Katzenallergie – Ursachen, Anzeichen und was hilft

Kurz gesagt: Auslöser ist nicht das Fell, sondern das Eiweiß Fel d 1 aus Speichel, Talgdrüsen und Hautschuppen. Beim Putzen verteilt die Katze es im Fell, von dort gelangt es an winzige Partikel in die Raumluft. Diese Partikel schweben lange und haften an Kleidung — deshalb findet man das Allergen auch in Wohnungen ohne Katze.

Dieser Text ersetzt keine tierärztliche Beratung.

Warum Katzenallergene so hartnäckig sind

Fel d 1 ist außergewöhnlich klein und leicht. Anders als Hausstaubmilbenkot, der schnell zu Boden sinkt, bleibt es stundenlang in der Luft.

Es ist außerdem klebrig und haftet an Textilien, Wänden und Möbeln. In Wohnungen, in denen jahrelang eine Katze gelebt hat, lässt es sich noch Monate nach dem Auszug nachweisen.

Das erklärt auch, warum Betroffene in Schulen, Büros und öffentlichen Verkehrsmitteln Beschwerden bekommen — das Allergen reist an der Kleidung von Katzenhaltern mit.

Die typischen Beschwerden

  • Niesreiz, laufende oder verstopfte Nase
  • Juckende, gerötete, tränende Augen
  • Husten und Engegefühl in der Brust
  • Quaddeln oder Rötung an Kontaktstellen
  • Bei bestehendem Asthma eine Verschlechterung

Anders als bei Pollenallergien sind die Beschwerden ganzjährig. Wer im Winter ebenso betroffen ist wie im Sommer, sollte an Tierhaarallergene denken.

Wie festgestellt wird

Am Anfang steht das Gespräch: Wann treten die Beschwerden auf, in welchen Räumen, bei welchen Besuchen?

Der Pricktest auf der Haut zeigt innerhalb von Minuten eine Reaktion. Eine Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper ergänzt oder ersetzt ihn.

Eine Sensibilisierung im Test bedeutet allerdings nicht automatisch eine Allergie. Erst wenn Beschwerden dazukommen, spricht man von einer Allergie — deshalb ist der Zusammenhang mit dem Alltag entscheidend.

Was im Alltag hilft

Schlafzimmer sperren. Der wirksamste einzelne Schritt. Ein Drittel des Tages verbringt man dort.

Häufig lüften und feucht wischen. Trockenes Staubwischen wirbelt auf.

Staubsauger mit Feinstaubfilter verwenden; ohne Filter bläst das Gerät die Partikel wieder in den Raum.

Textilien reduzieren. Teppiche, Polster und schwere Vorhänge sind Speicher.

Luftreiniger mit Schwebstofffilter senken die Konzentration messbar, vor allem im Schlafzimmer.

Hände waschen nach dem Kontakt, Kleidung wechseln.

Die Katze regelmäßig bürsten lassen — von einer Person ohne Allergie, am besten draußen.

Was wenig bringt

Die Katze waschen. Der Effekt hält nur wenige Tage und ist für die meisten Katzen erhebliche Belastung.

Sogenannte hypoallergene Rassen. Es gibt keine Katze, die kein Fel d 1 produziert. Die Menge schwankt zwischen einzelnen Tieren stärker als zwischen Rassen — auch haarlose Katzen sind nicht allergenfrei.

Nur Kurzhaarkatzen halten. Die Haarlänge sagt nichts über die Allergenmenge aus.

Die Behandlung

Antihistaminika lindern Niesen, Juckreiz und Augensymptome. Nasensprays mit Kortison wirken bei verstopfter Nase gut und sind für die Dauertherapie geeignet.

Die einzige ursächliche Behandlung ist die spezifische Immuntherapie, umgangssprachlich Hyposensibilisierung. Über etwa drei Jahre wird das Allergen in steigender Dosis verabreicht, bis das Immunsystem weniger heftig reagiert.

Bei Katzenallergie ist die Datenlage dazu weniger eindeutig als bei Pollen. Sie kommt vor allem in Betracht, wenn ein Kontakt unvermeidbar ist.

