Katze auf der Waage beim Tierarzt

Kosten der Katzenimpfung: Was im Jahr auf dich zukommt

Kurzantwort: Im ersten Lebensjahr fallen vier Impftermine an: in der 8., 12. und 16. Lebenswoche sowie mit 15 Lebensmonaten. Jeder Termin umfasst Untersuchung, Injektion und Impfstoff. Danach wird gegen die Kernerreger nur noch im Abstand von bis zu drei Jahren aufgefrischt. Feste Preise gibt es nicht — die Gebührenordnung für Tierärzte gibt einen Rahmen vom einfachen bis dreifachen Satz vor.

Wer sich eine Katze anschafft, plant meist den Kaufpreis ein und unterschätzt den Rest. Das erste Jahr ist dabei das teuerste.

Danach wird es ruhiger, weil die Abstände zwischen den Impfungen länger werden. Dazu kommen Posten, die je nach Lebensweise anfallen.

Der Überblick zeigt, was wann ansteht und wo sich Kosten vermeiden lassen, ohne beim Schutz zu sparen.

Das erste Jahr

Die Grundimmunisierung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen läuft über vier Termine: 8., 12. und 16. Lebenswoche sowie 15. Lebensmonat.

Jeder Termin bringt eine allgemeine Untersuchung, die Injektion und den Impfstoff mit sich. Im einfachen Gebührensatz liegen Untersuchung und Injektion zusammen bei 35,12 Euro netto, der Impfstoff kommt hinzu.

Praxen dürfen bis zum Dreifachen des Satzes abrechnen. Deshalb schwankt die Summe zwischen Praxen erheblich, ohne dass eine falsch liegt.

Die Folgejahre

Nach der Grundimmunisierung wird gegen Katzenseuche im Abstand von drei Jahren oder mehr geimpft, gegen Herpes- und Calicivirus im Abstand von bis zu drei Jahren.

Damit fällt in vielen Jahren gar keine Impfung an. Der jährliche Untersuchungstermin bleibt trotzdem sinnvoll, weil dabei Gewicht, Zähne und Allgemeinzustand kontrolliert werden.

Jährlich nachgeimpft wird nur gegen Chlamydien und Bordetellen, und das betrifft die wenigsten Katzen.

Maßgeblich ist zusätzlich die Zulassung des verwendeten Impfstoffs. Welcher Abstand für dein Tier gilt, steht im Impfpass und wird beim Termin festgelegt.

Freigänger kosten mehr

Katze im Garten
Freigänger brauchen zusätzlich Schutz gegen Leukose. Foto: W.carter, CC BY 4.0

Für Katzen mit Freigang empfiehlt die Impfleitlinie zusätzlich den Schutz gegen Leukose. Vor der ersten Impfung steht ein Test, ob das Tier bereits infiziert ist.

Die Leukose-Grundimmunisierung besteht aus zwei Injektionen im Abstand von drei bis vier Wochen und einem Abschluss nach einem Jahr. Danach wird mit bis zu drei Jahren Abstand aufgefrischt.

Dazu kommt die Entwurmung. Die europäische Fachorganisation ESCCAP empfiehlt für Freigänger mindestens vier Behandlungen im Jahr oder ersatzweise regelmäßige Kotuntersuchungen.

Reisen: Tollwut und Heimtierausweis

Katze in der Transportbox
Für Reisen ins EU-Ausland gelten feste Fristen. Foto: Anthony Baratier, CC BY-SA 4.0

Für Reisen ins EU-Ausland verlangt die EU-Verordnung 576/2013 einen Mikrochip, eine gültige Tollwutimpfung und einen EU-Heimtierausweis.

Die Reihenfolge ist vorgegeben: erst der Chip, dann die Impfung. Die Katze muss dabei mindestens zwölf Wochen alt sein, und zwischen Impfung und Grenzübertritt müssen mindestens 21 Tage liegen.

