Katze sterilisieren Kosten: Alle Posten nach GOT 2022 erklärt

Kurzantwort: Was umgangssprachlich „Katze sterilisieren“ heißt, ist in der Praxis fast immer eine Kastration, also die Entfernung der Eierstöcke oder Hoden. Die Gebührenordnung für Tierärzte 2022 setzt die Kastration des Katers mit 30,32 Euro und die der Kätzin mit 56,48 Euro (Eierstöcke) beziehungsweise 89,00 Euro (Eierstöcke und Gebärmutter) im einfachen Satz an, dazu kommen Untersuchung, Narkose, Medikamente und Nachsorge, und die Praxis darf bis zum Dreifachen berechnen. Realistisch zahlst du für einen Kater etwa 80 bis 240 Euro, für eine Kätzin etwa 100 bis 450 Euro zuzüglich Material und Medikamente.

Die Frage nach den Kosten ist die häufigste vor dem Eingriff, und die Antworten im Netz gehen weit auseinander. Das liegt weniger an Willkür als an der Gebührenordnung: Sie gibt jeder Leistung einen Grundpreis, erlaubt aber einen Rahmen bis zum Dreifachen, und jede Praxis stellt die Rechnung aus anderen Bausteinen zusammen.

Hier findest du die einzelnen Posten mit den Werten aus der Gebührenordnung, ein Rechenbeispiel, den Unterschied zwischen Sterilisation und Kastration und die Frage, wann der Eingriff überhaupt sinnvoll ist.

Sterilisation oder Kastration: der Unterschied

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) erklärt es in ihrer Stellungnahme vom Oktober 2025 knapp: Bei der Kastration werden die Keimdrüsen entfernt, also Hoden oder Eierstöcke. Bei der Sterilisation werden nur Eileiter oder Samenleiter durchtrennt. Das Tier ist dann unfruchtbar, die Hormone bleiben. Damit bleiben auch Rolligkeit, Harnmarkieren, Streunen und Kämpfe erhalten.

Aus diesem Grund rät die TVT von der Sterilisation ab: Die Verletzungsgefahr durch Auseinandersetzungen und das Risiko der Übertragung von FIV und FeLV bleiben bestehen, und die Dauerrolligkeit von Wohnungskatzen wird nicht verhindert. Wenn du in der Praxis „sterilisieren“ sagst, wird die Tierärztin dich fragen, ob du eine Kastration meinst. Fast immer lautet die Antwort ja. Die folgenden Kosten beziehen sich deshalb auf die Kastration.

Die Posten nach der Gebührenordnung

Die Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) in der Fassung von 2022 legt für jede Leistung einen einfachen Gebührensatz fest. Nach § 2 GOT darf die Praxis zwischen dem Einfachen und dem Dreifachen abrechnen, je nach Schwierigkeit, Zeitaufwand, Zeitpunkt und örtlichen Verhältnissen. Die wichtigsten Positionen im einfachen Satz:

  • Allgemeine Untersuchung mit Beratung, Katze: 23,62 Euro
  • Kastration Kater: 30,32 Euro
  • Ovarektomie Kätzin (Entfernung der Eierstöcke): 56,48 Euro
  • Ovariohysterektomie Kätzin (Eierstöcke und Gebärmutter): 89,00 Euro
  • Injektionsnarkose intravenös, Katze: 24,19 Euro
  • Inhalationsnarkose, Katze: 61,57 Euro

Dazu kommen Medikamente wie Narkosemittel und Schmerzmittel, Verbrauchsmaterial, Nahtmaterial und je nach Praxis eine Nachkontrolle oder das Ziehen der Fäden. Diese Posten stehen nicht als Pauschale in der GOT und werden nach Verbrauch berechnet.

Rechenbeispiel: Kater und Kätzin

Kater: Untersuchung, Kastration und Injektionsnarkose ergeben im einfachen Satz 78,13 Euro, im dreifachen 234,39 Euro. Dazu Medikamente und Material. Die Kastration des Katers ist ein kurzer Eingriff ohne Öffnung der Bauchhöhle, deshalb liegen viele Praxen hier am unteren Ende.

