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Kurzantwort: Bastet war eine altägyptische Göttin, die mit einem Katzenkopf dargestellt wurde und als Schutzgöttin des Hauses, der Fruchtbarkeit und der Frauen galt. Ihr Kult war besonders in der Stadt Bubastis im Nildelta beheimatet, wo Ausgrabungen zahlreiche Katzenmumien und Bronzestatuetten zutage förderten. Eine eigene moderne Katzenrasse namens „Bastet“ gibt es nicht. Am häufigsten wird die Ägyptische Mau mit der Göttin in Verbindung gebracht, weil ihre gefleckte Fellzeichnung an Darstellungen altägyptischer Katzen erinnert und sie als eine der ältesten bekannten Hauskatzenrassen gilt. Einen lückenlosen genetischen Nachweis, dass die moderne Mau direkt von den im alten Ägypten gehaltenen Katzen abstammt, gibt es allerdings nicht.
Wer nach „Bastet“ und Katzenrassen sucht, landet fast immer bei derselben Frage: Welche heutige Rasse kommt den Katzen am nächsten, die im alten Ägypten verehrt wurden? Eine einfache Antwort gibt es nicht, denn zwischen der Göttin Bastet und modernen Zuchtrassen liegen Jahrtausende.
Der Wunsch, eine Verbindung zwischen der eigenen Katze und der altägyptischen Mythologie herzustellen, ist verständlich, gerade weil Katzen im alten Ägypten eine derart herausgehobene Stellung genossen. Umso wichtiger ist eine saubere Trennung zwischen historisch belegten Fakten und späteren, oft kommerziell geprägten Zuschreibungen.
Dieser Artikel ordnet ein, wer Bastet war, warum Katzen im alten Ägypten eine besondere Stellung hatten und welche Rasse heute am häufigsten mit ihr in Verbindung gebracht wird.
Wer war Bastet?
Bastet war eine Göttin der altägyptischen Mythologie, meist mit dem Kopf einer Katze und dem Körper einer Frau dargestellt. Sie galt als Schutzgöttin des Hauses, der Fruchtbarkeit und der Frauen und gehörte zu den bekanntesten Gottheiten des ägyptischen Pantheons. In früheren Epochen wurde sie mitunter auch mit einem Löwinnenkopf dargestellt, bevor sich im Lauf der Zeit die Darstellung mit Katzenkopf durchsetzte. Dieser Wandel spiegelt eine allgemeine Entwicklung in der ägyptischen Religion wider, bei der zunächst furchteinflößende Löwengöttinnen zunehmend durch mildere, häuslichere Katzengottheiten ergänzt oder abgelöst wurden.
Der Kult von Bubastis
Zentrum der Bastet-Verehrung war die Stadt Bubastis im östlichen Nildelta, benannt nach der Göttin selbst. Dort stand ihr großer Tempelbezirk, zu dem laut antiken Quellen regelmäßig Pilger aus ganz Ägypten zogen. Archäologische Grabungen förderten in der Region zahlreiche Bronzestatuetten und Katzenmumien zutage, die den Umfang des Kultes belegen. Der griechische Historiker Herodot berichtete nach einem Besuch in Ägypten von einem großen Bastet-Fest in Bubastis und schätzte die Teilnehmerzahl auf rund 700.000 Menschen, ein Hinweis darauf, wie bedeutend der Kult zu seiner Zeit tatsächlich war.

Warum Katzen im alten Ägypten verehrt wurden
Katzen genossen im alten Ägypten hohes Ansehen, unter anderem weil sie Getreidespeicher vor Mäusen und Ratten schützten und damit einen praktischen Nutzen für die Landwirtschaft hatten. Diese Schutzfunktion floss vermutlich in die religiöse Verehrung mit ein: Eine Göttin mit Katzengestalt stand sinnbildlich für Schutz und Fürsorge. Diese Doppelrolle, zugleich nützliches Tier und religiöses Symbol zu sein, unterscheidet die altägyptische Katzenverehrung von der Stellung von Katzen in vielen anderen antiken Kulturen. Historisch überliefert ist zudem, dass das absichtliche Töten einer Katze im alten Ägypten hart geahndet werden konnte, ein weiterer Hinweis auf den besonderen Schutzstatus des Tieres.
