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Kurzantwort: Zur Größe der Norwegischen Waldkatze nennt der FIFe-Rassestandard genau ein Wort: groß. Ein Kilogrammwert steht nirgends im Standard, weder als Ober- noch als Untergrenze. Die Rasse trägt den Code NFO, gehört zur zweiten Kategorie und ist seit 1977 anerkannt. Die Guinness-Rekorde für die längste Hauskatze hält nicht sie, sondern die Maine Coon: Barivel mit 120 Zentimetern und Stewie mit 123 Zentimetern. Für die Norwegische Waldkatze existiert kein Guinness-Eintrag.
Wer nach der größten Norwegischen Waldkatze sucht, findet im Netz Gewichtsangaben zwischen sechs und zehn Kilogramm. Aus einem Rassestandard stammen sie nicht.
Die FIFe beschreibt Größe grundsätzlich relativ. Für die Norwegische Waldkatze und die Maine Coon steht dort „groß“, für den Sibirer „mittelgroß bis groß“. Ein Verbandssatz, die Waldkatze sei größer als die Maine Coon, existiert nicht — beide tragen dieselbe Größenangabe.
Was der Standard tatsächlich vorgibt
Der geltende Standard mit Stand vom 1. Januar 2026 beschreibt die Rasse in klaren Punkten:
- Körper: lang, kräftig gebaut, mit solidem Knochenbau
- Beine: kräftig und hochbeinig, wobei die Hinterbeine höher stehen als die Vorderbeine — ein definierendes Rassemerkmal
- Pfoten: groß, rund, im Verhältnis zu den Beinen
- Schwanz: lang und buschig, er soll mindestens bis zu den Schulterblättern reichen, vorzugsweise bis zum Nacken
- Kopf: dreieckig mit gleich langen Seiten, gutes Höhenmaß im Profil, leicht gerundete Stirn und ein langes gerades Profil ohne Stopp
- Ohren: groß, mit luchsartigen Pinseln
Im Punkteschlüssel entfallen 25 Punkte auf den Körper einschließlich Form, Größe, Knochenbau, Beine und Pfoten, 20 auf den Kopf und 20 auf das Fell.
Das Fell

Halblang, mit einer wolligen Unterwolle unter einem wasserabweisenden Deckhaar aus langen, groben und glänzenden Grannenhaaren über Rücken und Flanken. Eine vollständig befellte Katze zeigt ein Hemdbrüstchen, eine volle Halskrause und Hosen an den Hinterbeinen.
Der Standard weist ausdrücklich auf die sehr langsame Entwicklung der Rasse hin. Jungtiere brauchen bis zu sechs Monate, um Grannenhaare auszubilden. Ein junger Kater ist also noch lange nicht ausgewachsen — was einen Teil der kursierenden Endgewichte erklärt.
Herkunft
Die Norwegische Waldkatze ist eine skandinavische Landrasse, an das dortige Klima angepasst. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie nahezu verschwunden und wurde von norwegischen Liebhabern erhalten. König Olav V. erklärte sie in den 1950er Jahren zur Nationalkatze Norwegens.
In der FIFe-Zuchtstatistik 2024 steht sie mit 4.105 eingetragenen Kitten auf Rang 6 und stellt 4,3 Prozent aller Eintragungen. Innerhalb ihrer Kategorie kommt sie auf 11,5 Prozent, während die Maine Coon dort 66,8 Prozent erreicht.
Der Vergleich mit Maine Coon und Sibirer

Die Maine Coon, Code MCO und seit 1982 anerkannt, wird im Standard ebenfalls als groß geführt. Beschrieben wird ein großrahmiges Tier mit quadratischem Kopfumriss, großen Ohren, breiter Brust, solidem Knochenbau, langem hart bemuskeltem rechteckigem Körper und langem fließendem Schwanz.
