Katze zeichnen – Anleitung mit Grundformen und Proportionen

Kurz gesagt: Eine Katze entsteht aus zwei Kreisen und einem Dreieck — Kopf, Körper, Kopfform. Wer diese Grundformen zuerst leicht vorzeichnet und erst danach Details ergänzt, bekommt automatisch stimmige Proportionen. Der häufigste Fehler ist, mit dem Gesicht anzufangen.

Warum man mit Formen beginnt

Wer sofort ein Auge zeichnet, legt damit unbewusst die Größe des ganzen Kopfes fest — und merkt erst später, dass der Körper nicht mehr passt.

Die Grundformen lösen dieses Problem. Sie werden ganz leicht mit dem Bleistift angelegt, dienen als Gerüst und werden am Ende ausradiert.

Der Aufbau Schritt für Schritt

1. Einen Kreis für den Kopf zeichnen.

2. Darunter versetzt einen größeren, leicht ovalen Kreis für den Körper. Bei einer sitzenden Katze überlappen sich beide leicht.

3. Ein Kreuz in den Kopfkreis legen — es markiert die Mittelachse und die Augenlinie und hilft, das Gesicht auch bei gedrehtem Kopf mittig zu setzen.

4. Die Ohren als Dreiecke oben auf den Kreis setzen. Sie sitzen weiter außen, als die meisten vermuten.

5. Die Augen auf die waagerechte Linie, mit einem Augenabstand dazwischen.

6. Nase als kleines umgekehrtes Dreieck auf der Mittelachse, darunter der Mund als zwei geschwungene Bögen.

7. Vorderbeine als zwei Linien vom Körper nach unten, Pfoten als kleine Ovale.

8. Den Schwanz als geschwungene Linie ansetzen.

9. Die Umrisse verbinden, Hilfslinien wegradieren, Fellstruktur und Schnurrhaare ergänzen.

Die Proportionen

Der Kopf einer Katze ist im Verhältnis zum Körper größer, als man denkt — etwa ein Drittel der Körperlänge ohne Schwanz.

Der Schwanz ist ungefähr so lang wie der Körper. Die Beine wirken kurz, weil das Fell sie umschließt.

Die Augen sitzen etwa auf halber Kopfhöhe, nicht im oberen Drittel. Diese Verwechslung ist der Grund, warum gezeichnete Katzen oft menschlich wirken.

Die Augen

Sie machen den größten Unterschied. Katzenaugen sind mandelförmig mit einer schrägen Neigung nach außen oben.

Die Pupille ist bei Hauskatzen ein senkrechter Schlitz, der bei Dunkelheit fast rund wird. Wer eine schläfrige Katze zeichnet, macht die Pupille schmal; bei einer aufmerksamen Katze wird sie weit.

Ein kleiner weißer Punkt als Lichtreflex lässt das Auge sofort lebendig wirken — er sollte bei beiden Augen an derselben Stelle sitzen.

Das Fell

Fell wird nicht Strich für Strich gezeichnet. Es genügt, an den Umrissen kurze Striche in Wuchsrichtung anzudeuten und im Inneren nur dort zu arbeiten, wo Schatten liegen.

An Brust, Wangen und Schwanzspitze ist das Fell länger — dort dürfen die Striche länger sein. An Nase, Stirn und Pfoten ist es kurz.

Häufige Fehler

  • Zu kleiner Kopf im Verhältnis zum Körper
  • Ohren zu weit innen — sie sitzen an den Seiten des Schädels
  • Augen zu hoch im Gesicht
  • Zu viele Fellstriche, die das Bild unruhig machen
  • Zu früh mit dem Fineliner — erst mit Bleistift bauen
  • Symmetrie erzwungen — leichte Unregelmäßigkeit wirkt lebendiger

Verschiedene Haltungen

Sitzend ist am einfachsten: Der Körper wird zur Birnenform, die Vorderbeine gerade nach unten, der Schwanz um die Pfoten gelegt.

