Cat stretch Nov 2005

Kater kastrieren: Kosten nach GOT und was dazukommt

Aktualisiert am 29.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: Die Kastration eines Katers steht in der Gebührenordnung für Tierärzte mit 30,32 Euro im einfachen Satz. Dazu kommen Untersuchung, Narkose, Medikamente, Verbrauchsmaterial und 19 Prozent Umsatzsteuer. Abgerechnet werden darf der einfache bis dreifache Satz. Ein realistisches Rechenbeispiel liegt bei rund 92 Euro im einfachen und rund 184 Euro im zweifachen Satz, jeweils ohne Medikamente.

Die Frage nach dem Preis lässt sich nicht mit einer Zahl beantworten, und das hat einen rechtlichen Grund. Für Tierärztinnen und Tierärzte gilt eine Gebührenordnung mit einem Rahmen, keine Preisliste.

Wer die Positionen kennt, kann eine Rechnung trotzdem nachvollziehen und einen Kostenvoranschlag einordnen.

Hier stehen die Beträge aus dem amtlichen Gebührenverzeichnis, die Regeln zum Rahmen und die Punkte, an denen es teurer wird.

Die Gebührenpositionen im Einzelnen

Die Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte gilt in der Fassung von 2022 und trat am 22. November 2022 in Kraft. Die genannten Beträge sind Nettobeträge des einfachen Gebührensatzes.

Für die Kastration eines Katers nennt das Verzeichnis unter Nummer 378 einen Betrag von 30,32 Euro. Die allgemeine Untersuchung mit Beratung für Hund, Katze und Frettchen steht unter Nummer 16 mit 23,62 Euro.

Die Narkose wird getrennt berechnet: 23,44 Euro für die intramuskuläre Injektionsnarkose (Nummer 310) oder 24,19 Euro für die intravenöse Variante (Nummer 320).

Zum Vergleich: Die Kastration eines Rüden steht mit 70,60 Euro im Verzeichnis, die Ovarektomie einer Kätzin mit 56,48 Euro und die Ovariohysterektomie mit 89,00 Euro. Der Eingriff beim Kater ist der kleinste dieser Reihe.

Der Grund für den Abstand liegt im Eingriff selbst. Beim Kater bleibt die Bauchhöhle geschlossen, bei der Kätzin wird sie eröffnet. Das kostet Zeit, Material und Nachsorge.

Der Gebührenrahmen: einfach bis dreifach

Die Höhe der einzelnen Gebühr bemisst sich nach dem einfachen bis dreifachen Gebührensatz. Innerhalb dieses Rahmens entscheidet die Praxis nach billigem Ermessen.

Maßgeblich sind dabei fünf Kriterien: die Schwierigkeit der Leistung, der Zeitaufwand, der Zeitpunkt der Leistung, der Wert des Tieres und die örtlichen Verhältnisse. Ein Eingriff in einer Großstadtklinik kann damit legal teurer sein als derselbe Eingriff auf dem Land.

Deshalb ergibt der Vergleich zweier Rechnungen ohne die Positionsnummern wenig. Erst die Nummern zeigen, welche Leistungen überhaupt abgerechnet wurden.

Bemessungskriterien, die schon in der Leistungsbeschreibung stecken, dürfen dabei nicht zusätzlich angesetzt werden. Der Aufschlag muss also einen Grund haben, der über die Position selbst hinausgeht.

Rechenbeispiel mit Mehrwertsteuer

Ein Standardablauf besteht aus allgemeiner Untersuchung, Injektionsnarkose und Kastration. Im einfachen Satz sind das 23,62 plus 23,44 plus 30,32 Euro, zusammen 77,38 Euro netto.

Mit 19 Prozent Umsatzsteuer ergibt das 92,08 Euro. Beim zweifachen Satz sind es 184,16 Euro, beim dreifachen 276,25 Euro.

Nicht enthalten sind Medikamente und Verbrauchsmaterial: Spritzen, Kanülen, Tupfer, Nahtmaterial, Einweghandschuhe. Ebenfalls nicht enthalten sind Zusatzleistungen wie ein Blutbild vor der Narkose, ein Chip oder Schmerzmittel für zu Hause.