Wenn Asthma dazukommt

Eine unbehandelte Allergie der oberen Atemwege kann sich auf die unteren ausweiten — der sogenannte Etagenwechsel. Etwa ein Drittel der Betroffenen mit allergischem Schnupfen entwickelt im Verlauf Asthma.

Deshalb ist eine Katzenallergie kein Thema, das man aussitzen sollte, besonders bei Kindern. Anhaltender Husten, Atemnot bei Belastung und nächtliches Pfeifen gehören ärztlich abgeklärt.

Die schwierige Frage

Wenn die Katze bereits im Haushalt lebt, steht am Ende oft eine Abwägung, die niemand gern trifft. Fachlich ist die Antwort eindeutig: Bei ausgeprägten Beschwerden, besonders mit Asthma, ist die Trennung die wirksamste Maßnahme.

Praktisch entscheiden sich viele Familien dagegen und arbeiten mit Medikamenten und Wohnungsregeln. Das ist möglich, sollte aber ärztlich begleitet werden — und die Beschwerden gehören regelmäßig überprüft.

Vor der Anschaffung einer Katze lohnt bei bekannter Allergieneigung ein Test. Danach ist die Entscheidung deutlich schwerer.

Kreuzreaktionen

Wer auf Katzen reagiert, reagiert häufig auch auf andere Tiere. Die Eiweiße ähneln sich, sodass das Immunsystem sie verwechselt.

Bekannt ist die Verbindung zwischen Katze und Schwein — das sogenannte Katze-Schwein-Syndrom, bei dem Betroffene auf Schweinefleisch reagieren. Auch Kreuzreaktionen zwischen verschiedenen Fellträgern kommen vor.

Umgekehrt bedeutet eine Katzenallergie nicht, dass Hunde ebenfalls Beschwerden auslösen. Die Hauptallergene unterscheiden sich; ein eigener Test klärt das.

Kinder und Haustiere

Lange galt der Rat, allergiegefährdete Kinder von Tieren fernzuhalten. Das hat sich relativiert: Für Kinder, die von Geburt an mit Tieren aufwachsen, wird eher ein schützender Effekt beschrieben.

Anders liegt der Fall, wenn bereits eine Sensibilisierung oder Asthma besteht. Dann ist ein neues Tier im Haushalt keine gute Idee.

Bei einem Kind mit Allergiesymptomen sollte vor jeder Anschaffung eine Abklärung stehen — nicht danach.

Wohnen mit Katze trotz Allergie

  • Ein Raum bleibt dauerhaft katzenfrei, in der Regel das Schlafzimmer
  • Glatte Böden statt Teppich
  • Bettwäsche wöchentlich bei mindestens 60 Grad waschen
  • Kratzbaum und Liegeplätze regelmäßig absaugen
  • Nach dem Streicheln Hände waschen und nicht ins Gesicht fassen
  • Beim Lüften Stoßlüften statt Kippstellung

Diese Maßnahmen senken die Allergenkonzentration deutlich, aber nie auf null. Wer trotz konsequenter Umsetzung anhaltend Beschwerden hat, sollte das ärztlich neu bewerten lassen.

Häufige Fragen

Sind Katzenhaare der Auslöser?

Nein, das Eiweiß Fel d 1 aus Speichel und Hautschuppen.

Gibt es hypoallergene Katzen?

Nein, alle Katzen bilden das Allergen.

Wie lange hält sich das Allergen in der Wohnung?

Monate nach dem Auszug der Katze.

Hilft ein Luftreiniger?

Mit Schwebstofffilter ja, vor allem im Schlafzimmer.

Kann man sich hyposensibilisieren lassen?

Ja, die Datenlage ist bei Katzenallergie aber weniger eindeutig.

Warum reagiere ich auch ohne Katze im Raum?

Das Allergen haftet an Kleidung und Textilien.

Reagiert man dann auch auf Hunde?

Nicht zwangsläufig – die Hauptallergene unterscheiden sich.

Schützt frühes Aufwachsen mit Tieren?

Bei Kindern ohne Sensibilisierung wird eher ein schützender Effekt beschrieben.

Quellen

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