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Kurzantwort: Die Maine Coon ist eine natürliche Rasse aus dem Nordosten der USA, die von den Arbeitskatzen der Farmen abstammt. Die FIFe hat sie 1982 anerkannt. Der Standard beschreibt eine große, kantige Katze mit rechteckigem Körper, breiter Brust, großen Ohren mit Luchspinseln und einem Schwanz, der mindestens so lang ist wie der Körper. Kilogramm oder Zentimeter nennt der Standard nicht. Im Wesen gilt sie als liebenswürdig, verspielt und anhänglich, gesundheitlich ist vor allem die erbliche Herzmuskelerkrankung HCM ein Thema.
Kaum eine Rasse wird so oft mit Superlativen beschrieben wie die Maine Coon: größte Hauskatze, sanfter Riese, Hund im Katzenfell. Vieles davon stimmt in der Tendenz, einiges ist Züchterwerbung. Der zuverlässigste Maßstab ist der Rassestandard, nach dem Richter auf Ausstellungen bewerten.
Dieser Artikel hält sich an den Standard der Fédération Internationale Féline (FIFe) in der Fassung vom 1. Januar 2026 und an belegte Fakten zur Geschichte und Gesundheit. Zahlen, die dort nicht stehen, findest du hier auch nicht.
Herkunft und Geschichte
Der FIFe-Standard beschreibt die Maine Coon als natürliche Rasse mit liebenswürdigem Charakter, die ihren Ursprung in den Arbeitskatzen der Farmen von Nordost-Amerika hat. Natürlich heißt: Niemand hat sie am Reißbrett gezüchtet. Das Klima in Maine mit langen, kalten Wintern hat große, robuste Katzen mit dichtem Fell begünstigt.
Um die Herkunft ranken sich Legenden, etwa die von der Kreuzung aus Katze und Waschbär, die biologisch unmöglich ist, oder die von den Katzen der Königin Marie-Antoinette. Belegt ist laut Wikipedia, dass Maine-Katzen bereits Mitte des 19. Jahrhunderts beliebt waren, dass die 1906 gegründete Cat Fanciers‘ Association 28 Maine-Katzen in ihrem ersten Zuchtbuch führte und dass die Rasse 1985 zur Staatskatze von Maine wurde. Die FIFe erkannte sie nach eigenen Angaben 1982 an.
So beschreibt der FIFe-Standard das Aussehen
Gesamteindruck und Größe
Großformatig, mit kantigem Kopfumriss und großen Ohren, breitem Brustkorb, starkem Knochenbau, einem langen, hart bemuskelten rechteckigen Körper und einem langen, wehenden Schwanz. Gute Muskelspannung soll einen Ausdruck von Kraft und Robustheit geben. Als Größe steht im Standard ein einziges Wort: groß. Der Standard betont ausdrücklich, dass kein Merkmal übertrieben sein darf und die Katze immer in Balance und Proportion bleiben soll.
Kopf, Ohren, Augen
Der Kopf ist mittelgroß im Verhältnis zum Körper, mit kantigem Umriss, hohen Wangenknochen und einer Schnauze mit quadratischem Umriss. Vollentwickelte Kater dürfen größere und breitere Köpfe haben als Kätzinnen. Die Ohren sind groß, breit am Ansatz und mäßig spitz zulaufend; bei erwachsenen Tieren sollen sie nicht höher sein als das Anderthalbfache der Breite ihrer Basis. Luchspinsel sind erwünscht, die Haarbüschel in den Ohren ragen über den Rand hinaus. Die Ohren sitzen hoch am Kopf, leicht nach außen geneigt, im Standard mit der Uhrzeit 11 und 1 Uhr beschrieben. Die Augen sind groß, oval und leicht schräg gestellt. Alle Augenfarben außer Blau sind erlaubt; Blau nur bei weißen Katzen und bestimmten Weißscheckungen.
Körper, Beine, Schwanz
Kater haben einen sehr stark bemuskelten Hals. Der Körper ist lang, die Beine kräftig und von mittlerer Länge, sodass sie mit dem Körper ein Rechteck bilden. Die Pfoten sind groß, rund und zwischen den Zehen gut bebüschelt. Der Schwanz ist mindestens so lang wie der Körper, breit am Ansatz und spitz zulaufend, mit vollem, wehendem Haar.
Fell und Farben
Kurz an Kopf, Schultern und Beinen, entlang des Rückens und an den Seiten nach hinten länger werdend, mit Pluderhosen an den Hinterbeinen und langem Fell am Bauch. Eine Halskrause wird erwartet. Die Textur ist seidig, die Unterwolle weich und fein. Fellänge und Dichte wechseln mit der Jahreszeit. Alle Farben sind erlaubt, auch mit jedem Weißanteil, mit Ausnahme von Point-Abzeichen sowie der Farben Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn.
