Katzenfotos machen – Tipps für richtig gute Bilder

Kurz gesagt: Drei Dinge entscheiden über ein gutes Katzenfoto: Tageslicht statt Blitz, Aufnahme auf Augenhöhe des Tieres und Geduld. Der Blitz erschreckt die Katze, erzeugt rote oder grüne Augen und flacht das Bild ab — er ist der häufigste Grund für misslungene Aufnahmen.

Warum kein Blitz

Katzenaugen haben hinter der Netzhaut eine reflektierende Schicht, das Tapetum lucidum. Sie verstärkt schwaches Licht und ist der Grund, warum Katzenaugen im Dunkeln leuchten.

Genau diese Schicht wirft das Blitzlicht zurück und erzeugt grüne oder gelbe Augen im Bild. Dazu kommt, dass der Blitz für ein Tier mit sehr lichtempfindlichen Augen unangenehm hell ist.

Besser ist Tageslicht am Fenster, seitlich einfallend. Es modelliert das Fell und erzeugt einen natürlichen Lichtreflex im Auge.

Auf Augenhöhe gehen

Der häufigste Anfängerfehler ist die Aufnahme von oben. Sie zeigt die Katze so, wie man sie ohnehin sieht, und lässt sie klein wirken.

Wer sich hinlegt und aus Bodenhöhe fotografiert, bekommt ein völlig anderes Bild: Die Katze wirkt präsent, der Hintergrund verschwimmt, und der Blick trifft die Kamera direkt.

Die Einstellungen

Kurze Belichtungszeit. Katzen bewegen sich ruckartig. Für scharfe Bilder sollte die Zeit bei 1/250 Sekunde oder kürzer liegen, bei Bewegung deutlich kürzer.

Offene Blende für einen unscharfen Hintergrund. Am Smartphone übernimmt das der Porträtmodus.

Serienbild. Von zwanzig Aufnahmen sitzt eine — das ist normal und kein Zeichen mangelnden Könnens.

Auf die Augen scharfstellen. Ist das Auge unscharf, wirkt das ganze Bild verfehlt, selbst wenn das Fell scharf ist.

Wie man den Blick bekommt

Ein Geräusch kurz vor dem Auslösen hebt den Kopf und richtet die Ohren auf. Ein Rascheln mit Papier, ein Klicken mit der Zunge oder ein leises Zischen genügt.

Der Effekt hält nur wenige Sekunden — deshalb erst die Kamera bereit machen, dann das Geräusch. Wer es umgekehrt versucht, hat die Katze längst verloren.

Ein Helfer mit Spielzeug hinter der Kamera funktioniert noch besser, weil die Katze dann in die Richtung schaut, ohne von der Kamera abgelenkt zu werden.

Der Hintergrund

Ein unruhiger Hintergrund zerstört mehr Bilder als schlechtes Licht. Bevor man auslöst, lohnt ein Blick auf das, was hinter dem Tier ist.

Einfache Flächen wirken am besten: eine einfarbige Wand, eine Decke, der Boden. Wer das Bild vom Boden aus aufnimmt, hat den Vorteil, dass der Hintergrund automatisch weiter weg ist und verschwimmt.

Schwarze Katzen fotografieren

Sie sind die schwierigste Aufgabe, weil die Kamera dunkles Fell entweder absaufen lässt oder aufhellt und dabei grau macht.

Hilfreich ist seitliches Licht, das die Fellstruktur herausarbeitet, und ein heller Hintergrund für Kontrast. Bei der Belichtung sollte man leicht unterbelichten und später aufhellen — überstrahlte Bereiche lassen sich nicht zurückholen, dunkle schon.

