Katze wann impfen? Impfplan nach StIKo Vet für Kitten und Adulte

Kurzantwort: Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) empfiehlt für jede Katze die Core-Impfungen gegen Katzenschnupfen (Herpes- und Calicivirus) und Katzenseuche (Panleukopenie) mit 8, 12 und 16 Lebenswochen sowie mit 15 Lebensmonaten. Danach reichen Wiederholungen im Abstand von bis zu drei Jahren. Freigänger bekommen zusätzlich die Impfung gegen Leukose (FeLV), Reisekatzen die Tollwutimpfung ab 12 Wochen. Erwachsene Katzen ohne Impfpass brauchen eine Impfung und eine Wiederholung nach einem Jahr. Den genauen Plan legt dein Tierarzt nach Haltung und Risiko fest.

Impfen ist die günstigste Vorsorge, die du einer Katze geben kannst, und trotzdem herrscht bei kaum einem Thema so viel Unsicherheit. Die einen impfen jährlich, die anderen alle drei Jahre, viele Halter von Wohnungskatzen gar nicht. Bei Tollwut, Leukose und FIP gehen die Meinungen noch weiter auseinander.

Die verlässlichste Antwort gibt in Deutschland die StIKo Vet am Friedrich-Loeffler-Institut. Ihre Impfleitlinie für Kleintiere in der Fassung vom 6. Januar 2025 unterscheidet Core-Impfungen, die jede Katze bekommen soll, und Non-Core-Impfungen, die vom Risiko abhängen. Dieser Artikel folgt dieser Leitlinie.

Core-Impfungen: Katzenschnupfen und Katzenseuche

Drei Erreger gelten für jede Katze als Pflicht, unabhängig davon, ob sie draußen ist oder nie die Wohnung verlässt: das feline Herpesvirus (FHV), das feline Calicivirus (FCV) und das feline Parvovirus, das die Panleukopenie auslöst. Die ersten beiden verursachen den Katzenschnupfen, das dritte die Katzenseuche, die vor allem Kitten tötet. Alle drei Impfstoffe stecken meist in einer Kombinationsimpfung.

Warum auch Wohnungskatzen: Das Parvovirus ist extrem widerstandsfähig und kommt über Schuhe und Kleidung ins Haus. Das Herpesvirus tragen viele Katzen unerkannt in sich. Und ein Tierheim, eine Pension oder eine Tierklinik bringt jede Katze irgendwann in Kontakt mit Artgenossen.

Der Impfplan für Kitten

Die StIKo Vet empfiehlt für die Core-Impfungen folgende Termine: 8 Lebenswochen, 12 Lebenswochen, 16 Lebenswochen und 15 Lebensmonate. Als Grundimmunisierung gelten alle Impfungen in den ersten beiden Lebensjahren.

Der Grund für die vielen Termine sind die Antikörper der Mutter. Sie schützen das Kitten in den ersten Wochen und neutralisieren gleichzeitig den Impfstoff. Weil niemand weiß, wann sie bei einem bestimmten Kitten abgebaut sind, wird in Abständen von drei bis vier Wochen geimpft, bis in die 16. Woche. Eine Untersuchung zeigte laut Leitlinie, dass mütterliche Antikörper bei Kitten bis in die 20. Lebenswoche bestehen können. Wurde die Impfung in der 16. Woche versäumt, rät die StIKo Vet, den Antikörperspiegel gegen Panleukopenie zu bestimmen oder nochmals zu impfen. Bei hohem Infektionsdruck, etwa in Zuchten oder Tierheimen, kann die erste Impfung gegen Panleukopenie schon mit 6 Wochen beginnen.

Erwachsene Katzen ohne Impfpass

Übernimmst du eine Katze, deren Impfstatus unbekannt ist, brauchst du keine vier Termine. Nach der 20. Lebenswoche sind laut Leitlinie keine mütterlichen Antikörper mehr zu erwarten. Bei Lebendimpfstoffen reicht dann eine einmalige Impfung, bei inaktivierten Impfstoffen zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen. Eine weitere Impfung etwa ein Jahr später schließt die Grundimmunisierung ab.

Bei Panleukopenie haben laut Leitlinie die meisten erwachsenen Katzen in Deutschland Antikörper, auch wenn die letzte Impfung Jahre zurückliegt. Ein Antikörpertest kann die Entscheidung über eine Wiederholungsimpfung stützen.

Wiederholungsimpfungen: der richtige Abstand

Nach abgeschlossener Grundimmunisierung empfiehlt die StIKo Vet für die Panleukopenie Wiederholungen im Abstand von drei Jahren oder mehr. Für Herpes- und Calicivirus nennt sie Wiederholungen im Abstand von bis zu drei Jahren. Der jährliche Impftermin ist damit für gesunde Katzen bei den Core-Komponenten Vergangenheit.