Wer im Sommer verreisen will, kümmert sich also im Frühjahr darum. Kurzfristig lässt sich die Frist nicht abkürzen.

Der gesetzliche Rahmen

Tierärztliche Leistungen werden nach der Gebührenordnung abgerechnet, die seit dem 22. November 2022 in ihrer aktuellen Fassung gilt. Der einfache Satz ist eine Untergrenze.

Auf die Beträge kommen 19 Prozent Umsatzsteuer. Arzneimittel wie der Impfstoff werden zusätzlich als Auslage berechnet.

Außerhalb der Sprechzeiten gilt mindestens der zweifache Satz, dazu eine Notdienstgebühr von 50 Euro netto. Planbare Termine gehören deshalb in die reguläre Sprechstunde.

Wo sich sparen lässt und wo nicht

Sinnvoll sparen lässt sich vor allem über Planung:

  • Termine in der regulären Sprechstunde statt im Notdienst
  • Kombinationsimpfstoffe statt mehrerer Einzeltermine
  • Untersuchung und Impfung in einem Termin bündeln
  • Impfabstände einhalten, statt die Grundimmunisierung später neu beginnen zu müssen

Nicht sparen solltest du an der Grundimmunisierung selbst. Ein versäumter Termin kann bedeuten, dass die Reihe wiederholt werden muss.

Ebenso wenig lohnt der Verzicht auf die jährliche Untersuchung. Zahnerkrankungen und Nierenprobleme fallen dort auf, solange sie noch günstig zu behandeln sind — eine spät erkannte Erkrankung kostet ein Vielfaches.

Wer den Impfpass mitbringt und die Chipnummer parat hat, spart außerdem Zeit im Termin und vermeidet doppelte Impfungen.

Versicherung und weitere Posten

Tierkrankenversicherungen decken Impfungen je nach Tarif teilweise ab. Ob sich das rechnet, hängt vom Beitrag und vom Leistungsumfang ab — Vorsorge ist planbar, teure Operationen sind es nicht.

Neben den Impfungen fallen Kennzeichnung per Mikrochip und die Registrierung in einem Haustierregister an. Die Registrierung selbst ist bei den großen Registern kostenfrei.

Bei Freigängern kommt die Kastration dazu. In über tausend Städten und Gemeinden ist sie für freilaufende Katzen ohnehin vorgeschrieben.

Ob eine solche Katzenschutzverordnung bei dir gilt, weiß das Ordnungsamt. Grundlage ist § 13b des Tierschutzgesetzes; eine bundesweite Pflicht gibt es bislang nicht.

Häufige Fragen

Was kostet eine Katzenimpfung genau?

Einen Festpreis gibt es nicht. Untersuchung und Injektion liegen im einfachen Satz bei 35,12 Euro netto, dazu kommen Impfstoff, Steigerungssatz und Umsatzsteuer.

Muss ich jedes Jahr zahlen?

Für die Kernimpfungen nicht. Nach der Grundimmunisierung liegen die Abstände bei bis zu drei Jahren.

Übernimmt jemand die Kosten bei knapper Kasse?

Einzelne Tierschutzvereine und Tierheime bieten in Härtefällen Unterstützung an. Frag vor Ort nach, statt Termine ausfallen zu lassen.

Lohnt sich eine Tierkrankenversicherung für Impfungen?

Impfungen sind der planbare Teil der Kosten. Der eigentliche Nutzen einer Versicherung liegt bei unvorhersehbaren Behandlungen und Operationen.

Ist die Impfung im Tierheim schon erledigt?

Vermittelte Katzen sind in der Regel geimpft, gechipt und kastriert. Der Impfpass zeigt, welche Termine schon gelaufen sind und wann der nächste ansteht.

Was kostet der Leukose-Test?

Auch dafür gilt die Gebührenordnung mit ihrem Rahmen. Die Praxis nennt dir den Betrag vorab, wenn du danach fragst.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.


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