Kätzin mit Entfernung der Eierstöcke: Untersuchung, Ovarektomie und Injektionsnarkose ergeben 104,29 Euro im einfachen und 312,87 Euro im dreifachen Satz. Mit Inhalationsnarkose statt Injektion sind es 141,67 bis 425,01 Euro. Wird zusätzlich die Gebärmutter entfernt, etwa bei Veränderungen an der Gebärmutter oder bei älteren Tieren, steigt der Grundpreis auf 89,00 Euro für den Eingriff, also 174,19 bis 522,57 Euro mit Untersuchung und Inhalationsnarkose. Die Bauchhöhle wird geöffnet, der Eingriff dauert länger, und die Katze braucht mehr Überwachung.

Trächtige Katzen, Kryptorchiden mit im Bauch verbliebenem Hoden und Notfälle wie eine Gebärmutterentzündung sind komplizierter und teurer. Nach § 4 GOT verdoppelt sich im Notdienst nachts, am Wochenende und an Feiertagen der einfache Satz, er kann bis auf das Vierfache steigen, und eine Notdienstgebühr von 50 Euro kommt dazu. Eine geplante Kastration legst du deshalb auf einen normalen Wochentag.

Wann sich der Eingriff lohnt

Die TVT empfiehlt die Kastration um den Eintritt der Geschlechtsreife, ab dem vierten bis fünften Lebensmonat, und hält sie bei gesunden Katzen nach der 16. Lebenswoche für einen Eingriff ohne schwerwiegende Nachteile. Eine Kastration weiblicher Katzen vor dem sechsten Lebensmonat kann laut TVT das Risiko für Gesäugetumoren senken. Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass eine Katze vorher einmal rollig oder trächtig gewesen sein muss.

Für Freigänger ist die Kastration in vielen Kommunen ohnehin Pflicht: Katzenschutzverordnungen nach § 13b Tierschutzgesetz verlangen Kastration, Kennzeichnung und Registrierung. Laut TVT haben Berlin, Niedersachsen und Schleswig-Holstein landesweite Verordnungen beschlossen. Der Deutsche Tierschutzbund führt eine Liste der Gemeinden. Wer dort mit einer unkastrierten Freigängerin erwischt wird, zahlt am Ende mehr als die Kastration.

So sparst du, ohne an der Sicherheit zu sparen

Hol dir vor dem Termin einen Kostenvoranschlag mit den GOT-Positionen. Frag, welcher Gebührensatz zugrunde liegt und ob die Narkose per Injektion oder Inhalation läuft. Vergleiche zwei Praxen in deiner Nähe, die Spanne zwischen ein- und dreifachem Satz ist groß. Manche Tierschutzvereine und Kommunen unterstützen die Kastration von Freigängern und Katzen aus Haushalten mit wenig Geld; frag beim örtlichen Tierschutzverein nach.

Spare nicht an der Voruntersuchung oder an Schmerzmitteln. Beides gehört zu einer sicheren Narkose. Eine Kastrationsaktion ohne Untersuchung ist billig und riskant.

Häufige Fragen

Was kostet es, eine Katze sterilisieren zu lassen?

Gemeint ist meist die Kastration. Nach GOT für eine Kätzin etwa 100 bis 450 Euro plus Medikamente und Material, für einen Kater etwa 80 bis 240 Euro plus Medikamente und Material.

Warum ist die Kätzin teurer als der Kater?

Beim Kater liegen die Hoden außen, der Eingriff ist kurz. Bei der Kätzin wird die Bauchhöhle geöffnet, das dauert länger und braucht mehr Überwachung.

Ist eine echte Sterilisation günstiger?

Sie ist laut TVT möglich, wird aber selten gewählt, weil die Hormone und damit Rolligkeit, Markieren und Kämpfe bleiben. Die TVT rät davon ab. Eine eigene GOT-Position gibt es dafür nicht.

Übernimmt eine Tierkrankenversicherung die Kastration?

Nur, wenn der Tarif Vorsorge- oder OP-Leistungen ausdrücklich einschließt. Prüfe die Bedingungen, bevor du den Termin machst.

Was kostet ein Kastrationschip?

Die TVT rät wegen häufiger Nebenwirkungen und sehr variabler Wirkdauer von der medikamentösen Unfruchtbarmachung ab. Für Freigänger ist die chirurgische Kastration der empfohlene Weg.

Kann ich die Kastration im Notdienst machen lassen?

Nur bei echten Notfällen. Im Notdienst gilt mindestens der doppelte Satz plus 50 Euro Notdienstgebühr.

Quellen

Geschrieben von Clara, Redaktion haustiergesundheit.net — sie schreibt hier über Katzen, Heimtiere und ihre Haltung.

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