Katzenmumien als archäologischer Beleg
In Bubastis und anderen Kultstätten wurden große Mengen mumifizierter Katzen gefunden, die Gläubige der Göttin als Opfergabe darbrachten. Diese Funde zeigen, wie fest Katzen im religiösen Leben des alten Ägypten verankert waren, lassen aber keine eindeutigen Rückschlüsse auf eine bestimmte moderne Rasse zu, da es sich meist um gewöhnliche Hauskatzen ohne einheitliches Zuchtbild handelte. Untersuchungen an solchen Mumien zeigen zudem eine große Bandbreite an Körperbau und Fellzeichnung, was gegen die Vorstellung einer einheitlichen „Tempelrasse“ spricht.
Ägyptische Mau: die Rasse, die am häufigsten genannt wird
Wird nach einer „Bastet-Katzenrasse“ gesucht, fällt am häufigsten der Name Ägyptische Mau. Ihre namensgebende Fellzeichnung, natürlich gefleckt statt gestreift, erinnert an Darstellungen von Katzen auf altägyptischen Wandmalereien und Statuen. Zuchtverbände wie die FIFe führen die Ägyptische Mau als eigenständige Rasse mit schlankem, athletischem Körperbau und namensgebender Tüpfelung. Die moderne Zucht geht auf die Exilrussin Nathalie Troubetzkoy zurück, die gefleckte Katzen aus Kairo zunächst nach Italien und 1956 in die USA brachte, wo sie 1958 ihre Zucht unter dem Namen „Fatima“ registrierte; 1977 erkannte die Cat Fanciers Association die Rasse offiziell an, ab 1988 wurde sie auch in Europa gezüchtet.
Was die Mau mit den Katzen der Antike wirklich verbindet
Einen durchgängigen genetischen oder dokumentierten Abstammungsnachweis von den im alten Ägypten gehaltenen Katzen bis zur heutigen Ägyptischen Mau gibt es nicht. Die moderne Zucht der Rasse geht im Wesentlichen auf Tiere zurück, die im 20. Jahrhundert aus dem Nahen Osten nach Europa und in die USA gelangten. Die Ähnlichkeit zu antiken Abbildungen bleibt daher optisch, nicht genealogisch belegt. Seriöse Zuchtverbände formulieren das entsprechend vorsichtig und sprechen von einer vermuteten, nicht einer belegten Verbindung zur Antike.
Andere oft genannte „ägyptische“ Rassen
Neben der Ägyptischen Mau werden gelegentlich auch die Abessinierkatze oder andere kurzhaarige Rassen mit schlankem, orientalischem Körperbau mit dem alten Ägypten in Verbindung gebracht. Auch hier gilt: Die Ähnlichkeit stützt sich auf äußerliche Merkmale und historische Vermutungen, nicht auf einen belegten Stammbaum bis in die Antike. Marketingtexte einzelner Züchter oder Anbieter gehen mit solchen Bezügen mitunter freier um, als es die tatsächliche Quellenlage hergibt. Wer beim Züchter gezielt nach der Herkunftsgeschichte einer Rasse fragt, bekommt meist eine differenziertere Antwort als in werblich formulierten Onlinetexten.
Einordnung: Mythos und Zucht sauber trennen
Bastet bleibt eine Figur der ägyptischen Mythologie, keine reale Katze und keine Rasse. Wer eine Katze sucht, deren Aussehen an die Verehrung im alten Ägypten erinnert, findet mit der Ägyptischen Mau die am häufigsten genannte moderne Option, sollte den Bezug zur Antike aber als optische Anlehnung verstehen und nicht als lückenlos belegte Abstammung. Für die Wahl der passenden Katze sind ohnehin Wesen, Gesundheit und Pflegebedarf der jeweiligen Rasse wichtiger als ein mythologischer Bezug. Wer sich dennoch bewusst für die optische Nähe zur Antike entscheidet, sollte das eher als persönliche Vorliebe begreifen als als historisch verbürgte Tatsache.
Quellen
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