Liegend braucht ein flach gezogenes Oval; die Beine verschwinden teilweise unter dem Körper.

Gehend ist am schwersten, weil die Beinstellung stimmen muss — hier hilft ein Foto als Vorlage.

Schlafend zusammengerollt ist eine dankbare Übung: fast nur ein Kreis mit Ohren und Schwanz.

Mit Kindern zeichnen

Für Kinder eignet sich eine vereinfachte Form: ein Kreis, zwei Dreiecke, zwei Punkte, ein Dreieck als Nase, drei Striche je Seite. Das Ergebnis ist sofort als Katze erkennbar.

Wichtiger als Genauigkeit ist, dass etwas entsteht. Wer Kindern zeigt, dass jede Zeichnung aus einfachen Formen besteht, nimmt die Hemmung vor dem leeren Blatt.

Das richtige Material

Für den Anfang genügt ein Bleistift der Härte HB und ein Radiergummi. Wer Schatten setzen möchte, ergänzt einen weicheren Stift, etwa 4B, für dunkle Partien.

Ein Knetradiergummi ist nützlicher als ein harter: Er nimmt Graphit auf, ohne das Papier aufzurauen, und lässt sich formen, um Lichter herauszutupfen.

Papier ab 120 Gramm verzeiht mehrfaches Radieren. Für Buntstifte und Marker sollte es glatt sein, für Kohle und Pastell eher rau.

Nach Foto oder aus dem Kopf

Am Anfang ist eine Vorlage die bessere Wahl. Sie liefert Proportionen, Lichtverhältnisse und Haltung, ohne dass man raten muss.

Hilfreich ist, das Foto in Graustufen zu betrachten — dann sieht man Hell-Dunkel-Verteilungen deutlicher, und genau die machen ein Bild räumlich.

Wer eigene Katzen zeichnet, hat es leichter: Man kennt die typischen Haltungen und merkt sofort, wenn etwas nicht stimmt.

Schatten setzen

Ein Bild wirkt erst räumlich, wenn Licht und Schatten stimmen. Zuerst entscheidet man, woher das Licht kommt, und hält diese Richtung durch.

Schatten liegen unter dem Kinn, unter dem Bauch, an der lichtabgewandten Körperseite und dort, wo Beine den Körper überlappen. Ein weicher Schlagschatten auf dem Boden verankert die Katze im Bild — ohne ihn wirkt sie, als schwebe sie.

Vom Bleistift zur Farbe

Wer die Form beherrscht, kann Farbe ergänzen. Buntstifte eignen sich gut, weil sie in Schichten aufgebaut werden — erst hell, dann dunkler, immer in Fellrichtung.

Bei getigerten Katzen wird zuerst die Grundfarbe flächig gelegt, danach kommen die Streifen. Wer umgekehrt arbeitet, bekommt harte Kanten.

Aquarell verlangt Planung, weil Weiß ausgespart werden muss — es lässt sich nachträglich nicht auftragen. Für die Augen bleibt der Lichtreflex deshalb von Anfang an frei.

Häufige Fragen

Womit beginnt man?

Mit zwei Kreisen für Kopf und Körper.

Wo sitzen die Augen?

Etwa auf halber Kopfhöhe.

Wie lang ist der Schwanz?

Ungefähr so lang wie der Körper.

Wie zeichnet man Fell?

Nur an Umrissen und in Schattenbereichen andeuten.

Welche Haltung ist am einfachsten?

Die sitzende Katze.

Welcher Fehler ist am häufigsten?

Mit dem Gesicht statt mit den Grundformen zu beginnen.

Welches Material braucht man?

Ein Bleistift HB, ein weicherer Stift und ein Knetradiergummi.

Warum wirkt die Zeichnung flach?

Meist fehlen Schatten und ein Schlagschatten am Boden.

Wie koloriert man eine Katzenzeichnung?

In Schichten, erst hell, dann dunkler, immer in Fellrichtung.

Quellen

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