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Kurzantwort: In der Downing Street 10 lebt seit Februar 2011 der Kater Larry. Sein Amt heißt Chief Mouser to the Cabinet Office. Akten zu Dienstkatzen im britischen Regierungssitz reichen bis zum 3. Juni 1929 zurück: Damals bewilligte das Schatzamt einen Penny am Tag aus der Portokasse für die Haltung einer leistungsfähigen Katze. Der Kater gehört zum Haus, nicht zur jeweiligen Regierungschefin oder zum Premier.
Vor der schwarzen Tür mit der weißen 10 stehen Kameras, Polizisten und ein Kater. Auf vielen Aufnahmen aus London ist er das Erste, was ins Bild läuft.
Der Kater ist keine Marotte einer einzelnen Regierung. Die Katze im Regierungssitz ist eine Einrichtung mit Aktenzeichen, Budgetposten und einer Amtsbezeichnung.
Hier steht, wie das Amt entstand, wer es vor Larry hatte und was daran belegt ist.
Der Kater in der Downing Street 10 heute
Der amtierende Kater heißt Larry. Er wurde um Januar 2007 geboren und zog 2011 in die Downing Street No. 10 ein, wo er als Mäusefänger seinen Dienst versieht.
Larry stammt aus dem Londoner Tierheim Battersea Dogs and Cats Home. Ausgesucht wurde er im Februar 2011 aus dem dortigen Bestand, damals durch die Familie des Premierministers David Cameron.
Im September 2012 erhielt er offiziell den Titel Chief Mouser to the Cabinet Office. Er ist der erste Amtsträger, dem der Titel formell verliehen wurde. Unterstützt wird er von vier untergeordneten „Mousers“.
Amtlich zugeordnet ist der Posten dem Cabinet Office, also der Behörde, die dem Kabinett zuarbeitet. Damit hängt die Stelle an der Verwaltung und nicht an einer Person.
Die Auswahl fiel bewusst auf ein Tier aus dem Tierheim. Für ein Haus mit Mäusen ist ein erwachsener Kater mit vorhandenem Jagdverhalten die naheliegendere Wahl als ein Jungtier.
Chief Mouser: das Amt und seine Geschichte
Der Titel wurde 1929 förmlich fixiert, faktische Belege reichen bis 1924 zurück. Die 2005 freigegebenen amtlichen Unterlagen setzen mit dem 3. Juni 1929 ein.
Darin bewilligte A. E. Banham vom Schatzamt dem Office Keeper, täglich einen Penny aus der Portokasse für die Erhaltung einer leistungsfähigen Katze auszugeben. Der Betrag klingt komisch, war aber ein regulärer Haushaltsposten.
Bis 2001 war daraus ein Jahresbudget von rund 100 Pfund geworden. Der Zweck blieb derselbe: Mäuse in einem alten Regierungsgebäude.
Vor Peter taucht in den Aufzeichnungen bereits ein Tier auf, das unter den Namen Rufus beziehungsweise Treasury Bill geführt wird, für 1924 und noch einmal um 1929 bis 1930. Diese frühen Einträge sind lückenhaft.
Erst 2005 wurden die Unterlagen öffentlich zugänglich. Bis dahin war die Dienstkatze eine Sache interner Verwaltungsakten und nicht der Öffentlichkeit.
Die Amtsvorgänger
Der erste namentlich geführte Amtsinhaber war ein Kater namens Peter, im Dienst von 1929 bis 1946. Er überdauerte damit rund 17 Jahre und mehrere Premierminister.
Es folgten Wilberforce von 1973 bis 1987 und Humphrey von 1989 bis 1997. Beide erreichten in der britischen Presse einen Bekanntheitsgrad, den sonst nur Kabinettsmitglieder haben.
Nach einer Lücke kam Sybil, die von 2007 bis 2009 im Amt war und nach kurzer Krankheit am 27. Juli 2009 starb. Von 2012 bis 2014 lebte zusätzlich die Katze Freya im Regierungsviertel.
Auffällig sind die langen Amtszeiten. Peter kam auf rund 17 Jahre, Wilberforce auf etwa 14, Humphrey auf acht. Eine Hauskatze wird bei guter Versorgung fünfzehn Jahre und älter, das passt zu diesen Zahlen.
Zwischen den Amtszeiten liegen längere Lücken. Für die Jahrzehnte dazwischen sind entweder keine Tiere geführt oder die Unterlagen dazu fehlen; die Reihe ist damit keine lückenlose Chronik.
Wem der Kater gehört
Die Katze gehört zum Haushalt des Regierungssitzes. Sie zieht nicht mit dem Premierminister aus, wenn eine Wahl verloren geht, und sie kommt nicht mit dem Nachfolger neu ins Amt.
Bezahlt wird ihre Versorgung aus dem Etat des Hauses. Diese Konstruktion erklärt, warum Larry inzwischen mehrere Regierungschefs überdauert hat, während sein eigener Posten unverändert blieb.
Praktisch versorgt wird der Kater vom Personal. Öffentliche Auftritte ergeben sich von selbst, weil sich der Eingang der Downing Street 10 kaum betreten lässt, ohne an ihm vorbeizukommen.
Warum überhaupt eine Dienstkatze
Der ursprüngliche Grund war ein praktisches Problem. Alte Regierungsgebäude im Zentrum Londons hatten Mäuse, und eine Katze war die billigste Antwort darauf.
Dazu kam mit der Zeit ein zweiter Nutzen. Ein Tier vor der berühmten Tür liefert Bilder, die keine Pressestelle planen muss und die niemandem schaden.
Belegt ist die Wirkung: Larry bekam eine inoffizielle Website, einen satirischen Konto in einem sozialen Netzwerk und 2011 ein eigenes Buch. Im Oktober 2012 brachte das Tierheim Battersea eine offizielle Blue Plaque zur Erinnerung an seinen früheren Bewohner an.
Für Halterinnen und Halter steckt in der Geschichte eine praktische Botschaft. Larry war ein erwachsenes Tier aus dem Tierheim, als er einzog. Erwachsene Katzen aus dem Heim finden sich in einem neuen Zuhause oft schneller zurecht als erwartet, wenn sie Rückzugsorte, feste Futterzeiten und Ruhe bekommen.
Häufige Fragen
Wie heißt der Kater in der Downing Street 10?
Larry, im Amt seit Februar 2011.
Wie lautet sein offizieller Titel?
Chief Mouser to the Cabinet Office, verliehen im September 2012.
Seit wann gibt es dort Dienstkatzen?
Amtliche Unterlagen reichen bis zum 3. Juni 1929 zurück, faktische Belege bis 1924.
Gehört der Kater dem Premierminister?
Nein. Er gehört zum Haushalt des Regierungssitzes und bleibt bei einem Regierungswechsel.
Wer waren Larrys Vorgänger?
Unter anderem Peter (1929–1946), Wilberforce (1973–1987), Humphrey (1989–1997) und Sybil (2007–2009).
Was kostet die Katze den Staat?
1929 war es ein Penny am Tag aus der Portokasse, 2001 rund 100 Pfund im Jahr.
Quellen
- Chief Mouser to the Cabinet Office – Wikipedia
- Larry (Kater) – Wikipedia
- Battersea Dogs and Cats Home
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







