etwas ruhiger. Wer eine seltene Rasse mit deutscher Geschichte möchte und mit Wartezeit leben kann, wählt Deutsch Langhaar. Wer schneller ein Kitten sucht, findet bei Norwegern und Sibirern mehr Züchter.
Gesundheit
Weil die Rasse aus robusten Hauskatzen neu aufgebaut wurde, ist die genetische Basis breit und die Rasse gilt als gesund. Rassetypische Erbkrankheiten sind bisher nicht bekannt. Wie bei allen Katzen gehören jährliche Kontrolle, Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen sowie Parasitenschutz dazu. Die Lebenserwartung liegt bei 14 bis 18 Jahren.
Haltung und Ernährung
Die Deutsche Langhaarkatze ist anpassungsfähig und lebt in der Wohnung ebenso gut wie mit Freigang. Ein stabiler Kratzbaum, Fensterplätze und tägliche Spielzeit sind Pflicht. Beim Futter gilt: hochwertiges Nassfutter mit hohem Fleischanteil, Trockenfutter nur als Ergänzung. Die Rasse neigt weniger zu Übergewicht als Perser oder Britisch Langhaar, das Gewicht sollte trotzdem regelmäßig kontrolliert werden.
Eingewöhnung eines Kittens
Richte vor dem Einzug einen ruhigen Raum mit Toilette, Futter, Wasser und Schlafplatz ein. Die ersten Tage bleibt das Kitten dort und lernt Geräusche und Gerüche der Wohnung kennen. Danach öffnest Du Raum für Raum. Bei einem zweiten Tier läuft die Zusammenführung über Geruchstausch und getrennte Räume, bis beide entspannt am Türspalt fressen.
Kauf und Züchter
Die Rasse ist selten, Kitten kosten 800 bis 1.300 Euro. Seriöse Züchter sind über die Arbeitsgemeinschaft DLH zu finden und geben Kitten frühestens mit zwölf Wochen ab, geimpft, gechippt und mit Stammbaum. Vorsicht bei Anzeigen, die langhaarige Hauskatzen als Deutsch Langhaar verkaufen: Ohne Registrierung und Abstammungsnachweis handelt es sich um eine Hauskatze, die genauso liebenswert, aber kein Rassetier ist.
Häufige Fragen
Ist die Deutsche Langhaarkatze eine anerkannte Rasse?
Sie ist von einigen Verbänden anerkannt, bei anderen im Aufbau. Die Anerkennung ist nicht bei allen Dachverbänden abgeschlossen.
Wie unterscheidet sie sich vom Perser?
Normale Nase, weniger Unterwolle, robuster Körper und deutlich geringerer Pflegeaufwand.
Haart die Deutsche Langhaarkatze stark?
Im Fellwechsel ja, sonst mäßig. Regelmäßiges Kämmen hilft.
Ist sie für Allergiker geeignet?
Nein, sie produziert das Allergen Fel d 1 wie jede andere Katze.
Wie alt wird sie?
Meist 14 bis 18 Jahre.
Quellen
Deutsche Langhaarkatze – Wikipedia
Arbeitsgemeinschaft Deutsch Langhaar
Deutsche Langhaarkatze: Charakter und Pflege
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







