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Kater in der Fabel: Hinze, Namen und ihre Herkunft

Aktualisiert am 29.09.2026 · Lesezeit 5 Min.

Kurzantwort: Der Kater in der Fabel heißt Hinze, bei Goethe verkürzt Hinz. Der Name gehört zum Tierepos Reineke Fuchs, in dem jede Tierart einen festen Eigennamen trägt: Nobel der Löwe, Isegrim der Wolf, Braun der Bär, Lampe der Hase, Grimbart der Dachs. Hinze ist dort kein Trickser, sondern eines der Opfer des Fuchses.

Die Frage taucht meist im Deutschunterricht auf, wenn die Fabelnamen abgefragt werden. Beim Fuchs und beim Wolf sitzt die Antwort schnell, beim Kater stocken die meisten.

Das liegt daran, dass der Kater in der deutschen Fabeltradition eine Nebenrolle spielt. Er ist da, er hat einen Namen, aber die Geschichte gehört ihm nicht.

Hier steht, woher der Name kommt, was Hinze im Epos erlebt und warum der berühmteste Kater der Literatur streng genommen gar nicht in eine Fabel gehört.

Kater in der Fabel: Der Name lautet Hinze

Hinze ist die feste Bezeichnung für den Kater im Tierepos um Reineke Fuchs. In Goethes Fassung erscheint er als Hinz, der Kater.

Der Name geht auf Heinrich zurück und ist eine Koseform davon. Dieselbe Wurzel steckt in der Redewendung von Hinz und Kunz, hinter der Heinrich und Konrad stehen.

Die anderen Namen folgen demselben Muster. Reineke selbst ist eine Koseform von Reinhart, zusammengesetzt aus dem germanischen Wortstamm für Rat und dem althochdeutschen Adjektiv für fest oder stark.

Der Löwe heißt Nobel und ist König der Tiere, der Wolf Isegrim, der Bär Braun, der Hase Lampe, der Dachs Grimbart. Reinekes Burg trägt den Namen Malepartus.

Diese Namen sind keine Zufallsfunde. Sie stammen aus dem mittelalterlichen Tierepos und sind über Jahrhunderte in derselben Zuordnung weitergereicht worden, vom niederdeutschen Druck bis in heutige Schulbücher.

Was Hinze im Epos erlebt

Der Handlungsrahmen ist ein Gerichtsverfahren. König Nobel hat zu Pfingsten zum Hoftag geladen, und die versammelten Tiere beschweren sich über die Untaten des abwesenden Fuchses.

Braun der Bär und Hinz der Kater werden nacheinander losgeschickt, um Reineke aus Malepartus an den Hof zu holen. Beide scheitern. Reineke bringt sie gezielt in Schwierigkeiten, statt ihnen zu folgen.

Die Rollenverteilung ist damit klar. Der Fuchs ist der Listige, der Kater der Gutgläubige, der auf ein Versprechen hereinfällt. Wer im Deutschen die Katze für das schlaue Tier der Fabel hält, verwechselt sie mit dem Fuchs.

Am Ende des ersten Teils wird Bär und Wolf das Fell abgezogen. Der König lässt daraus für Reineke Wanderschuhe und einen Ränzel fertigen, in dem dieser ihm später den Kopf des Hasen Lampe zukommen lässt.

Woher der Stoff stammt

Die Tradition reicht bis ins europäische Mittelalter. Eine 1498 in Lübeck gedruckte niederdeutsche Versfassung mit dem Titel Reynke de vos wurde im 16. Jahrhundert im deutschsprachigen Raum zum Bestseller.

Goethe nahm sich den Stoff Ende des 18. Jahrhunderts vor. Seine Bearbeitung erschien im Frühjahr 1794 als zweiter Band der Neuen Schriften bei Johann Friedrich Unger in Berlin.

Der Text umfasst 4312 Verse in Hexametern, eingeteilt in zwölf Gesänge, und kommt ohne Kommentar aus. Über diese Fassung sind die Tiernamen in den deutschen Schulkanon gelangt.

Erzählt wird in zwei Teilen, die jeweils von einem Gerichtsverfahren handeln. Nachdem der Dachs Grimbart den Fuchs schließlich an den Hof gebracht hat, kommen in einer zweiten Verhandlung weitere Schandtaten ans Licht.

Fabel oder Märchen: Der Gestiefelte Kater

Der bekannteste Kater der europäischen Literatur ist der Gestiefelte Kater, und der gehört in eine andere Gattung. Er ist die Hauptfigur eines Märchens, nicht einer Fabel.

Die ältesten Fassungen stammen aus Italien: Costantino Fortunato bei Giovanni Francesco Straparola und Cagliuso bei Giambattista Basile. Charles Perrault veröffentlichte 1697 die französische Version Le Maître chat ou le Chat botté.

Bei den Brüdern Grimm stand das Märchen in der ersten Auflage von 1812 als Nummer 33. Wilhelm Grimm entfernte es später, wohl wegen der Ähnlichkeit zur Fassung Perraults; heute steht es als Nummer 5 im Anhang. Im internationalen Märchentypenkatalog trägt es die Nummer ATU 545B.

Inhaltlich dreht sich die Rollenverteilung um. Hier ist der Kater der Trickser, der seinem armen Herrn durch Täuschung zu Ansehen und Wohlstand verhilft.

Der Hut gehört dabei nicht zum Kern der Figur. Namensgebend sind die Stiefel; der Federhut kam erst über Illustrationen und spätere Bearbeitungen dazu.

Katzen bei Äsop

In der antiken Fabeltradition kommt die Katze ebenfalls vor, allerdings ohne Eigennamen. Bei Äsop treten Tiere als Gattung auf: die Katze, der Fuchs, der Rabe.

Bekannt sind die Erzählung von der Katze, die sich tot stellt, um Mäuse aus ihren Löchern zu locken, und die Geschichte von der Katze, die auf Bitten hin in eine Frau verwandelt wird und beim Anblick einer Maus doch wieder losspringt.

Die Moral zielt in beiden Fällen auf dasselbe: Eine erlernte Verkleidung ändert die Natur nicht. Feste Eigennamen bekommt das Personal erst im mittelalterlichen Tierepos.

Für den Unterricht ist der Unterschied damit gut zu greifen. In der antiken Fabel steht die Gattung für eine Eigenschaft, im Tierepos steht ein benanntes Einzeltier in einer fortlaufenden Handlung.

Häufige Fragen

Wie heißt der Kater in der Fabel?

Hinze, bei Goethe Hinz. Der Name gehört zum Reineke Fuchs.

Woher kommt der Name Hinze?

Er ist eine Koseform von Heinrich, wie Kunz von Konrad.

Wie heißen die anderen Tiere im Reineke Fuchs?

Nobel der Löwe, Isegrim der Wolf, Braun der Bär, Lampe der Hase, Grimbart der Dachs.

Ist der Gestiefelte Kater eine Fabel?

Nein, er ist ein Märchen. Die bekannteste Fassung stammt von Charles Perrault aus dem Jahr 1697.

Wann erschien Goethes Reineke Fuchs?

Im Frühjahr 1794, mit 4312 Versen in Hexametern und zwölf Gesängen.

Welche Rolle hat der Kater in der Fabel?

Er ist Bote und Opfer der Täuschung, nicht der Listige. Diese Rolle gehört dem Fuchs.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Tim Bahr schreibt fuer haustiergesundheit.net ueber Haltung, Ernaehrung und Gesundheit von Tieren.


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