Diese Zusatzposten summieren sich schnell. Ein Voruntersuchungsprofil aus dem Blut, ein Schmerzmittel für die ersten Tage und ein Halskragen liegen zusammen leicht im Bereich des Eingriffs selbst.

Wer vorher Klarheit will, bittet um einen schriftlichen Kostenvoranschlag mit Positionsnummern. Das ist üblich und kostet nichts.

Sinnvoll ist außerdem die Frage nach dem Nachsorgetermin. Manche Praxen rechnen die Kontrolle der Wunde als Folgeuntersuchung ab, andere schlagen sie dem Eingriff zu.

Die Falle Notdienst

Teuer wird es außerhalb der Sprechzeiten. Als Nacht gilt täglich der Zeitraum von 18 Uhr bis 8 Uhr des Folgetages, als Wochenende die Zeit von freitags 18 Uhr bis montags 8 Uhr, dazu gesetzliche Feiertage von 0 bis 24 Uhr.

Für Leistungen im tierärztlichen Notdienst erhöhen sich die einfachen Gebührensätze auf das Zweifache und können bis auf das Vierfache steigen. Zusätzlich fällt eine Notdienstgebühr von 50 Euro an.

Diese Notdienstgebühr darf in derselben Angelegenheit nur einmal erhoben werden, auch wenn mehrere Tiere eines Halters versorgt werden. Für eine planbare Kastration lohnt sich der Notdienst also nie; sie gehört in die reguläre Sprechstunde.

Wo es günstiger wird

Nach der Gebührenordnung sind die einfachen Sätze anzusetzen, wenn Halterinnen und Halter tierärztliche Leistungen aufgrund einer allgemeinen öffentlich-rechtlichen Anordnung in Anspruch nehmen oder im Rahmen eines mit öffentlichen Mitteln geförderten Verfahrens, für das eine Kostenvereinbarung mit der zuständigen Tierärztekammer besteht.

Genau darauf beruhen viele kommunale Kastrationsaktionen für freilebende Katzen. Ob es in deiner Stadt ein solches Programm gibt, sagt das Veterinäramt oder der örtliche Tierschutzverein.

Solche Aktionen gelten in der Regel für freilebende und herrenlose Tiere, nicht für die eigene Wohnungskatze. Einige Kommunen bezuschussen zusätzlich die Kastration von Freigängern, an deren Halterinnen und Halter eine Kastrationspflicht gerichtet ist.

Für freilaufende Katzen gilt ohnehin die fachliche Empfehlung, sie kastrieren, per Transponder kennzeichnen und in einem Haustierregister eintragen zu lassen. In vielen Kommunen ist das inzwischen Pflicht.

Der Chip selbst wird getrennt berechnet, die Registrierung bei Findefix oder Tasso ist kostenlos. Ohne Eintrag im Register nützt der Chip wenig, weil sich der Halter sonst nicht ermitteln lässt.

Häufige Fragen

Was kostet die Kastration beim Kater?

30,32 Euro netto im einfachen Satz allein für den Eingriff, mit Untersuchung, Narkose und Steuer rund 92 Euro im einfachen Satz.

Warum verlangt meine Praxis mehr?

Die Gebührenordnung erlaubt den einfachen bis dreifachen Satz, je nach Schwierigkeit, Zeitaufwand, Zeitpunkt und örtlichen Verhältnissen.

Was kostet der Notdienst zusätzlich?

Die Sätze steigen auf das Zwei- bis Vierfache, dazu kommt eine Notdienstgebühr von 50 Euro.

Ist die Kätzin teurer?

Ja. Ovarektomie 56,48 Euro, Ovariohysterektomie 89,00 Euro im einfachen Satz.

Übernimmt eine Versicherung die Kastration?

Das hängt vom Tarif ab. Viele Tarife zahlen nur bei medizinischer Indikation, nicht bei reiner Vorsorge.

Bekomme ich einen Kostenvoranschlag?

Ja, danach kannst du fragen. Sinnvoll ist eine Aufstellung mit den Positionsnummern der Gebührenordnung.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Vanessa schreibt fuer haustiergesundheit.net ueber Haltung, Ernaehrung und Gesundheit von Tieren.


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