Anders bei mehreren Non-Core-Impfungen: Chlamydien und Bordetellen schützen laut Leitlinie maximal ein Jahr und müssen jährlich aufgefrischt werden, wenn die Katze sie braucht. Ein jährlicher Gesundheitscheck bleibt sinnvoll, auch in Jahren ohne Impfung.

Non-Core: Leukose, Tollwut, Chlamydien, Bordetellen, FIP

Leukose (FeLV)

Die StIKo Vet empfiehlt die FeLV-Impfung bei hohem Expositionsrisiko, also für Freigänger und Katzen mit Kontakt zu Tieren mit unbekanntem FeLV-Status. Mindestimpfalter meist 8 Wochen, zwei Impfungen im Abstand von drei bis vier Wochen, Abschluss der Grundimmunisierung nach einem Jahr, danach bis zu drei Jahre Abstand. Vor der ersten Impfung soll der FeLV-Status getestet werden, weil die Impfung bei bereits infizierten Katzen nichts bringt. Mit zunehmendem Alter, laut Leitlinie etwa ab 5 bis 7 Jahren, sinkt die Wahrscheinlichkeit einer progressiven Infektion, dann wird individuell entschieden.

Tollwut

Die terrestrische Tollwut ist in Deutschland getilgt. Für Katzen, die nicht ins Ausland reisen, kann laut StIKo Vet auf die Impfung verzichtet werden. Für Reisen gilt die EU-Verordnung 576/2013: Katzen dürfen die Grenze nur überqueren, wenn sie ab einem Alter von 12 Wochen gegen Tollwut geimpft sind. Wiederholung nach Herstellerangabe, in der Leitlinie mit drei Jahren angegeben. Geimpfte Katzen sind nach der Tollwutverordnung bei Kontakt mit seuchenverdächtigen Tieren bessergestellt.

Chlamydien und Bordetellen

Beides sind Erreger des Katzenschnupfens, gegen die nur Katzen mit viel Kontakt zu Artgenossen geimpft werden: Pensionen, Tierheime, Zuchten, Mehrkatzenhaushalte mit früheren Ausbrüchen. Die Impfstoffe reduzieren laut Leitlinie die Symptome, verhindern die Infektion aber nicht.

FIP

Die Impfung gegen die feline infektiöse Peritonitis wird von der StIKo Vet nicht empfohlen, weil die Wirksamkeit äußerst eingeschränkt ist.

Was die Impfung kostet und was du beachten musst

Die Gebührenordnung für Tierärzte 2022 kennt keine Pauschale für die Impfung. Abgerechnet werden die allgemeine Untersuchung mit Beratung mit 23,62 Euro, die Injektion mit 11,50 Euro und die Impfbescheinigung mit 6,16 Euro, jeweils im einfachen Satz und bis zum Dreifachen steigerbar, plus der Impfstoff. Rechne pro Termin mit einem niedrigen zweistelligen bis knapp dreistelligen Betrag.

Geimpft werden nur gesunde, entwurmte Katzen. Deshalb gehört die Untersuchung dazu. Nach der Impfung sind leichte Müdigkeit und eine kleine Schwellung an der Einstichstelle für ein bis zwei Tage normal. Bleibt eine Schwellung über Wochen bestehen oder wächst sie, gehört die Katze in die Praxis. Bei Fieber, Erbrechen, Atemnot oder Schwellung des Gesichts nach der Impfung sofort anrufen.

Häufige Fragen

Wann bekommt ein Kitten die erste Impfung?

Mit 8 Lebenswochen gegen Herpes-, Calici- und Parvovirus. Weitere Termine mit 12 und 16 Wochen und mit 15 Monaten.

Muss eine reine Wohnungskatze geimpft werden?

Ja, die Core-Impfungen gelten laut StIKo Vet für jede Katze. Leukose und Tollwut sind bei Wohnungskatzen ohne Reisen verzichtbar.

Wie oft muss eine erwachsene Katze geimpft werden?

Nach der Grundimmunisierung alle drei Jahre gegen Panleukopenie, bis zu alle drei Jahre gegen Herpes- und Calicivirus. Chlamydien und Bordetellen jährlich, falls nötig.

Was, wenn ein Impftermin verpasst wurde?

Bei Kitten in der 16. Woche: Antikörpertest oder Nachimpfung. Bei erwachsenen Katzen reicht meist eine Impfung plus Wiederholung nach einem Jahr.

Ab wann darf gegen Tollwut geimpft werden?

Ab 12 Wochen. Für Reisen in der EU ist die Impfung Pflicht, für Katzen ohne Reisen laut StIKo Vet verzichtbar.

Gibt es eine Impfung gegen FIP?

Es gibt einen zugelassenen Impfstoff, die StIKo Vet empfiehlt ihn wegen sehr eingeschränkter Wirksamkeit nicht.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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