Der Unterschied liegt in der Form, nicht im Maß: Die Maine Coon zeigt einen rechteckigen Körperumriss und einen kantigen Kopf, die Waldkatze ein gleichseitiges Dreieck als Kopfform und ein Profil ohne Stopp.
Der Sibirer, Code SIB und seit 1997 anerkannt, wird als mittelgroß bis groß beschrieben, wobei Kätzinnen meist kleiner bleiben als Kater. Sein Körper wirkt rechteckig, das halblange Fell ist sehr dicht mit wasserabweisendem Deckhaar, das Sommerfell deutlich kürzer.
Die Rekorde hält die Maine Coon
Als längste lebende Hauskatze führt Guinness World Records den Maine Coon Barivel mit 120 Zentimetern, verifiziert am 22. Mai 2018 in Vigevano bei Pavia in Italien.
Den Rekord für die längste Hauskatze aller Zeiten hält ebenfalls ein Maine Coon: Mymains Stewart Gilligan, genannt Stewie, mit 123 Zentimetern, gemessen am 28. August 2010 in Reno in den USA. Das Tier starb im Januar 2013.
Ein Guinness-Eintrag für eine Norwegische Waldkatze existiert nicht.
Gesundheit: GSD IV
Für die Rasse ist die Glykogenspeicherkrankheit Typ IV dokumentiert. Ursache ist eine komplexe Umlagerung im Gen GBE1: eine Einfügung von 334 Basenpaaren an der Stelle einer 6,2 Kilobasen großen Deletion, durch die ein Exon entfällt. Der Erbgang ist autosomal-rezessiv, betroffene Tiere sind reinerbig.
In einem Screening von 402 privat gehaltenen Norwegischen Waldkatzen waren 58 Träger und vier betroffen, die Allelfrequenz lag bei 0,082. Zwei Verlaufsformen sind beschrieben: ein Kollaps mit Unterzuckerung bei oder kurz nach der Geburt sowie ein juveniler Beginn mit etwa fünf Monaten, mit anhaltend erhöhter Temperatur, Muskelzittern und fortschreitendem Muskelschwund.
Ein Gentest steht zur Verfügung. Seriöse Zuchten testen ihre Elterntiere und legen die Ergebnisse vor.
Herzmuskelerkrankung
Die hypertrophe Kardiomyopathie ist bei der Rasse beschrieben, doch anders als bei Maine Coon und Ragdoll ist keine rassespezifische Mutation bekannt und kein Gentest verfügbar. Kontrolliert wird über Ultraschalluntersuchungen des Herzens.
Weitere für die Rasse genannte erbliche Belastungen sind die teilweise erbliche Hüftgelenksdysplasie und das eosinophile Granulom mit familiärer Häufung.
Häufige Fragen
Wie schwer wird eine Norwegische Waldkatze?
Der FIFe-Standard nennt kein Gewicht. Jede kursierende Zahl ist ein Erfahrungswert, kein Verbandswert.
Wann ist die Rasse ausgewachsen?
Der Standard verweist auf eine sehr langsame Reife und mahnt, das bei der Bewertung zu berücksichtigen.
Ist die Waldkatze größer als die Maine Coon?
Beide Standards nennen dieselbe Größenangabe. Eine Rangfolge gibt der Verband nicht vor.
Woran erkenne ich eine Norwegische Waldkatze sicher?
Am dreieckigen Kopf mit geradem Profil ohne Stopp, an den höher stehenden Hinterbeinen und am Schwanz, der mindestens bis zu den Schulterblättern reicht.
Wie viel Pflege braucht das Fell?
Außerhalb des Fellwechsels genügt wöchentliches Bürsten. Im Frühjahr, wenn die Unterwolle geht, wird täglich gekämmt.
Quellen
- FIFe: Rassestandard Norwegian Forest Cat, Stand 01.01.2026
- Guinness World Records: Longest domestic cat living
- Guinness World Records: Longest domestic cat ever
- A complex rearrangement in GBE1 causes glycogen storage disease type IV of Norwegian forest cats
Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.