Die Punktevergabe
Auf Ausstellungen vergeben Richter 100 Punkte: 40 für den Kopf, davon 20 für die Form, je 10 für Ohren und Augen. 35 Punkte für den Körper, davon 25 für Bau, Größe und Knochen und 10 für den Schwanz. 20 Punkte für das Fell, davon 10 für Qualität und Textur, 5 für Länge, 5 für Farbe und Zeichnung. 5 Punkte für die Kondition.
Was der Standard nicht sagt
Im Netz kursieren Gewichtsangaben von zehn Kilo und mehr, Längenrekorde und Angaben, ab welchem Gewicht eine Maine Coon „echt“ sei. Nichts davon steht im Standard. Er verlangt Größe im Verhältnis und warnt vor übertriebenen Merkmalen. Ein Züchter, der mit Kilogramm wirbt, wirbt an der Rasse vorbei. Was der Standard hingegen ausdrücklich nennt, ist der liebenswürdige Charakter.
Wesen und Haltung
Wikipedia beschreibt die Maine Coon als sehr anhänglich, intelligent und verspielt, mit leiser, hoher Stimme; aggressives Verhalten sei sehr selten. Viele Halter berichten, dass sie mit Wasser spielt, apportiert und dem Menschen durch die Wohnung folgt. Sie braucht Platz zum Klettern, einen stabilen Kratzbaum, der ihr Gewicht trägt, und Gesellschaft, am besten eine zweite Katze.
Das halblange Fell verfilzt weniger als bei Persern, muss aber vor allem an Bauch, Hosen und Halskrause wöchentlich gebürstet werden. Im Fellwechsel häufiger.
Gesundheit: HCM und andere Erbkrankheiten
Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Verdickung des Herzmuskels, ist die wichtigste Erbkrankheit der Rasse. Ein Fachbeitrag im Thieme-Verlag nennt Maine Coon und Ragdoll als Rassen mit bekannter Genmutation. Betroffene Tiere können ohne Vorwarnung am plötzlichen Herztod sterben. Seriöse Züchter lassen Elterntiere per Gentest und regelmäßig per Herzultraschall untersuchen. Lass dir beide Befunde zeigen.
Wikipedia nennt außerdem die Hüftdysplasie, die bei schnell wachsenden Rassen auftreten kann, und die spinale Muskelatrophie (SMA), die per Gentest erkennbar ist. Zu Beginn der Zucht bestand der Genpool laut Wikipedia zu etwa 40 Prozent aus Tieren mit überzähligen Zehen. Das Gutachten zur Auslegung des Qualzuchtparagrafen, das die Bundestierärztekammer veröffentlicht, führt die Polydaktylie bei der Maine Coon als Merkmal, für das ein Zuchtverbot empfohlen wird.
Häufige Fragen
Wie groß wird eine Maine Coon?
Der FIFe-Standard sagt nur: groß, mit langem, rechteckigem Körper und einem Schwanz mindestens in Körperlänge. Zentimeter oder Kilogramm nennt er nicht.
Wann ist eine Maine Coon ausgewachsen?
Laut Wikipedia erst mit etwa drei Jahren. Der Standard erwähnt, dass vollentwickelte Kater größere Köpfe haben als Kätzinnen.
Welche Farben sind erlaubt?
Alle, auch mit Weiß, außer Point-Abzeichen, Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn. Blaue Augen sind nur bei Weiß und bestimmten Weißscheckungen zugelassen.
Sind Luchspinsel Pflicht?
Der Standard sagt: erwünscht. Fehlende Pinsel sind kein Ausschluss, kosten aber Punkte bei den Ohren.
Ist die Maine Coon für Anfänger geeignet?
Vom Wesen her ja. Rechne aber mit Platzbedarf, einem schweren Kratzbaum, Fellpflege und der Vorsorge fürs Herz.
Woran erkenne ich einen seriösen Züchter?
An Gentest und Herzultraschall der Elterntiere, an einem Zuchtverband mit Standard und daran, dass er nicht mit Kilogramm wirbt.
Quellen
- FIFe: Rassestandard Maine Coon (MCO), Stand 01.01.2026
- Maine-Coon-Katze — Wikipedia
- Thieme Tiermedizin: Feline Kardiomyopathien richtig diagnostizieren
- Bundestierärztekammer: Gutachten zur Auslegung von § 11b Tierschutzgesetz (Qualzucht)
Das passt dazu
Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:
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Geschrieben von Marlene Kort fuer haustiergesundheit.net. Angaben zu Dosierung und Symptomen stammen aus tieraerztlichen Quellen.

Marlene teilt ihr Zuhause mit Hund und Katze unter einem Dach und schreibt über das, was im Alltag mit Tieren wirklich zählt. Wird es ernst, sagt sie das offen.