Was man nicht tun sollte

  • Die Katze festhalten oder in Positionen zwingen
  • Laserpointer für Fotos verwenden — er frustriert das Tier, weil es nie fängt
  • Kostüme anziehen, die das Tier einschränken
  • Den Blitz verwenden
  • Die Katze wecken, um sie zu fotografieren

Der Grundsatz lautet: Das Foto ist weniger wichtig als das Wohlbefinden des Tieres. Eine gestresste Katze sieht man auf dem Bild — an angelegten Ohren, geweiteten Pupillen und angespannter Haltung.

Die beste Zeit

Katzen sind in der Dämmerung aktiv, das Licht ist dann aber schwach. Für Fotos eignet sich besser der späte Vormittag oder der Nachmittag, wenn die Katze wach und das Licht weich ist.

Kurz nach dem Aufwachen sind Katzen oft entspannt und dulden mehr — das ist ein guter Moment für ruhige Porträts.

Bearbeitung danach

Ein gutes Foto wird durch Bearbeitung besser, ein schlechtes nicht gerettet. Drei Griffe genügen meist: Belichtung anpassen, Kontrast leicht erhöhen und beschneiden.

Beim Beschneiden lohnt es, die Augen auf das obere Drittel zu legen — das wirkt ausgewogener als eine mittige Platzierung. Auch ein leichtes Beschneiden von unten macht aus einem beiläufigen Schnappschuss ein Porträt.

Übertriebene Filter und Schärfung lassen Fell künstlich wirken. Weniger ist hier deutlich mehr.

Katzen im Freien fotografieren

Draußen ist das Licht besser, die Katze aber weniger berechenbar. Bewährt hat sich, sich einen Platz zu suchen, den das Tier ohnehin ansteuert, und dort zu warten.

Die goldene Stunde kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang liefert warmes, weiches Licht. Mittagssonne erzeugt harte Schatten und zusammengekniffene Augen.

Für Bewegungsaufnahmen braucht es eine sehr kurze Belichtungszeit und Vorfokussierung auf einen Punkt, den die Katze passieren wird.

Wohin mit den Bildern

Wer Fotos ins Netz stellt, sollte kurz überlegen, was mit im Bild ist: Hausnummern, Straßenschilder, Türschilder und Kennzeichen im Hintergrund verraten mehr, als beabsichtigt.

Standortdaten sind in den Bilddateien gespeichert, wenn die Kamerafunktion es zulässt. Viele Plattformen entfernen sie beim Hochladen, verlassen sollte man sich darauf nicht.

Katzen mit Menschen im Bild

Bilder, auf denen ein Mensch mit der Katze zu sehen ist, wirken oft stärker als reine Tierporträts. Sie zeigen eine Beziehung statt nur ein Motiv.

Wichtig ist, dass die Katze freiwillig dabei ist. Ein festgehaltenes Tier erkennt man an angelegten Ohren, abgewandtem Kopf und angespannten Vorderbeinen — das Bild wirkt dann unangenehm, auch wenn der Mensch lächelt.

Am besten funktionieren Aufnahmen, in denen der Mensch etwas tut und die Katze von selbst dazukommt: lesen, arbeiten, in der Küche stehen.

Häufige Fragen

Warum leuchten Katzenaugen auf Fotos?

Wegen der reflektierenden Schicht hinter der Netzhaut.

Welche Belichtungszeit ist nötig?

Mindestens 1/250 Sekunde, bei Bewegung kürzer.

Aus welcher Höhe fotografiert man?

Auf Augenhöhe der Katze.

Wie bekommt man den Blick zur Kamera?

Mit einem Geräusch unmittelbar vor dem Auslösen.

Wie fotografiert man schwarze Katzen?

Mit seitlichem Licht und leichter Unterbelichtung.

Ist ein Laserpointer geeignet?

Nein, er frustriert das Tier.

Wie bearbeitet man Katzenfotos?

Belichtung, Kontrast und Beschnitt – sparsam.

Wann ist das Licht am besten?

Kurz nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang.

Wie fotografiert man Katze und Mensch zusammen?

Nur wenn das Tier freiwillig dabei ist – erzwungene Posen sieht man.

Quellen

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